№ 12. Die Haut
Haut
Nahaufnahme menschlicher Haut (Felderhaut)
Die Haut (gr. derma; auch Kutis von lat. cutis) ist funktionell das vielseitigste Organ des menschlichen oder tierischen Organismus. Die Haut dient der Abgrenzung von Innen und Außen (Hüllorgan), dem Schutz vor Umwelteinflüssen, der Repräsentation, Kommunikation und Wahrung der Homöostase(inneres Gleichgewicht). Weiterhin übernimmt die Haut wichtige Funktionen im Bereich des Stoffwechsels und der Immunologie und verfügt über vielfältige Anpassungsmechanismen. Die menschliche Haut verträgt den pH-Wert von 5,5 am besten.
Aufbau der Haut
Aufbau der menschlichen Haut mit Hautanhangsgebilden
Die äußere Haut gliedert sich prinzipiell in drei wesentliche Schichten: Die Oberhaut (Epidermis), die mit der unmittelbar darunterliegenden Lederhaut (auch Dermis oder Corium) zusammen die Cutis bildet, sowie die Unterhaut (Subcutis).
Epidermis (Oberhaut)
Die Epidermis oder Oberhaut gehört zu den Epithelgeweben, es handelt sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattenepithel, das üblicherweise zwischen 0,03 bis
Von außeach innen werden folgende Schichten unterschieden:
• Hornschicht (Stratum corneum)
• Glanzschicht (Stratum lucidum) (ist nur an der Leistenhaut der Hand- und Fußinnenseiten vorhanden)
• Körnerzellenschicht (Stratum granulosum)
• Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
• Basalschicht (Stratum basale)
Stachelzellschicht und Basalzellschicht bilden zusammen die Keimschicht (Stratum germinativum).
Dermis (Corium, Lederhaut)
Aufbau der menschlichen Haut mit Beschriftung
Die Dermis besteht vorwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung und Verankerung der Epidermis. Hier versorgt das fein kapillarisierteBlutgefäßsystem die Grenzzone zur Epidermis. Der Ursprung der Talg- und Schweißdrüsen findet sich in der unteren Lederhaut. Diese enthält die für die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und Blutgefäße.
Die Dermis wird in ein Stratum papillare (Papillenschicht, Zapfenschicht, Papillarkörper) und ein Stratum reticulare (Netzschicht) unterteilt.
Subcutis (Unterhaut)
Die Subcutis bildet die Unterlage für die darüberliegenden Hautschichten und enthält die größeren Blutgefäße und Nerven für die oberen Hautschichten sowie das subkutane Fett und lockeres Bindegewebe. In der Unterhaut liegen Sinneszellen für starke Druckreize, zum Beispiel die Lamellenkörperchen.
Hautanhangsgebilde
Optische Kohärenztomografie der Fingerspitze (Leistenhaut) in vivo mit Schweißdrüsenausgängen
Zu den Hautanhangsgebilden gehören Haare mit ihren Talgdrüsen und dem Haarbalgmuskel (Musculus arrector pili), Nägel, Hörner und Schweißdrüsen, wobei letztere in ekkrine und apokrine Schweißdrüsen unterteilt werden. Nicht zuletzt ist auch die Milchdrüse eine modifizierte Hautdrüse.
Leistenhaut und Felderhaut
Betrachtet man die Haut genauer oder mit einer Lupe, so wird ein feines Relief sichtbar. Nach diesem wird die Haut in zwei Typen unterschieden.
Die Leistenhaut
tritt an den Fingern, der Handinnenseite (palmar) und der Fußsohle (plantar) auf. Die Epidermis zeigt hier feine Papillarlinien (Hautleisten), die dadurch entstehen, dass sich die Lederhautpapillen in Längsreihen anordnen. Dabei ist jede Hautleiste von zwei Papillarkörperreihen unterlagert. Die Hautleisten bilden ein individuelles Muster aus verschiedenen geometrischen Figuren (Wirbel, Bogen, Schleife, Doppelschleife). Diese Muster werden bei derDaktyloskopie (Fingerabdruckerkennung) kriminaltechnisch als eine Form der biometrischen Daten genutzt. Die Leistenhaut enthält, außer vielen Schweißdrüsen, keine Hautanhangsgebilde.
Die Felderhaut
bedeckt die übrigen Hautbereiche. Hier zeigt die Oberfläche durch feine Furchen abgegrenzte rhombische Felder (Areolae cutaneae). Die Furchen entstehen an den papillenfreien Epidermisbereichen und verstreichen bei stärkerer Hautspannung. Sie dienen als Reservefalten, da die Oberhaut weniger dehnungsfähig ist als die Lederhaut. Die Größe der Hautfelder variiert je nach Körperregion. Die Felderhaut enthält die Hautanhangsgebilde und ist weniger als 1/10 mm dick. Am dünnsten ist sie im Bereich des Auges und der Geschlechtsorgane.
Teile der Haut und ihre Funktionen
Die Haut schützt vor Wärmeverlust und äußeren Einflüssen und dient der Aufnahme von Berührungsreizen. Darüber hinaus erfüllen die einzelnen Bestandteile spezialisierte Funktionen:
• Haare: Schutz vor Wärmeverlust und Sonnenstrahlen
• Hornschicht: Schutz vor Verletzungen und Austrocknung
• Keimschicht: Nachbilden von Hautzellen
• Melanozyten: Schutz der genetischen Information im Zellkern vor UV-Strahlung
• freie Nervenendigungen: Aufnahme von Berührungsreizen und Schmerzempfindung
• Lamellenkörperchen: Aufnahme von Druckreizen
• Schweißdrüsen: Produktion von Schweiß, Schutz vor Überhitzung durch Verdunstung
• Kälterezeptoren: Aufnahme von Temperaturreizen „kalt“
• Wärmerezeptoren: Aufnahme von Temperaturreizen „warm“
• Haarbalgmuskel: Wärmespeicher durch Aufrichten der Vellushaare
• Talgdrüse: Produktion von Talg (Fett)
• Tastkörperchen: Aufnahme von Berührungsreizen
• Fetteinlagerung: Schutz vor Druck und Unterkühlung
• Blutgefäße: Temperaturregulation und Versorgung der Hautzellen mit Nährstoffen und Sauerstoff
Die Haut als Grenzorgan
Die Haut schützt den Organismus vor dem Eindringen von Krankheitserregern und gasförmigen, flüssigen oder festen Fremdsubstanzen im weitesten Sinn, vor mechanischen Verletzungen,Strahlenschäden, aber auch vor Flüssigkeits-, Elektrolyt- und Proteinverlusten, die bei schweren Verbrennungen lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Besiedelt wird sie von Bakterien undPilzen, der sogenannten residenten Hautflora. Als antigenpräsentierende Zellen fungieren in der Haut die Langerhanszellen.
Stoffaustausch
Über die Körperoberfläche werden in unterschiedlichem Maße bei verschiedenen Tieren Stoffe aus der Umgebung aufgenommen und abgegeben. Diese können gasförmig, flüssig oder fest (in wässrigem Medium gelöst) sein. Der Stoffaustausch kann aktiv (unter Energieaufwand) oder passiv (in Richtung eines osmotischen Gefälles) verlaufen.
Bei den Gasen kann es sich um die Aufnahme von Sauerstoff und die Abgabe von Kohlendioxid (Hautatmung) handeln, aber auch um Stickstoff und Inertgase. Wasser kann aufgenommen oder abgegeben werden zur Wasserregulation und als Transportmedium für gelöste gasförmigen oder feste Stoffe dienen. Gelöste Stoffe können Salze sein (Aufnahme oder Abgabe), Nahrungsstoffe(viele Endoparasiten ernähren sich ausschließlich so), Ausscheidungsprodukte, aber auch toxische Stoffe aus der Umwelt (wie bei organischen Bleiverbindungen).
Wärmehaushalt
Über die Haut kann der Körper seinen Wärmehaushalt regulieren. Einer Überhitzung wirkt die Haut mit den Schweißdrüsen entgegen. Durch die Schweißproduktion und die dadurch möglicheVerdunstung wird Wärme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefäßen, die dazu weit geöffnet sind, abgeführt (siehe Schwitzen). Mit Hilfe des Unterhautfettgewebes und im geringeren Maße durch die der Behaarung wird Wärme zurückgehalten. Bei Kälte werden die Haut und das Unterhautfettgewebe nur noch gering durchblutet und beide wirken dadurch als Isolatorschicht. Die Haare können Aufgrund des geringen Haarkleides des Menscheur noch geringe Isolationsfunktion übernehmen. Dennoch kann man das Wirkprinzip eines Fellkleides noch gut beobachten. Bei der bei Kälte auftretenden Gänsehaut richtet der Musculus arrector pili das Haar auf. Eine geschlossene Behaarung ermöglicht hier einen wesentlich besseren Schutz vorUnterkühlung.
UV-Strahlungsschutz
Die Stärke der einfallenden UV-Strahlung auf der Erdoberfläche hängt von der Tageszeit, der geographischen Lage, der Jahreszeit, der Seehöhe, der jeweiligen Dicke der Ozonschicht, derBewölkung und von vielen anderen örtlichen Parametern ab. Gegen die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung auf die Haut und der darunterliegenden Gewebe existieren folgende Schutzmechanismen:
• Während das Haarkleid (Fell) der Säugetiere oder das Federkleid der Vögel sehr effektiv gegen nachteilige Folgen der UV-Strahlung schützt, da es den größten Anteil der UV-Strahlung absorbiert oder reflektiert, ist der unbekleidete Mensch weitgehend ungeschützt.
• Die Hornschicht (stratum corneum) der menschliche Haut absorbiert und reflektiert normalerweise etwa 10 % der UVB- und die Hälfte der UVA-Strahlung. Auf beständige erhöhte UV-Belastung reagiert die Haut zunächst mit einer Verdickung der Hornschicht. Als „Lichtschwiele“ ist diese besonders stark nach Sonnenbränden ausgebildet.
• Der Schutz der Haut durch Pigmentierung beruht auf der physikalischen Absorption von UV-Strahlen durch Pigmente. Viele Tiere besitzen eine Pigmentierung der Haut. Die veränderliche Pigmentierung der menschlichen Haut stellt im Tierreich jedoch eine einzigartige Anpassungs- und Schutzmöglichkeit gegen UV-Strahlung dar. Es gibt kaum Tiere, deren Haut in der Lage ist, die Pigmentierung so stark zu verändern wie der Mensch.
• Als so genannte „Sofortbräunung“ (engl. immediate pigment darkening) bezeichnet man eine kurzfristige, nur wenige Stunden anhaltende Bräunung der Haut nach einer UV- Belastung. Die Sofortbräunung beruht sowohl auf einer Änderung der chemischen Konformation der Melaninmoleküle als auch auf einer Umverteilung der Pigmentkörperchen in der Epidermis; sie besitzt fast keine Schutzwirkung gegen UV-Strahlung .
• Die (verzögerte) UV-Bräunung setzt erst ca. 72 Stundeach der UV-Belastung ein. Die Melanozyten der Haut reagieren auf UV-Einstrahlung mit der verstärkten Produktion und Abgabe von Eumelanin (oder Phäomelanin bei Menschen des Hauttyp 1), das der Haut einen braunen (Phäomelanin: rötlichen) Farbton gibt, und UV in hohem Maße absorbiert, wobei Phäomelanin wesentlich weniger UV absorbiert. Die ethnisch verschiedenen Hautfarben der Menschen resultieren aus den jeweiligen Hauttypen.
• Der Schweiß des menschlichen Körpers enthält UVA-Strahlung absorbierende Urocaninsäure.
Die ersten Hominiden hatten möglicherweise eine nur schwach pigmentierte Haut, die von dunklen Haaren bedeckt war, ähnlich wie bei heutigen Schimpansen. Relativ bald in der Hominidenevolution dürfte sich eine nackte, dunkel pigmentierte Haut entwickelt haben, die als UV-Schutz diente. Mit der Ausbreitung in den sonnenärmeren Norden konnte sich die Pigmentierung verringern, vermutlich um besser Vitamin D generieren zu können. Insbesondere während der Schwangerschaft und während des Stillens könnten sich hieraus Überlebensvorteile ergeben haben.
Die Haut als Kontakt- und Sinnesorgan
Die Haut stellt den sichtbaren Teil des menschlichen Körpers dar. Als solcher erfüllt die Haut eine Reihe kommunikativer Funktionen. Zur Reizaufnahme und damit zur Oberflächensensibilität ist die Haut mit unterschiedlichen Typen von Rezeptoren ausgestattet:
• Schmerzrezeptoren: Sie liegen in der Lederhaut, ihre Dichte variiert je nach Körperregion (bis zu 200/cm2 Haut).
• Druckrezeptoren (Vater-Pacini-Körperchen): Sie dienen der Wahrnehmung von Druckempfindungen und liegen in der Unterhaut. Ihre Dichte beträgt bis zu 100/cm2.
• Thermorezeptoren (freie Nervenendigungen): Sie sind besonders dicht an Kinn, Nase, Ohrmuschel, Ohrläppchen (9 bis 12/cm2) und Lippen (> 15/cm2). Insgesamt besitzt die menschliche Haut ca. 250.000 Kälterezeptoren. Die Anzahl der Wärmerezeptoren beträgt nur etwa 1/10 davon, sie arbeiten zudem deutlich langsamer als Kälterezeptoren.
• Dehnungsrezeptoren (Ruffini-Körperchen): Sie registrieren den Dehnungszustand der Haut und liegen in der Lederhaut (Stratum reticulare). Ihre Dichte beträgt bis zu 2/cm2 Haut.
• Tastrezeptoren (Meissner-Körperchen und Merkel-Zellen): Tastrezeptoren kommen in der unbehaarten Haut vor. Besonders dicht (Abstand: 1 bis
• Haarfollikelrezeptoren: Sie registrieren die Haarstellung (siehe auch Vibrisse).
Die psychogalvanische Hautreaktion gibt Rückschlüsse auf emotionale Vorgänge.
Die Haut als Stammzellreservoir
Die Haut enthält adulte Stammzellen die durch vier zusätzlich durch Retroviren eingeschleuste Gene in pluripotente Stammzellen umgewandelt werden können. Damit könnte die Haut als Quelle für Therapien der regenerativen Medizin dienen.
Die Haut als Repräsentationsorgan
Da die Haut stark das Erscheinungsbild des Menschen prägt, ist sie Hauptobjekt der Kosmetik. Natürliche Erscheinungen sind Sommersprossen, Leberflecken und Altersflecken. Künstlich verändert wird das Aussehen der Haut durch Tätowierungen, die Skarifizierung, Brandnarben oder die Körperbemalung. Außerdem ist die Haut Trägerin aller Arten von Körperschmuck.
Die Haut von Tieren
Amphibienhaut
Die Haut der Amphibien ist dünn, nackt und feucht. Ihre Oberflächenbeschaffenheit ist bei Fröschen und Salamandern glatt oder bei Kröten und Unken warzig. Die Haut von Amphibien zeigt eine hohe Farbenvielfalt. Manche Arten, wie der einheimische Laubfrosch, besitzen sogar die Fähigkeit zum Farbwechsel ähnlich wie Chamäleons. Verantwortlich für diese Eigenschaft sind spezielle Pigmentzellen unterhalb der Oberhaut, die unterschiedliche Farbstoffe speichern, so Melanin (braun bis schwarz), Pteridin (gelb) und Carotinoide (orange bis rot).
Von Zeit zu Zeit wird die Oberhaut der Amphibien erneuert (Häutung). Die alte Haut wird bei Froschlurchen dabei abgesprengt, bei Schwanzlurchen (speziell Molche) jedoch als Ganzes abgestreift. Manche Hautpartien von Amphibien sind besonders dehnbar und ermöglichen die Ausbildung von Schallblasen zur Lauterzeugung.
Diese Hauteigenschaften bringen Vor- und Nachteile mit sich. Vorteile sind:
• Die dünne Haut ermöglicht die Sauerstoffaufnahme direkt über die Körperoberfläche (Hautatmung), ebenso die Wasseraufnahme.
• Eine glatte Haut hat einen geringeren Strömungswiderstand und ermöglicht so schnelleres Schwimmen.
• Bei vielen Amphibien, vor allem bei Fröschen, wird die Haut mit einer glitschigen Schleimschicht befeuchtet, die die Flucht vor Feinden unterstützt.
• Die Hautdrüsen der Amphibien sind in der Lage, Hautgifte abzusondern; diese stellen einen wirksamen Fraßschutz dar. Vor allem schützen sie die feuchte Haut vor Pilz- und Bakterieninfektion – selbst für die extrem starken Gifte der Pfeilgiftfröschen soll dies der Hauptgrund sein.
Nachteile sind:
• Die dünne Haut ist leichter verletzbar.
• Erhöhte Austrocknungsgefahr bei warmem Sonnenschein durch die Hautfeuchtigkeit der meisten Amphibien. Das führt zu ihrer verstärkten Nachtaktivität.
• Die Wasseraufnahmefähigkeit dünner Haut erleichtert auch die Aufnahme von Giften. Auf Äckern eingesetzte Spritzmittel, Kunstdünger, aber auch Jauche und saurer Regen führen während der Laichwanderung rasch zum Tod.
Hautkrankheiten
Es gibt zahlreiche Hautkrankheiten, die auf einer direkten Schädigung der Haut beruhen, aber auch solche, die durch andere Organ- oder Allgemeinerkrankungen entstehen. Hautveränderungen bezeichnet man in der Dermatologie – dem medizinischen Fachgebiet der Hautkrankheiten – als Effloreszenzen.
Epidermis (Wirbeltiere)
Schichten der Haut
Als Epidermis (griech. epi über, darauf; derma Haut) bezeichnet man die Oberhaut bei Wirbeltieren. Sie bildet als äußerste Hautschicht die eigentliche Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Von inneach außen unterscheidet man insgesamt fünf Epidermis-Schichten: Basalschicht (Stratum basale), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Körnerschicht (Stratum granulosum), Glanzschicht (Stratum lucidum) und Hornschicht (Stratum corneum). Die Epidermis besteht zu 90 Prozent aus Keratinozyten, die von Desmosomen zusammengehalten werden. In den äußeren Schichten besteht sie aus verhornten Plattenepithelzellen.
Stratum basale
Zellschichten menschlicher Epidermis
Das Stratum basale – die „Basalzellschicht“ – dient als einlagige innerste Zellschicht der Regeneration der Haut; hier findet dieZellteilung statt. Eine Tochterzelle beginnt ihre Wanderung zur Oberfläche, die andere verbleibt und teilt sich erneut. Die Nährstoffversorgung ist hier noch vergleichsweise gut, denn die Epidermis selbst enthält keine Blutgefäße. Die Abgrenzung zur darunter liegenden Lederhaut erfolgt wie bei allen Epithelien durch eine Basalmembran, die in der Felderhaut weitgehend flach verläuft, in der Leistenhaut aber stark durchPapillarkörper (Ausbuchtungen der Lederhaut) verformt wird, deren Dichte die Struktur der Hautleisten vorgibt.
Innerhalb der Basalzellschicht liegen spezielle Sinneszellen für Berührungsreize, die Merkel-Zellen. Zudem liegen hier Melanozyten, diepigmentbildenden Zellen.
Stratum spinosum
In dem auch als „Stachelzellschicht“ bezeichneten Stratum spinosum sind die Zellen durch Zytoplasmaausläufer mit Desmosomen verbunden. Hier beginnt bereits der als Keratinisierung bezeichnete, schrittweise Verhornungsprozess. Da die Zellen bei einer histologischen Verarbeitung schrumpfen, haben sie im Präparat ein stacheliges Aussehen. Im Stratum spinosum befinden sich zudem Abwehrzellen des lymphatischen Systems, die alsLangerhans-Zellen bezeichnet werden.
Stratum basale und Stratum spinosum werden zusammengefasst als Stratum germinativum (synonym: Keimschicht, Regenerationsschicht) bezeichnet.
Stratum granulosum
Mit fortschreitender Verhornung beginnt in dieser „Körnerzellschicht“ bereits der Abbau der Zellen, sie wandeln sich allmählich in leblose Keratinozyten um. Die äußere Form plattet sich allmählich ab und das Zellinnere wird mehr und mehr von Keratingranula dominiert. Der Zellkern ist nicht so gut abgrenzbar wie im Stratum spinosum.
Stratum lucidum
Das auch als „Glanzschicht“ benannte Stratum lucidum ist eine unter dem Mikroskop sehr einheitlich aussehende Zellschicht, die ausgeprägt nur an der Leistenhaut der Hände und Füße vorkommt. Sie hat die Aufgabe, eine Barriere gegen alle Formen von Eindringlingen in die Haut darzustellen. Sie besteht zum Großteil aus einer öligen Schicht mit geringerenBrechungsunterschieden (daher erscheint sie transparent). Hier verflüssigen sich Keratohyalingranula zu einer halbflüssigen, fett- und eiweißreichen, azidophilen Substanz, dem Eleidin. In derFelderhaut ist das Stratum lucidum kaum ausgebildet und daher auch nur als dünner andersfärbiger Zellstreifen unter dem beinahe unstrukturierten Stratum corneum zu erkennen. Es bildet hier die Übergangsschicht zur stark inhomogenen Körnerzellschicht.
Stratum corneum
Optische Kohärenztomografie der Fingerspitze (Leistenhaut). Gut sichtbares Stratum corneum. Obere sichtbare Grenzschicht: Stratum disjunctum, untere: Stratum lucidum (hier dunkel)
Der Übergang in das Stratum corneum, die äußerste Schicht der Epidermis, erfolgt abrupt. Die nun vollständig verhornten Korneozyten bilden jetzt als „Hornzellen“ die „Hornzellschicht“, die je nach Region zwischen 12 und 200 Zellschichten dick sein kann. Die Zellen dieser Epidermisschicht sind abgestorben und enthalten keine Zellorganellen mehr. Fette zwischen den Zellen bilden gemeinsam mit den Hornzellen eine wasserabweisende Schutzschicht.
Stratum disjunctum
Das Stratum disjunctum ist die oberste Schicht der Hornhaut; sie weist durch Lufteinlagerungen einen anderen Kontrast als das darunterliegende Material auf. Hier lösen sich die Hornzellen voneinander, indem sich die Kontakte zwischen den Zellen auflösen. Normalerweise erfolgt dieser Prozess unsichtbar für das menschliche Auge. Bei gestörter Koordination der Abschilferung lösen sich die Korneozyten in größeren Verbänden. Aggregationen ab 500 Zellen sind mit bloßem Auge sichtbare Hautschuppen.
Dermis
Die Dermis oder auch Corium (Lederhaut) ist eine Schicht der Haut (Cutis) von Wirbeltieren. Die Lederhaut dient der Verankerung und der Ernährung der gefäßfreien Epidermis.
Der deutsche Name „Lederhaut“ deutet bereits an, dass aus dieser Hautschicht durch Gerben Leder hergestellt werden kann.
Aufbau
Die Dermis enthält reißfeste Kollagenfasern und elastische Fasern. Darüber hinaus sind zahlreiche Blut- und Lymphgefäße in die Lederhaut eingeflochten. Die Hautdrüsen und Haarwurzeln liegen überwiegend innerhalb der Lederhaut und auch die meistenSinnesrezeptoren der Haut befinden sich ebenfalls in dieser Schicht.
Die elastischen Fasern sind für die Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit der Haut verantwortlich. Im Alter lässt diese Elastizität stark nach. Außerdem bewirken die Spannung der Faserbündel, dass bei Verletzungen der Haut die Wundränder auseinander klaffen.
Die Hauptrichtung der Kollagenfaserbündel wird mit dem Begriff Spaltlinien bezeichnet. Wunden in der Richtung der Spaltlinien klaffen weniger als quer verlaufende. Diese Tatsache versucht der Chirurg auszunutzen, in dem er seine Schnitte entlang der Spaltlinien platziert.
Stratum papillare
Das an Kapillaren reiche Gewebe, welches in den Jugendjahren am stärksten ausgebildet ist, bedingt auch die Faltung der dermal-epidermalen Übergangszone (D-E junction). Die Übergangszone dient mechanisch zur besseren Fixierung der beiden Schichten. Bei venösen Rückstromdefekten tauchen vergrößerte Venen, sogenannte Besenreiser auf.
Im Stratum papillare sitzen auch die meisten sensorischen Zellen der Haut. Die Zellzwischenräume sind weit und mit einer geleeartigen Flüssigkeit (Interstitium) gefüllt, die durch das hier beginnende Lymphgefäßsystem drainiert wird. Unterschiedliche Zellen können sich in diesem Gewebe einigermaßen frei bewegen. Es sind vor allem Abwehrzellen, wie Makrophagen,Lymphozyten, Plasmazellen, Mastzellen, Granulozyten und Monozyten aber auch Bindegewebe-bildende Zellen (Fibroblasten) zu finden.
Zwischen Lederhaut und Oberhaut verläuft eine wellenförmige bis zapfenförmige Grenze, der sogenannte Papillarkörper. Durch die vielfachen Einstülpungen der Lederhaut in die Unterseite der Oberhaut kommt es zu einer großen Oberfläche und damit festen mechanischen Verbindung beider Schichten und zu einer erleichterten Abgabe von Nährstoffen an die Oberhaut.
Der Papillarkörper hat in behaarten Hautabschnitten relativ flache Papillen, da auch die Haare an der Verankerung der Oberhaut mitwirken.
Stratum reticulare / texticulare
Im Stratum reticulare (Netzschicht) befindet sich straffes, geflechtartiges Bindegewebe mit Kollagenfasern (Typ I) und begleitend elastische Fasern. Der Flüssigkeitsanteil in dieser Schicht bestimmt die Straffheit der Haut.
Subkutis
Die Subkutis (lat. Subcutis, dt. Unterhaut; auch Subdermis, Hypoderm, Tela subcutanea oder Subkutangewebe) ist jenes unter der Haut (lat. Cutis) liegende, meist lockere Bindegewebe, das über Scheidewände (Retinacula, Septen) die Haut mit den darunterliegenden Strukturen (Knochenhaut und Faszien) verbindet, sodass die Subkutis in erster Linie als Verschiebeschicht zu gelten hat. Zwischen den Bindegewebssepten liegendes Fettgewebe dient als Wärmeisolator und Energiespeicher (Depotfett). Dessen Verteilung und Ausdehnung ist geschlechts- und ernährungsabhängig. Im Bereich der Fußsohle hilft es als Baufett beim Gehen das Körpergewicht aufzufangen und gleichmäßig zu verteilen.
Die Subkutis wird von den die Haut versorgenden Blutgefäßen und Nerven durchzogen. Hautanhangsgebilde wie Haarwurzeln undDrüsen, die eigentlich Bestandteile der Dermis sind, können in die Subkutis hineinragen. Die Vater-Pacini-Körperchen (oder einfach Pacini-Körperchen) liegen hauptsächlich in der Subkutis der Handflächen und Fußsohlen. Glatte Muskelzellen finden sich im Bereich des Hodensacks, der großen Schamlippen und der Brustwarzen.
Details
Diese Fettschicht kann mehrere Zentimeter dick werden. Je nach Körperregion und Geschlecht, kann die Fettmenge recht groß werden, was zu kosmetischen „Problemzonen“ Bauch, Gesäß, Hüften, Oberschenkel führen kann. Die Fettabsaugung gehört zu den weltweit am häufigsten durchgeführten Schönheitsoperationen.
Bei Männern wird Fett in größeren Mengen vor allem im Bauchbereich, allerdings nicht als subkutanes, sondern hauptsächlich als viszerales Fett, bei Frauen als Subkutanfett, vor allem um Gesäß und Hüften, eingelagert. Die Masse und Form der Gesäßbacken wird beim Menschen vor allem von der Menge des subkutanen Fettes bestimmt. Ebenso wird die Größe derweiblichen Brust im Wesentlichen durch die Menge des subkutanen Fettgewebes und nicht durch die Größe des Brustdrüsenkörpers bestimmt.
Auf Schädigungen unterschiedlichster Art, so durch Enzyme, Entzündungen, thermische oder mechanische Verletzungen, reagiert die Subkutis mit einem Untergang der betroffenen Fettzellen, wodurch Fettsäuren freigesetzt werden, die für sich wieder einen Entzündungsreiz darstellen. Dies kann schließlich zu einer Lipogranulomatose und einer Sklerosierung führen, was sich klinisch als Pannikulitis äußert.
Epithel
Die verschiedenen Epithelarten
Das Epithel epiˈteːl (gr. ἐπί epí „auf, über“ und θάλλω thállo „sprießen, reichlich vorhanden sein“) ist einebiologisch-medizinische Sammelbezeichnung für Deckgewebe und Drüsengewebe. Das Epithel ist neben Muskel-, Nerven- undBindegewebe eine der vier Grundgewebearten.
Es handelt sich um ein- oder mehrlagige Zellschichten, die alle inneren und äußeren Körperoberflächen der vielzelligen tierischen Organismen bedecken (Ausnahme: Gelenkkapseln und Schleimbeutel des Bewegungsapparates). Die Zellen liegen dicht beieinander und sind reich an Zellkontakten. Demzufolge besitzt das Gewebe nur kleine Interzellularräume mit entsprechend wenig Interzellularsubstanz.
Epithelien sind durch die Basalmembran klar vom Bindegewebe getrennt und enthalten keine Blutgefäße. Eine weitere allen Epithelzellen gemeinsame Eigenschaft ist ihre Polarität: es kann eine äußere, apikale Seite, die dem Äußeren (z. B. bei der Haut) oder dem Lumen (z. B. beim Darm oder Drüsen) zugewandt ist, und eine basale Seite, die über eine Basallamina mit dem darunterliegenden Gewebe verbunden ist, unterschieden werden. Die Polarität von Epithelzellen ist zudem durch strukturelle und funktionelle Unterschiede von apikaler und basaler Membran der Epithelzellen geprägt. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer apikalen und basolateralen Domäne.
Des Weiteren besitzen Epithelzellen einen Haftkomplex (Schlussleistenkomplex) bestehend aus Zonula occludens (Tight junction), Zonula adhaerens (Adhaerens junction) und Desmosom(Macula adhaerens), der zum einen eine physikochemische Barriere darstellt und zum anderen angrenzende Epithelzellen miteinander verbindet.
Epithelien sind auf vielfältige Weise und je nach Organ spezifisch differenziert. Zunächst kann man Oberflächenepithelien und Drüsenepithelien unterscheiden. Erstere haben vor allem Schutzfunktion (z. B. die Haut), können Stoffe aufnehmen (Resorption, z. B. Darmschleimhaut) und bilden eine Barriere, die das jeweilige Organ von der Umgebung abgrenzt (vor allem durch die bereits erwähnten Zellkontakte, den Tight junctions). Drüsenepithelien bestimmen die Funktion aller Drüsen (Sekretion, Exkretion) und produzieren Sekrete aller Art (unter anderem Speicheldrüse,Schweißdrüse, oder auch in der Darmschleimhaut).
Mit Hilfe der Emperipolesis durchdringen andere Zellen die Epithelien.
Einteilung der Epithelien
Für die Unterscheidung der zahlreichen Epitheltypen hat es sich bewährt, zwei Merkmale hervorzuheben:
1. die Zahl der Zellschichten im Epithel
2. die Form der Zellen in der oberflächlichen Zellschicht
Demnach unterscheidet man:
Einschichtige Epithelien
Einfache Epithelien
• einschichtiges Plattenepithel: Solche Epithelien dienen vor allem der glatten Auskleidung innerer Oberflächen. Da sie sehr dünn sind, ermöglichen einschichtige Plattenepithelien einen Stoffaustausch (z. B. Gasaustausch in den Lungenbläschen). Beispiele:
• Endothel (epitheliale Auskleidung der Blut- und Lymphgefäße)
• Mesothel (Pleura-, Perikard-, Peritonealepithel (seröse Häute)
• einschichtiges isoprismatisches Epithel (auch kubisches Epithel): Die Epithelzellen habeahezu würfelförmige Gestalt. Diese größeren Zellen sind stoffwechselmäßig aktiv und übernehmen aktive Transportaufgaben im Sinne einer Sekretion/Resorption. Beispiele:
• Nierentubuli
• Glandula submandibularis (Speicheldrüsen)
• Gallengänge
• Eierstock Epithel
• einschichtiges hochprismatisches Epithel („Zylinderepithel“ oder auch „Säulenepithel“): Längliche, säulenförmige Zellen übernehmen mit regem Stoffwechsel Barriere- und Transportfunktionen. Beispiele:
• Magenschleimhaut
• Darmschleimhaut
• Eileiter
• Gallenblase
Mehrreihige Epithelien
Auch das mehrreihige Epithel ist noch einschichtig, alle Zellen sind wie beim einschichtigen Epithel auf der Basallamina verankert, aber nicht alle erreichen das Lumen. Hochprismatische Zellen erfüllen die eigentliche Funktion, während kleine Basalzellen als Reserve für untergegangene Zellen bereitstehen. Die Zellkerne liegen so in unterschiedlicher Höhe und bilden dadurch scheinbare Schichten (Reihen).
• Flimmerepithel in der Luftröhre und den übrigen Luftwegen bis einschließlich der Segmentbronchien.
• Samenleiter
• Nebenhodengänge
• Ohrtrompete
Mehrschichtige Epithelien
Im mehrschichtigen Epithel liegen viele (mehr als zehn) Zellschichten übereinander. Es lässt sich grundsätzlich eine Dreiteilung vornehmen: In der basalen Schicht, die an der Basallamina verankert ist, finden Zellteilungen statt. Die Zellen steigen auf und differenzieren in einer Mittel- oder Intermediärschicht auf spezifische Weise. Schließlich erreichen sie die Oberflächen- oder Superfizialschicht.
• mehrschichtiges Plattenepithel: Dieses Epithel ist von großer Bedeutung und findet sich überall dort, wo die mechanische Belastung groß ist. Zytoskelett und Zellkontakte sind auf diese Belastung abgestimmt. In Regionen, die ständig befeuchtet sind, bleibt das mehrschichtige Plattenepithel unverhornt, wo es der Luft ausgesetzt ist, verhornt es.
• mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel:
• Mundhöhle, Speiseröhre, Analkanal
• Vagina
• Hornhaut und Bindehaut des Auges
• in der männlichen Harnröhre kurz vor der äußeren Mündung
• mehrschichtiges verhorntes Plattenepithel: Als weitere Schutzfunktion kommt hier noch das Absterben und Verhornen der äußeren Zellschichten hinzu. Die Zellen sind massiv mitDesmosomen untereinander und mit Hemidesmosomen in der Basallamina verankert:
• beim Menschen ist die Epidermis das einzige verhornende Plattenepithel
• bei Wiederkäuern kommt es auch in Netzmagen, Blättermagen und Pansen vor
• mehrschichtiges hochprismatisches Epithel: Diese weniger häufige Epithelform ist vom wesentlich bedeutenderen mehrreihigen hochprismatischen Epithel zu unterscheiden. Sie kommt nur an drei Stellen des menschlichen Körpers vor:
• in der männlichen Harnröhre in ihrem Verlauf von der Prostata bis kurz vor der äußeren Mündung
• in Hauptausführungsgängen der großen Speicheldrüsen (zweischichtig)
• im Fornix conjunctivae, einer Reservefalte der Bindehaut
• zweischichtiges isoprismatisches Epithel: Diese Epithelform findet sich in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen. Auch der Ziliarkörper ist von einem solchen Epithel bedeckt, das allerdings Teil der Netzhaut ist.
• mehrschichtiges isoprismatisches Epithel: Ovarialfollikel, die das Stadium des Sekundärfollikels erreicht haben, besitzen ein solches Epithel.
Übergangsepithel („Urothel“)
Als Übergangsepithel („Urothel“) wird ein spezielles, je nach Blasenfüllung (respektive Dehnung des Urothels) mehrreihig bis mehrschichtiges Epithel der Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter,Harnblase) bezeichnet. Hierbei sind besonders die Deck-/ Schirm-/ umbrella cells von großer Bedeutung. Sie bilden die sogenannte Crusta, welche die Aufgabe des Harnsäureschutzes haben. Im Gegensatz zum Plattenepithel zeigt sich die obere Zellschicht eher kubisch.
Funktionen der Epithelien
Schutzfunktion
Das Epithel erfüllt im Grunde zwei verschiedene Schutzfunktionen: Zum einen der rein mechanische Schutz vor allem durch die mehrschichtigen Epithelien. So muss die Epidermis der Haut ausreichende Reißfestigkeit besitzen und darf sich nicht vom darunterliegenden Bindegewebe ablösen. Zum anderen muss das Epithel die inneren Körperöffnungen abdichten: Magen- und Darminhalt müssen kontrolliert verwertet werden (hochprismatisches Epithel), der Urin muss in Blase und Harnleiter bleiben (Übergangsepithel), die Blut-Hirn-Schranke muss gewahrt bleiben (Kapillarendothel). Natürlich müssen auch hier mechanische Belastungen ausgehalten werden, entscheidend für die Abdichtung sind aber die Tight junctions, die in solchen Zellen vermehrt auftreten.
Resorption
Unter Resorption versteht man den Transport von genau bestimmten Stoffen von apikal nach basal. Das klassische Beispiel ist die Resorption von Nährstoffen in der Darmschleimhaut. Die apikalen Oberflächen sind häufig differenziert, so kann eine Epithelienzelle ihre Oberfläche beispielsweise durch die Ausbildung zahlreicher Mikroplicae (Einfaltungen) oder Mikrovilli vergrößern. Die genauen Mechanismen (Transport, Phagozytose, Pinozytose, Lysosomen) sind Gegenstand anderer Artikel.
Sekretion
Histologische Aufnahme der Schilddrüse eines Pferdes:
Follikel mit Kolloid (1), Follikelepithelzellen (2), Endothelzellen derKapillaren (3)
Sämtliche Sekretionsvorgänge des Körpers geschehen von den Drüsenepithelien aus. Dementsprechend gibt es hier eine große Vielfalt, von der einzelnen Becherzelle der Darmschleimhaut über die Schweißdrüsen der Haut bis hin zu ganzen Organen wie den Speicheldrüsenoder der Bauchspeicheldrüse. Drüsen sind Organe aus spezialisierten Epithelzellen; sie dienen der Sekretion. Man unterscheidet:
• exokrine Drüsen, die ihre Sekrete durch einen Ausführungsgang an die Oberfläche bringen. Sie scheiden an inneren oder äußeren Oberflächen aus (z. B. Tränendrüse, Speicheldrüse, Schweißdrüse), und
• endokrine Drüsen, die ihre Hormone direkt in die Blutbahn abgeben und keinen Ausführungsgang besitzen (z. B. Schilddrüse,Hypophyse).
Auch den Sekretionsweg kann man unterscheiden, also
• holokrin (Zelle zerfällt für die Sekretbildung, z. B. Talgdrüsen der Haut),
• apokrin (Vesikelabschnürung, z. B. laktierende Brustdrüse),
• merokrin (durch Exozytose) und
• ekkrin (durch Transporter),
wobei die letzteach der Zusammensetzung des Sekrets unterteilt werden in
• serös (dünnflüssig, eiweißhaltig, manchmal verdauungsenzymhaltig, enges Drüsenlumen, z. B. Ohrspeicheldrüse, Bauchspeicheldrüse),
• mukös (zähflüssig, schleimig; dient der Bildung von Transportschleim, weites Lumen, z. B. Brunner-Drüsen im Duodenum) und
• seromukös (gemischt – Sekret ist sowohl serös als auch mukös; dieser Fall ist der häufigste, z. B. Unterkieferspeicheldrüse).
Außerdem unterscheidet man intraepitheliale und extraepitheliale Drüsen:
• Intraepitheliale Drüsen sind ins Deckepithel eingebettete Einzelzellen (z. B. die schleimbildende Becherzelle des Darmes).
• Extraepitheliale Drüsen sind vielzellige Organe, die daher im Epithel selbst keinen Platz mehr haben und in die tieferen Gewebsschichten verlagert wurden. Sie bestehen ausDrüsenendstücken, die das Sekret bilden. Man unterscheidet tubulöse (schlauchförmige), alveoläre (blasenförmige) und azinöse (blasenförmig; jedoch dickere „Wand“ und kleineres Lumen) und Mischformen von extraepithelialen Drüsen. Schaltstelleehmen das Sekret aus den Endstücken auf und leiten es in die Streifenstücke/Sekretrohre (aus Zylinderepithel); viele Sekretrohre sammeln sich zu den Nebenausführungsgängen, die in den Hauptausführungsgang münden, der schließlich das Sekret auf eine Epitheloberfläche, z. B. die Darmschleimhaut, abgibt.
Sinnesfunktion
Ein Großteil der menschlichen Sinneszellen ist in epitheliale Zellverbände eingebettet. Diese Konstruktion bietet sich an, da Epithelien als oberflächliche Zelllageaturgemäß eine vermittelnde Position zwischen Innen und Außen einnehmen. Beispiele:
• Netzhaut (Retina) des Auges
• innere und äußere Haarzellen des Innenohrs, wobei im Fall der äußeren Haarzellen Sensorik und Längenänderung des Zellkörpers direkt gekoppelt sind
• Riechschleimhaut (Riechepithel) in der Nasenschleimhaut
• Geschmackszellen des Zungenrückens
• Merkel-Zellen (Mechanorezeptoren), sowie Schmerz- und Temperaturrezeptoren in der Epidermis
Transportfunktion
Manche Epithelien besitzen zusätzlich Flimmerhärchen auf ihrer Oberfläche, welche eine Transportfunktion haben. Sie können mit ihrem kräftigen Schlag Fremdkörper aus dem Organismus ausschleusen.
Haar
Ein Menschenhaar unter dem Mikroskop
Schematischer Querschnitt der menschlichen Haut mit einem Haar
Schnitt durch die Haarzwiebel
Haare (lat. pili, capillus, crinis, coma) sind lange Hornfäden. Sie bestehen im Wesentlichen aus Keratin. Haare in diesem Sinne kommeur beiSäugetieren vor, die alle auf ihrer Haut zumindest teilweise Haare tragen. Die Schleimhäute sind immer unbehaart. Mit wenigen Ausnahmen (Handflächen, Fingerinnenseiten, Fußsohlen, Brustwarzen, Lippenrot) ist die gesamte äußere Haut des Menschen behaart.
Tierhaare/Fell
Die Behaarung ist die charakteristische Körperbedeckung aller Säugetierarten und wird meist als Fell oder Pelz bezeichnet (mit Haut: Balg). Bei einigen Arten oder in bestimmten Lebensabschnitten und Körperregionen werden jedoch kaum Haare gebildet. Man unterscheidet bei Tieren Fellhaare (Capilli, als Leit- und Grannenhaare), Borstenhaare (Setae), Wollhaare (Pili lanei) und Langhaare. Außerdem besitzen viele Säugetiere Vibrissen (Tasthaare). Daneben treten weitergebildete, verhornte Haare als Stacheln (z. B. beim Igel) auf.
Das Haarorgan
Aufbau
Das Haar ist grob in drei Schichten aufgebaut: Cuticula, Cortex und Medulla.
Die äußerste Schicht, Cuticula oder Schuppenschicht genannt, besteht aus flachen, übereinandergreifenden, verhornten, abgestorbenen Zellen, ähnlich zur Haarspitze orientiert wie bei einem Tannenzapfen. Sie besteht aus sechs bis zehn solcher Zelllagen. Die Schuppenschicht zeigt den Gesundheitszustand des Haares an. Beim gesunden Haar liegt die Schuppenschicht flach an und ergibt so eine glatte, durchscheinende Oberfläche. Das Licht wird optimal reflektiert und ergibt so den gesunden Glanz des Haares. Alkalisches Milieu öffnet die Schuppen, saure Umgebung verschließt sie.
Der Cortex („Rinde“) – auch Faserschicht oder Faserstamm genannt – macht ca. 80 % des Haaranteils aus. Hier spielen sich alle für den Friseur relevanten chemischen Prozesse ab. Der Cortex besteht aus Faserbündeln, die aus einer großen Zahl feinster Keratinfasern, den Fibrillen, bestehen. Diese entstehen vermutlich dadurch, dass sich Cortexzellen aneinanderlagern. Die Verbindung zwischen den beiden Zellen wird durch den Zellmembrankomplex hergestellt, den man sich als eine Art Kittsubstanz vorstellen kann. Die Reißfestigkeit und Elastizität des Haares sind auf diese Verkittung zurückzuführen.
In wenigen Fällen, und dann auch nur bei dicken Haaren, fällt eine starke Auflockerung der Faserstruktur im Zentrum des Haares auf. In seiner Längsrichtung zeigt sich eine kanalförmig verlaufende, je nach Haardicke unterschiedlich breit auftretende und unregelmäßig angeordnete Masse. Die im Faserstamm sonst so geordnete Struktur fehlt hier. Teilweise sind Hohlräume zu erkennen. Diesen Bereich des Haares nennt man Markkanal oder einfach Mark (Medulla). Für die berufliche Arbeit des Friseurs am, im und mit dem Haar hat das Mark keinerlei Bedeutung.
Haarwurzel
Im unteren Bereich der Lederhaut entsteht das Haar an der Haarpapille. Im Bildungsbereich, der Matrix, lagern zahlreiche Melanozyten, die ihre Pigmente an das entstehende Haar abgeben. Die keratinreichen Hornzellen wanderach oben und bilden dabei den Haarschaft, der sich innerhalb des Follikels zur Hautoberfläche schiebt.
Haarfollikel (Haarbalg)
Der Haarschaft liegt in einer länglichen Einstülpung der Oberhaut, dem Haarfollikel oder Haarbalg, an dessen unteren Ende das Haar in der Haarwurzel gebildet wird. In den Follikel mündet eineTalgdrüse, teilweise auch eine Duftdrüse.
Der Haarfollikel ist seiner Länge nach von einer inneren und einer äußeren epithelialen Haarwurzelscheide umgeben.
Die äußere Haarwurzelscheide kann als Fortsetzung des Stratum basale epithelii (= Stratum germinativum epithelii) in den Haartrichter aufgefasst werden. Unter dem Haartrichter versteht man die trichterförmige Einsenkung der Haut an der Stelle, an der die Haarwurzel (Radix pili) in den Haarschaft (Scapus) übergeht (den Ort also, wo das Haar aus der Haut austritt). Daraus folgt, dass die äußere Haarwurzelscheide bloß den in der Haut verlaufenden Teil des Haares, die Haarwurzel also, umgibt, respektive bildet sie (innerhalb der Haut) eine Hülle um die innere Haarwurzelscheide.
Die innere Haarwurzelscheide umgibt sowohl die Haarwurzel als auch den Haarschaft (den Teil des Haares also, der aus der Haut herausschaut) und stammt von am äußeren Rand des Haares gelegenen Matrixzellen ab. Sie lässt sich weiter untergliedern in:
• Henle-Schicht (äußerste Schicht)
• Huxley-Schicht (mittlere Schicht)
• Kutikula (innerster, der Haarwurzel, respektive der Wurzelrinde anliegender Teil der inneren Haarwurzelscheide)
Die Zellen der inneren Haarwurzelscheide verhornen und beteiligen sich am Aufbau des fertigen Haares.
Am äußeren Rand setzt, außer bei Primärhaaren (Deck- und Fellhaare), der aus glatter Muskulatur bestehende kleine Haaraufrichtemuskel (Musculus arrector pili, auch Haarbalgmuskel oderPilomotor) an. Er richtet das Haar bei Kälte oder psychischen Einflüssen wie Erregung und Wut auf. Beim Menscheennt man die durch das Aufrichten der Haare (Piloerektion) entstehende Hautstruktur auch Gänsehaut.
Schließlich umwickeln einige Nervenfasern den Follikel und erfüllen als Haarfollikelrezeptoren Tastfunktionen.
Haarfollikel sind bei Mensch und Tier von Haarbalgmilben besiedelt.
Feinaufbau des Cortex
Der Cortex (Faserstamm) besteht aus langgestreckten, ca. 5 µm dicken Cortexzellen. In den Cortexzellen sind 20–30 Makrofibrillen eingelagert, die den Haaren die Festigkeit geben. Eine Makrofibrille (Durchmesser 300 nm) enthält Hunderte von Mikrofibrillen (Durchmesser 7–10 nm), diese wiederum Protofibrillen, bestehend aus helixförmigen Keratin-Molekülen. Die Fasern sind untereinander über Schwefelbrücken verbunden und mechanisch miteinander verdrillt. Die Cortexzellen sind in eine Art Kitt eingebettet (isotropes Keratin).
Chemie des Haars
Die am Aufbau der Haare beteiligten Substanzen bestehen hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff (50 %), Sauerstoff (23 %), Stickstoff (17 %), Wasserstoff (6 %) und Schwefel (4 %). Unter normalen Bedingungen hat menschliches Haar einen Wasseranteil von 10 %, der seine mechanischen Eigenschaften erheblich beeinflusst. Je nach Feuchtigkeit der umgebenden Luft kann der Wasseranteil über Diffusion von Wasserdampf auf über 30 % ansteigen. Andererseits wirkt Haar wasserabstoßend, weil insbesondere auch die äußere Cuticula Lipide, wie Fette, Fettsäuren,Sphingolipide (Ceramide, Sphingomyeline, Cerebroside und Ganglioside) und Steroide wie Cholesterol und seine Derivate (v. a. Cholesterolsulfat), enthält.
Der Cortex, also der Hauptteil des Haares, besteht im Wesentlichen aus natürlichen Polymeren: 90 Prozent des Trockengewichtes sind Proteine (Eiweiße), die als Keratine bezeichnet werden. Die Konformation ist überwiegend helikal (Peptid-Spirale). Die Haarproteine werden durch kovalente Disulfidbrücken zwischen Cysteinresten zusammengehalten, aber auch durch schwächereDipol-Dipol-Wechselwirkungen, wie Wasserstoffbrückenbindungen und van-der-Waals-Kräfte. Die Keratine bilden dabei Filamente, die sich wiederum zu Makrofibrillen zusammenlagern.
Keratin ist sehr haltbar – in ägyptischen Gräbern wurde nahezu intaktes Haar gefunden. Eine Veränderung des Cystein-Anteils führt zu einer Änderung der Steifigkeit des Haares. Im Keratin spielen sich alle chemisch relevanten Prozesse für die Frisur ab. Die Disulfidbrücken sind z. B. durch Dauerwellprodukte wie Thioglycolat lösbar, wodurch die Vernetzung vorübergehend aufgehoben wird. Wasserstoffbrücken im Keratin werden dagegen leicht gelockert und ermöglichen eine Umformung des Haares, beispielsweise durch Föhnen, Eindrehen oder durch Anfeuchten und in Form Trocknen.
Melanine sind für die Haarfarbe verantwortlich. Eumelanin bestimmt dabei Töne von braun bis schwarz. Phäomelanin ist für blonde bis rote Haare farbbestimmend. Das Dilute-Gen ist für graue bis isabellfarbene Haarfarben verantwortlich. Bei Menschen mit Albinismus sind die Haare aufgrund des Fehlens von Melaninen weiß bis hellblond. Der UV-Anteil im Sonnenlicht kann, insbesondere bei Einwirkung von Salzen (z. B. im Meerwasser) und Sauerstoff, das Melanin bleichen. Ähnliche Farbtöne werden beim Blondieren mit Wasserstoffperoxid erzielt. Bei einer Ausbleichung oder einer Blondierung verändert sich jedoch auch die Struktur des Haars.
Deutsche und britische Forscher veröffentlichten im März 2009 eine Studie, in der sie feststellten, dass die Graufärbung von Haaren im Alter Folge eines geringeren Abbaus vonWasserstoffperoxid in den Haaren ist.
Im Haar sind außerdem hochmolekulare Nucleinsäuren (DNA) enthalten, die bei der Haarbildung nicht vollständig abgebaut wurden. Die isolierte DNA kann für den DNA-Test zur Identifizierung von Individuen oder für die Bestimmung von Verwandtschaftsgraden herangezogen werden.
Daneben enthalten Haare eine große Anzahl von Spurenelementen und auch Medikamentenrückstände. Einige Stoffe sind dabei durch Umwelteinflüsse bestimmt oder durch unterschiedliche Ernährung und Lebensweise variabel.
Haararten und ihre Lage beim Menschen
Man kann drei Haarsorten unterscheiden:
• Lanugohaar
• Vellushaar
• Terminalhaar
Zahlen für Haare beim Menschen
Wachstumsrate und Haardicke sowie die Anzahl der Haare sind genetische Faktoren, die bei jeder Person unterschiedlich sein können. Dennoch schwankt die Anzahl der Haare je nachHaarfarbe innerhalb bestimmter Bereiche. So haben Blonde durchschnittlich 150.000, Schwarzhaarige 110.000, Brünette 100.000 und Rothaarige 75.000 Haare.
• Anzahl der Kopfhaare: ca. 0–150.000
• Haardichte: ca. 200 Haare/cm²
• täglicher Haarverlust: ca. 60–100 Stück
• Wachstumsrate: ca. 0,33 mm/Tag, mithin etwa 1 cm/Monat
• Haardicke:
• Zugfestigkeit: ca. 200 N/mm²
• Elastizitätsmodul: 3000 MPa
• Lebensdauer der Haarwurzel: ca. 6–8 Jahre
Haare wachsen ständig. Dagegen beruht das scheinbare Wachstum der Barthaare bei kürzlich Verstorbenen auf der Schrumpfung der Haut durch Wasserverlust.
Haarformen
Verschiedene Haarformen
Die Art der Haarausbildung (glatt, gewellt, gelockt) hängt maßgeblich von der Haarform, also dem Haarquerschnitt, ab. Haare von Ostasiaten haben einen runden Querschnitt, wodurch sie meist sehr glatt sind. Der europäische Typ weist zumeist einen runden bis ovalen Querschnitt auf, wodurch die Haare glatt sind oder zur Bildung von Lockeeigen. Afrikaner haben dagegen Haare mit stark elliptischem Querschnitt. Darum bilden ihre Haare meist sehr starke, kleine Locken.
Haarwachstum
Haare wachsen in Zyklen, ein Haarfollikel durchläuft dabei mehrere Phasen, die als Haarzyklus bezeichnet werden. Kopfhaare wachsen pro Tag 0,3 bis
Die verbreitete Annahme, Körperhaare (Barthaare, Beinhaare) würden durch regelmäßiges Rasieren schneller oder vermehrt wachsen, ist falsch.
Haarzyklus
• Anagenphase: In dieser Wachstumsphase bildet sich eine neue Haarwurzel, und die Produktion eines Haares beginnt. Die Anagenphase dauert beim menschlichen Kopfhaar ca. zwei bis sechs Jahre, abhängig von Alter, Geschlecht und spezifischer Stelle. Etwa 85–90 % der Haare auf der Kopfhaut befinden sich in dieser Phase. Haare in der Anagenphase nennt man „Papillarhaare“.
• Katagenphase: In dieser etwa 2 bis 3 Wochen dauernden Übergangsphase stellt die Matrix ihre Zellproduktion ein und der Haarfollikel verengt sich im unteren Bereich. Das Haar löst sich von der Papille und verkümmert. Der Haarfollikel verkürzt sich. In dieser Phase befinden sich ca. 1 % aller Haare, die dann als „Beethaare“ bezeichnet werden.
• Telogenphase: Mit dieser Endphase, in der sich bis zu 18 % der Kopfbehaarung befindet, erneuert sich die Haarpapille und der Haarfollikel regeneriert sich. Die Matrix entsteht wieder und beginnt mit der Zellteilung, wodurch eieues Haar entsteht. Dieser Abschnitt des Haarzyklus dauert 2 bis 4 Monate. Die Haare in der Telogenphase nennt man „Kolbenhaar“.
Trichogramm
Bei Verdacht auf strukturelle Schäden der Haare oder zur Abklärung eines Haarausfalls wird ein Trichogramm angelegt. Dazu werden mit einer Pinzette 50 bis 100 Haare ausgezupft (nachdem drei Tage lang nicht gewaschen und nur vorsichtig gekämmt wurde). Unter dem Mikroskop werden anschließend die Haarwurzeln beurteilt und den einzelnen Wachstumsphasen zugeordnet. Normalwerte: Anagenhaare 85 Prozent, Katagenhaare 1 %, Telogenhaare 13 %. Der Rest entfällt auf defekte Haare. Seit einigen Jahren wird häufig anstelle des Trichogramms ein Computertrichogramm durchgeführt. Dabei werden in einem kleinen Areal die Haare gekürzt und nach zwei Tagen mit einer Kamera aufgenommen. Auf diese Weise kann der Anteil der Anagenhaare (gewachsene Haare) bestimmt werden, ohne die Haare auszuzupfen.
Entwicklung von Kopf- und Körperbehaarung
Der gesamte menschliche Körper ist bis auf wenige Ausnahmen von Haaren bedeckt. Zu unterscheiden sind das Kopfhaar, die Schambehaarung und die übrige Körperbehaarung, da sie in Bezug auf die Sensibilität auf Androgene jeweils anderen Entwicklungsmodalitäten folgen.
Bei Geburt kann Kopfhaar gebildet sein, welches allerdings häufig nicht bleibt. Das Kopfhaar wird danach bereits in der frühen Kindheit als Terminalhaar ausgebildet. Die Körperbehaarung besteht zunächst vollständig aus Vellushaar und entwickelt sich erst später, in der Pubertät, an bestimmten Stellen zu Terminalhaar. Ausnahmen bilden allerdings die Wimpern und Augenbrauen, die wie das Kopfhaar bereits vom Kindesalter als Terminalhaar vorhanden sind.
Mit der Pubertät beginnen in aller Regel auch Scham- und Achselbehaarung üppiger zu wachsen, beim Mann auch der Bart, später meist auch auf Brust und auf den Schultern.
Mit dem Alter, oft auch vorzeitig, vermindert sich das Wachstum des Haupthaares, vor allem vieler Männer. Umgekehrt nimmt das Haarwachstum an den Oberlippen von Frauen zu. Auch an Ohrläppchen, Füßen und Nase nimmt das Haarwachstum meist zu.
Haarkrankheiten
Haarkrankheiten können auf unterschiedlichste Ursachen zurückgeführt werden. Dazu gehören genetische, hormonelle oder Einflüsse der Umwelt.
• Alopezie (Haarausfall)
• Hypotrichose (Haarmangel)
• Hypertrichose (Überbehaarung)
• Monilethrix (brüchige Haare durch Haarveränderung)
• Trichorrhexis nodosa (knotig verdickte Stellen, brüchige Haare)
• Hirsutismus (männlicher Behaarungstyp bei Frauen)
• Albinismus (Farblosigkeit infolge Melaninmangels, mit weißem Haarkleid)
• Trichofollikulom (gutartiger Tumor der Haarfollikel)
• Pilomatrixom (gutartiger, verkalkender Hauttumor der Haarmatrix)
Labortiere mit genetisch bestimmten Haaranomalien werden zur molekularbiologischen Aufklärung gezüchtet (Nacktmäuse oder andere).
Aufgaben und Funktionen der Haare
Die Behaarung erfüllt mehrere Funktionen. Sie sorgt für eine Wärmedämmung bei kaltem Wetter und für einen Schutz vor besonders starker Sonnenbestrahlung.
• Lichtschutz: Haare absorbieren UV-Strahlung sowie Infrarotlicht (Wärmestrahlung) und schützen somit vor schädlichen Einflüssen des Sonnenlichts.
• Wärmedämmung: Sie verhindern ein zu rasches Abkühlen (Hypothermie) des Körpers.
• Feuchtigkeitsschutz gegen Regen und beim Schwimmen, in Kombination mit Einfetten (z. B. Bibergeil (Castoreum) des Bibers). Fehlende Talgdrüsen (z. B. bei Moschusochsen) machen die Tiere anfällig gegen Regen.
• Feuchtigkeitsregulierung: Die Haut ist mit Schweißdrüsen versehen. Überschüssige Feuchtigkeit wird von den Haaren absorbiert.
• Tarnung: Die Behaarung besitzt meist Farbpigmente und bestimmt das Aussehen eines Tieres. Bei einigen Tieren passt sich die Farbgebung der Jahreszeit an – sie ist beispielsweise im Winter heller. (siehe auch Mimikry)
• Imponier- und Drohfunktionen: Scheinbare Vergrößerung eines Tieres durch temporäres Aufrichten des Fells oder festgelegte Verteilung des Haarkleids (Mähnen, Reste der Schulterepauletten beim adulten männlichen Menschen)
• bessere Verbreitung von körpereigenen Duftstoffen, wie z.B. Pheromonen.
Für Albinos, insbesondere den Eisbären, wurde postuliert, dass die Haare als Lichtleiter die Strahlung auf die Haut leiten, diese These wurde jedoch widerlegt.
Epidermis (Wirbeltiere)
Als Epidermis (griech. epi über, darauf; derma Haut) bezeichnet man die Oberhaut bei Wirbeltieren. Sie bildet als äußerste Hautschicht die eigentliche Schutzhülle gegenüber der Umwelt. Von inneach außen unterscheidet man insgesamt fünf Epidermis-Schichten: Basalschicht (Stratum basale), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Körnerschicht (Stratum granulosum), Glanzschicht (Stratum lucidum) und Hornschicht (Stratum corneum). Die Epidermis besteht zu 90 Prozent aus Keratinozyten, die von Desmosomen zusammengehalten werden. In den äußeren Schichten besteht sie aus verhornten Plattenepithelzellen.
Stratum basale
Zellschichten menschlicher Epidermis
Das Stratum basale – die „Basalzellschicht“ – dient als einlagige innerste Zellschicht der Regeneration der Haut; hier findet dieZellteilung statt. Eine Tochterzelle beginnt ihre Wanderung zur Oberfläche, die andere verbleibt und teilt sich erneut. Die Nährstoffversorgung ist hier noch vergleichsweise gut, denn die Epidermis selbst enthält keine Blutgefäße. Die Abgrenzung zur darunter liegenden Lederhaut erfolgt wie bei allen Epithelien durch eine Basalmembran, die in der Felderhaut weitgehend flach verläuft, in der Leistenhaut aber stark durchPapillarkörper (Ausbuchtungen der Lederhaut) verformt wird, deren Dichte die Struktur der Hautleisten vorgibt.
Innerhalb der Basalzellschicht liegen spezielle Sinneszellen für Berührungsreize, die Merkel-Zellen. Zudem liegen hier Melanozyten, diepigmentbildenden Zellen.
Stratum spinosum
In dem auch als „Stachelzellschicht“ bezeichneten Stratum spinosum sind die Zellen durch Zytoplasmaausläufer mit Desmosomen verbunden. Hier beginnt bereits der als Keratinisierung bezeichnete, schrittweise Verhornungsprozess. Da die Zellen bei einer histologischen Verarbeitung schrumpfen, haben sie im Präparat ein stacheliges Aussehen. Im Stratum spinosum befinden sich zudem Abwehrzellen des lymphatischen Systems, die alsLangerhans-Zellen bezeichnet werden.
Stratum basale und Stratum spinosum werden zusammengefasst als Stratum germinativum (synonym: Keimschicht, Regenerationsschicht) bezeichnet.
Stratum granulosum
Mit fortschreitender Verhornung beginnt in dieser „Körnerzellschicht“ bereits der Abbau der Zellen, sie wandeln sich allmählich in leblose Keratinozyten um. Die äußere Form plattet sich allmählich ab und das Zellinnere wird mehr und mehr von Keratingranula dominiert. Der Zellkern ist nicht so gut abgrenzbar wie im Stratum spinosum.
Stratum lucidum
Das auch als „Glanzschicht“ benannte Stratum lucidum ist eine unter dem Mikroskop sehr einheitlich aussehende Zellschicht, die ausgeprägt nur an der Leistenhaut der Hände und Füße vorkommt. Sie hat die Aufgabe, eine Barriere gegen alle Formen von Eindringlingen in die Haut darzustellen. Sie besteht zum Großteil aus einer öligen Schicht mit geringerenBrechungsunterschieden (daher erscheint sie transparent). Hier verflüssigen sich Keratohyalingranula zu einer halbflüssigen, fett- und eiweißreichen, azidophilen Substanz, dem Eleidin. In derFelderhaut ist das Stratum lucidum kaum ausgebildet und daher auch nur als dünner andersfärbiger Zellstreifen unter dem beinahe unstrukturierten Stratum corneum zu erkennen. Es bildet hier die Übergangsschicht zur stark inhomogenen Körnerzellschicht.
Stratum corneum
Optische Kohärenztomografie der Fingerspitze (Leistenhaut). Gut sichtbares Stratum corneum. Obere sichtbare Grenzschicht: Stratum disjunctum, untere: Stratum lucidum (hier dunkel)
Der Übergang in das Stratum corneum, die äußerste Schicht der Epidermis, erfolgt abrupt. Die nun vollständig verhornten Korneozyten bilden jetzt als „Hornzellen“ die „Hornzellschicht“, die je nach Region zwischen 12 und 200 Zellschichten dick sein kann. Die Zellen dieser Epidermisschicht sind abgestorben und enthalten keine Zellorganellen mehr. Fette zwischen den Zellen bilden gemeinsam mit den Hornzellen eine wasserabweisende Schutzschicht.
Stratum disjunctum
Das Stratum disjunctum ist die oberste Schicht der Hornhaut; sie weist durch Lufteinlagerungen einen anderen Kontrast als das darunterliegende Material auf. Hier lösen sich die Hornzellen voneinander, indem sich die Kontakte zwischen den Zellen auflösen. Normalerweise erfolgt dieser Prozess unsichtbar für das menschliche Auge. Bei gestörter Koordination der Abschilferung lösen sich die Korneozyten in größeren Verbänden. Aggregationen ab 500 Zellen sind mit bloßem Auge sichtbare Hautschuppen.
Melanozyt
Melanozyt und Melanin.
Melanozyten (auch Melanocyten, Melanophoren, Ez. der Melanophor, die Melanophore) sind die Pigmentzellen der Haut und liegen dort in der Basalzellschicht der Epidermis und den Haarfollikeln. Sie synthetisieren Melanin und geben dieses in Form von so genannten Melanosomen an die umgebenden Keratinozyten ab. Melanin stellt einen wichtigen Schutz der Haut gegenüber derUltraviolettstrahlung dar. Melanin-produzierende Zellen bilden mit den umgebenden Keratinozyten eine so genannte Melanozyteneinheit.
Die Hautfarbe ist nicht durch eine Vermehrung der Melanozyten bedingt, sondern vielmehr durch ein längeres Verweilen der Melanosomen in den Keratinocyten.
Histologie
Die Melanozyten liegen in der Basalzellschicht (Stratum basale) direkt der Basalmembran auf und sind mit dieser über Hemidesmosomen verbunden. Melanozyten kommen in relativ geringer Anzahl vor und sind mit ihren Zytoplasma-Verzweigungen (Dendriten) mit etwa 5–8 Keratinozyten locker verbunden. Melanozyten sind Stoffwechsel-aktiv und haben zahlreiche Mitochondrien, ein ausgeprägtes raues endoplasmatisches Retikulum und einen großen Golgi-Apparat. Melanozyten finden sich auch in der Aderhaut des Auges, der Regenbogenhaut des Auges, derMundschleimhaut und an anderen Stellen. Hierbei ist zu beachten, dass diese speziellen Melanozyten keine Melanozyteneinheiten mit den umliegenden Zellen bilden und meist auch keine Melanosomen an ihre Umgebung abgeben. Immunhistochemisch sind Melanozyten S-100-positiv. Histochemisch färben sich Melanozyten bei Inkubation in DOPA-Lösung schwarz-braun (Melanin) an.
Embryologie
Die Melanozytenvorläufer (Melanoblasten) wandern während der Embryonalentwicklung von der Neuralleiste in die Haut ein. Melanozyten sind also Abkömmlinge des Neuroektoderms.
Melanin-Synthese und Verteilung
Die Bildung des Melanins, die so genannte Melanogenese, beginnt mit der Synthese des zunächst inaktiven Enzyms Tyrosinase. Dieses wird in das raue endoplasmatische Retikulum synthetisiert und sammelt sich im Golgi-Apparat an, der sie dann in Vesikel abschnürt. Die Aktivierung der Tyrosinase erfolgt über UV-Licht. Nach weiterer Reifung der Vesikel lassen sich Melanin und im Elektronenmikroskop kristalline Einschlüsse nachweisen. In diesem Stadium nennt man die Vesikel „Prämelanosomen“. In den Vesikeln reichert sich die Aminosäure Tyrosin an, welches durch die Tyrosinase in DOPA und über Zwischenschritte schließlich zu Melanin umgewandelt wird. Hierbei spielt auch das Protein Trp-1 eine Rolle. Nach der weiteren Reifung verliert das Prämelanosom seine Binnenstruktur und wird dann als „reifes Melanosom“ bezeichnet. Die reifen Melanosomen wandern in die Zytoplasma-Ausläufer der Melanozyten und werden an die umliegenden Zellen abgegeben. Die umliegenden Zelleehmen die Melanosomen direkt auf und lagern diese im eigenen Zytoplasma ein.
Regulation der Melanin-Synthese
• Ultraviolettstrahlung: Unter UV-Einwirkung kommt es zur Aktivierung der Melanozyten und es werden vermehrt Melanosomen abgegeben (Hautbräunung)
• MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon, Melanotropin): MSH führt ebenfalls zur Aktivierung der Melanozyten. Beim Morbus Addison wird unter anderem vermehrt MSH produziert, was sich in einer verstärkten Hautbräunung zeigt.
Erkrankungen
Eine Abnahme der Melanozyten oder eine verminderte Melaninsynthese führen zu einer Hypopigmentierung. Bei folgenden Erkrankungen spielen Melanozyten beziehungsweise Melanozyten-Vorläufer eine wichtige Rolle:
• Vitiligo
• Melanome (Hautmelanom, Aderhautmelanom, Bindehautmelanom)
• Dysplastischer Nävus
• Lentigo
• Hyperpigmentierung
• Nävuszellnävus
• Albinismus
• Leuzismus
• Scheckung
Die Haut
Allgemeines
Die Haut ist das größte Organ des Menschen. Abhängig von der Körpergröße und vom Körpergewicht beträgt ihre Oberfläche 1,5-
Während die Haut an Füßen und Handflächen als Leistenhaut bezeichnet wird, ist der übrige Körper von der so genannten Felderhaut bedeckt.
Zusammen mit den Hautanhangsgebilden wie Haaren, Nägeln, Schweiß- und Talgdrüsen prägt die Haut das genetisch bedingte einzigartige Erscheinungsbild des Menschen und erfüllt außerdem eine Vielzahl von Aufgaben:
• Schutzfunktion, Abschirmen des Körperinneren als mechanische, thermische und chemische Barriere
• Temperaturregulation durch Verengung oder Erweiterung der in der Haut befindlichen Blutgefäße
• Regulierung des Wasserhaushalts, zum Beispiel durch Abgabe von Flüssigkeit und Salzen (Schwitzen)
• Sinnesfunktion, zum Beispiel durch Wahrnehmung von thermischen Reizen, Berührungen, Schmerzen
• Immunfunktion, zum Beispiel im Rahmen von Infektionserkrankungen und Allergien
• Kommunikation, zum Beispiel durch Erröten oder Erblassen
Die Kenntnis des Feinbaus der Haut ist eine wichtige Voraussetzung, um ihre Funktion und ihre Erkrankungen verstehen zu können.
Aufbau
Die Haut besteht aus verschiedenen Schichten, die unterschiedliche Funktionen erfüllen. Man unterscheidet die Oberhaut, die Lederhaut und das darunter liegende Unterhautfettgewebe. Die sichtbare Leisten- und Felderstruktur der Hornhaut wird durch die fingerförmige Verzahnung von Oberhaut und Lederhaut verursacht.
Aufbau der Haut
1. Hornschicht
2. Oberhaut
3. Lederhaut
4. Unterhautfettgewebe
5. Haar
6. Haarwurzel
7. Haarbalgdrüse
8. Kältefühler
9. Wärmefühler
10. Tastkörper
11. Schmerzfaser
12. Schweißdrüse
13. Blutgefäße
Oberhaut, Lederhaut, Unterhaut
Jede Hautschicht erfüllt verschiedene Funktionen. Während die Unterhaut hauptsächlich als Fettspeicher fungiert, bildet die Oberhaut eine schützende Hornschicht. In der Lederhaut befinden sich wichtige Strukturen, welche unter anderem für den Tastsinn verantwortlich sind.
Oberhaut, Epidermis
Der äußerlich sichtbare Teil der Oberhaut (Epidermis) besteht aus einer Hornschicht, die von abgestorbenen Epithelzellen (Keratinozyten) gebildet wird. Durch Schuppung und Nachbildung wird diese Schicht laufend ersetzt. In den untersten Zelllagen werden regelmäßig neue Epithelzellen gebildet, welche innerhalb von 30 Tagen an die Oberfläche gelangen und schließlich als Hornschuppen abgestoßen werden.
An ihrer dünnsten Stelle hat die Oberhaut eine Dicke von
Regenerationsschicht, Stratum basale: Die Regenerationsschicht (Stratum basale) wird auch als Basalzellschicht bezeichnet. Hier erfolgt durch Zellteilung die Neubildung der Epithelzellen (Keratinozyten). Aus der Regenerationsschicht entsteht über mehrere Stufen der Degeneration laufend eine neue Hornschicht. Die Zellen sind durch Haftzonen (Desmosomen) fest miteinander verbunden. In der Regenerationsschicht sind Melanozyten, Merkelzellen, Langerhanszellen und T-Lymphozyten eingelagert. Die Melanozyten bilden das Pigment, welches für die Färbung der Haut verantwortlich ist. Die Merkelzellen sind mit Nervenfasern verbunden und vermitteln einen Teil des Tastsinns. Die Langerhanszellen und T-Lymphozyten gehören zum Immunsystem der Haut.
Stachelzellschicht, Stratum spinosum: In der Stachelzellschicht (Stratum spinosum) sind die Epithelzellen (Keratinozyten) durch bestimmte Strukturen, die Tonofibrillen, netzartig miteinander verbunden. In der Stachelzellschicht kann es bei Hauterkrankungen zu Wasseransammlungen und damit zur Blasenbildung kommen.
Körnerschicht, Stratum granulosum: Die in der Körnerschicht (Stratum granulosum) befindlichen Epithelzellen (Keratinozyten) enthalten zunehmend so genannte Keratohyalinkörner, welche die fortschreitende Verhornung bewirken.
Stark lichtbrechende Schicht, Stratum lucidum: Das Stratum lucidum ist nur an dickeren Teilen der Oberhaut vorhanden, beispielsweise an den Handflächen und Fußsohlen. Diese Schicht ist sehr schmal, Zellgrenzen oder Zellkerne sind nicht mehr zu erkennen.
Hornschicht, Stratum corneum: In der Hornschicht (Stratum corneum) verklumpen die aus den Epithelzellen hervorgegangenen Hornzellen mit Hornsubstanzen der Haut. Anschließend werden die Hornschuppen abgestoßen.
Lederhaut, Dermis
Die Lederhaut (Dermis) befindet sich zwischen Ober- und Unterhaut. Sie besteht aus einem dichten Netz elastischer und kollagener Fasern, das der Haut ihre Reißfestigkeit und reversible Verformbarkeit gibt. Aus der Lederhaut von tierischen Häuten wird beispielsweise Leder gewonnen. In der Lederhaut befinden sich Blut- und Lymphgefäße, Nerven, Zellen der Immunabwehr, Haarwurzeln und eine Vielzahl von Hautdrüsen sowie die Rezeptoren für den Tastsinn (Meißnersche Tastkörperchen).
Die Lederhaut ist in zwei Schichten unterteilt: die Papillarschicht (Stratum papillare), die an der Epidermis anliegt, und die Geflechtschicht (Stratum reticulare), welche unmittelbar an die Unterhaut angrenzt.
Unterhaut, Subcutis
Die Unterhaut (Subcutis) besteht aus lockerem Binde- und Fettgewebe und verbindet die Haut mit darunter liegenden Strukturen. Das Unterhautfettgewebe besteht aus einer festen Anzahl von Fettzellen. Diese enthalten abhängig vom Ernährungszustand unterschiedlich große Fetttropfen. Das Fett dient als Energiespeicher und Wärmeisolator. Die Unterhaut ermöglicht zudem die Verschiebbarkeit der Haut. Kommt es zur krankhaften Ansammlung von Wasser (Ödembildung), erfolgt die Flüssigkeitseinlagerung in dieser Schicht.
Die Haut (lat. cutis) ist flächenmäßig (jedoch nicht nach der realen Oberfläche; Darm bis
Aufbau der Haut
Die äußere Haut (Cutis) gliedert sich prinzipiell in 3 Hauptschichten:
• Oberhaut (Epidermis)
• Lederhaut (Dermis oder Corium)
• Unterhaut (Subcutis)
Epidermis (Oberhaut)
Die Epidermis oder “Oberhaut” gehört zu den Epithelgeweben, es handelt sich um ein mehrschichtiges verhornendes Plattenepithel, das üblicherweise zwischen 0,03 bis
Von Außeach Innen werden folgende Schichten unterschieden:
• Hornschicht (Stratum corneum)
• Leuchtschicht (Stratum lucidum)
• Körnerschicht (Stratum granulosum)
• Stachelzellschicht (Stratum spinosum)
• Basalschicht (Stratum basale).
Dermis (Corium, Lederhaut)
Die Dermis besteht vorwiegend aus Bindegewebsfasern und dient der Ernährung und Verankerung der Epidermis. Hier versorgt das fein kapillarisierte Blutgefäßsystem die Grenzzone zur Epidermis. Der Ursprung der Talg- und Schweißdrüsen findet sich in der unteren Lederhaut. Diese enthält die für die Temperaturregelung wichtige glatte Muskulatur und Blutgefäße.
Die Dermis wird in ein Stratum papillare (Papillenschicht, Zapfenschicht, Papillarkörper) und ein Stratum reticulare (Netzschicht) unterteilt.
Subcutis (Unterhaut)
Die Subcutis bildet die Unterlage für die darüberliegenden Hautschichten und enthält die größeren Blutgefäße und Nerven für die oberen Hautschichten, sowie das subkutane Fett und lockeres Bindegewebe. In der Unterhaut liegen Sinneszellen für starke Druckreize.
Hautanhangsgebilde
Optische Kohärenztomografie der Fingerspitze (Leistenhaut) in vivo mit Schweißdrüsenausgängen
Zu den sog. Hautanhangsgebilden der Haut gehören Haare mit ihren Talgdrüsen und dem Haarbalgmuskel (Musculus arrector pili), Nägel, Hörner und Schweißdrüsen, wobei letztere in ekkrine und apokrine Schweißdrüsen unterteilt werden. Nicht zuletzt ist auch die Milchdrüse eine modifizierte Hautdrüse.
Leistenhaut und Felderhaut
Betrachtet man die Haut genauer oder mit einer Lupe, so wird ein feines Relief sichtbar. Nach diesem wird die Haut in zwei Typen unterschieden.
Die Leistenhaut tritt an den Fingern, der Handinnenseite (palmar) und der Fußsohle (plantar) auf. Die Epidermis zeigt hier feine Papillarlinien (Hautleisten), die dadurch entstehen, weil sich die Lederhautpapillen in Längsreihen anordnen. Dabei ist jede Hautleiste von zwei Papillarkörperreihen unterlagert. Die Hautleisten bilden ein individuelles Muster aus verschiedenen geometrischen Figuren (Wirbel, Bogen, Schleife, Doppelschleife). Diese Muster werden bei der Daktyloskopie (Fingerabdruckerkennung) kriminaltechnisch als eine Form der biometrischen Daten genutzt. Die Leistenhaut enthält, außer vielen Schweißdrüsen, keine Hautanhangsgebilde.
Die übrigen Hautbereiche sind von der Felderhaut bedeckt. Hier zeigt die Oberfläche durch feine Furchen abgegrenzte rhombische Felder (Areolae cutaneae). Die Furchen entstehen an den papillenfreien Epidermisbereichen und verstreichen bei stärkerer Hautspannung. Sie dienen als Reservefalten, da die Oberhaut weniger dehnungsfähig ist als die Lederhaut. Die Größe der Hautfelder variiert je nach Körperregion. Die Felderhaut enthält sämtliche Hautanhangsgebilde und ist weniger als 1/10 mm dick. Am dünnsten ist sie im Bereich des Auges und der Geschlechtsorgane.
Teile der Haut und ihre Funktionen
• Haut: Schutz vor Wärmeverlust und Sonnenstrahlen, Aufnahme von Berührungsreizen
• Hornschicht: Schutz vor Verletzungen und Austrocknung
• Keimschicht: Nachbilden von Hautzellen
• Pigmentschicht: Schutz vor Verbrennungen durch Sonnenstrahlen
• Schweißpore: Schutz vor Überhitzung durch Verdunstung von Schweiß
• freie Nervenenden: Umwandlung von Berührungsreizen; Schmerzempfindung
• Lamellenkörperchen: Aufnahme von Druckreizen
• Schweißdrüse: Produktion von Schweiß
• Kältekörperchen: Aufnahme von Temperaturreizen “kalt”
• Wärmekörperchen: Aufnahme von Temperaturreizen “warm”
• Haarmuskel: ermöglicht z.B. das Aufrichten von Haaren
• Talgdrüse: Produktion von Talg (fett)
• Tastkörperchen: Aufnahme von Berührungsreizen
• Fetteinlagerung: Schutz vor Druck und Unterkühlung
• Blutgefäß: Versorgung der Haut mit Nährstoffen und Sauerstoff
Die Haut als Grenzorgan
Die Haut schützt den Organismus vor dem Eindringen von Erregern bzw. gasförmigen, flüssigen oder festen Fremdsubstanzen im weitesten Sinn, mechanischen Verletzungen, Strahlenschäden, aber auch vor Flüssigkeits- Elektrolyt- und Proteinverlusten, die bei schweren Verbrennungen der Haut lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Besiedelt wird sie von Bakterien und Pilzen, der sogenannten Hautflora.
Wärmehaushalt
Über die Haut kann der Körper seinen Wärmehaushalt regulieren. Einer Überhitzung wirkt die Haut mit den Schweißdrüsen entgegen. Durch die Schweißproduktion und die dadurch mögliche Verdunstung wird Wärme von den dicht unter der Haut verlaufenden Kapillargefäßen, die dazu weit geöffnet sind, abgeführt (siehe Schwitzen). Mit Hilfe des Unterhautfettgewebes und im geringeren Maße durch die der Behaarung wird Wärme zurückgehalten. Bei Kälte werden die Haut und das Unterhautfettgewebe nur noch gering durchblutet und beide wirken dadurch als Isolatorschicht. Die Haare können Aufgrund des geringen Haarkleides des Menscheur noch geringe Isolationsfunktion übernehmen. Dennoch kann man das Wirkprinzip eines Fellkleides noch gut beobachten. Bei der bei Kälte auftretenden Gänsehaut richtet der Musculus arrector pili das Haar auf. Eine geschlossene Behaarung ermöglicht hier einen wesentlich besseren Schutz vor Unterkühlung.
UV-Strahlungsschutz
Die Stärke der einfallenden UV-Strahlung auf der Erdoberfläche hängt von der Tageszeit, der geographischen Lage, der Jahreszeit, der Seehöhe, der jeweiligen Dicke der Ozonschicht, der Bewölkung und von vielen anderen örtlichen Parametern ab. Gegen die schädlichen Wirkungen der UV-Strahlung auf die Haut und der darunterliegenden Gewebe existieren folgende Schutzmechanismen:
• Das Haarkleid (Fell) der Säugetiere oder das Federkleid der Vögel ist ein sehr effektiver Schutz gegen UV-Strahlung, da es den größten Prozentsatz des UV absorbiert und reflektiert.
• Die Hornschicht (stratum corneum) absorbiert und reflektiert normalerweise ca. 10% der UVB- und ca. 50% der UVA- Strahlung, diese Zahlen gelten für die menschliche Haut. Auf Erhöhung der UV- Belastung reagiert die Haut mit einer Verdickung der Hornschicht; besonders stark ist diese nach Sonnenbränden ausgebildet („Lichtschwiele“) .
• Der Schutz der Haut durch Pigmentierung basiert auf der physikalischen Absorption von UV durch Farbstoffe (Pigmente). Viele Tiere besitzen eine Pigmentierung der Haut. Die veränderliche Pigmentierung der menschlichen Haut stellt im Tierreich jedoch (bislang) eine einzigartige Anpassungs- und Schutzmöglichkeit gegen UV-Strahlung dar. Es gibt kaum Tiere, deren Haut in der Lage ist, die Pigmentierung in einem solchen Maß zu verändern, wie dies beim Menschen möglich ist .
o Als so genannte „Sofortbräunung“ (engl. immediate pigment darkening) bezeichnet man eine kurzfristige, nur wenige Stunden anhaltende Bräunung der Haut nach einer UV- Belastung. Die Sofortbräunung beruht sowohl auf einer Änderung der chemischen Konformation der Melaninmoleküle, als auch auf einer Umverteilung der Pigmentkörperchen in der Epidermis, und besitzt fast keine Schutzwirkung gegen UV-Strahlung .
o Die (verzögerte) UV-Bräunung setzt erst ca. 72 Stundeach der UV-Belastung ein. Die Melanozyten der Haut reagieren auf UV-Einstrahlung mit der verstärkten Produktion und Abgabe von Eumelanin (oder Phäomelanin bei Menschen des Hauttyp 1), das der Haut einen braunen (Phäomelanin: rötlichen) Farbton gibt, und UV in hohem Maße absorbiert, wobei Phäomelanin wesentlich weniger UV absorbiert. Die ethnisch verschiedenen Hautfarben der Menschen resultieren aus den jeweiligen Hauttypen.
Die Haut als Stammzellenspeicher
Die Haut enthält wertvolle adulte Stammzellen die sich nach deeuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung zufolge in alle anderen Organgewebe (alle drei Keimblätter des menschlichen Organismus) weiterentwickeln können. Dies sind also wahrlich pluripotente Stammzellen. Darüberhinaus findet man in der Haut eine neue Sorte von Stammzellen, ABCB5 P-glycoprotein positive Stammzellen, die offensichtlich ein wesentlich höheres regeneratives Potential besitzen als alle bisher gefundene adulte Stammzellen. Die Haut nimmt somit eine entscheidende Schlüsselposition als Reservoir für Stammzellen ein. Damit bietet sich die Haut als ideale Quelle für pluripotente Stammzellen für innovative Therapien der regenerativen Medizin, an. Zukünftig werden adulte Stammzellen aus der Haut in den verschiedensten Bereichen der Stammzelltransplantation und dem Herstellen von Geweben aus adulten Stammzellen durch Tissue Engineering ihren Einsatz finden. Die Stammzellen aus dem Hautgewebe können bis in das fortgeschrittene Erwachsenenalter gewonnen und für eventuell notwendige medizinische Anwendungen ein Leben lang aufbewahrt werden. Stammzellen aus dem eigenen Hautgewebe haben gegenüber den bislang am häufigsten transplantierten Stammzellen aus dem Knochenmark, dem Nabelschnurblut oder dem peripheren Blut mehrere Vorteile:
• Die Haut enthält eine große Zahl an wertvollen Stammzellen
• Es existiert ein molekularer Marker der die Isolierung der Stammzellen für die klinische Anwendung ermöglicht
• Die Haut als Organ ist leicht zu erreichen
• Die Entnahme von einer kleinen Menge Hautgewebe ist einfach und risikolos
• Die Entnahme kann bis in das fortgeschrittene Erwachsenenalter problemlos vorgenommen werden.
Immunologisches System der Haut
Als antigenpräsentierende Zellen fungieren in der Haut die Langerhanszellen.
Die Haut als Kontakt- und Sinnesorgan
Die Haut stellt den sichtbaren Teil des menschlichen Körpers dar. Als solcher erfüllt die Haut eine Reihe kommunikativer Funktionen. Zur Reizaufnahme ist die Haut mit unterschiedlichen Typen von Rezeptoren ausgestattet:
• Schmerzrezeptoren: Sie liegen in der Lederhaut, ihre Dichte variiert je nach Körperregion (bis zu 200/cm2 Haut).
• Druckrezeptoren (Vater-Pacini-Körperchen): Sie dienen der Wahrnehmung von Druckempfindungen und liegen in der Unterhaut. Ihre Dichte beträgt bis zu 100/cm2.
• Thermorezeptoren (Krause-Körperchen und freie Nervenendigungen): Sie sind besonders dicht an Kinn, Nase, Ohrmuschel, Ohrläppchen (9 bis 12/cm2) und Lippen (> 15/cm2). Insgesamt besitzt die menschliche Haut ca. 250.000 Kälterezeptoren. Die Anzahl der Wärmerezeptoren beträgt nur etwa 1/10, sie arbeiten zudem deutlich langsamer als Kälterezeptoren.
• Dehnungsrezeptoren (Ruffini-Körperchen): Sie registrieren den Dehnungszustand der Haut und liegen in der Lederhaut (Stratum reticulare). Ihre Dichte beträgt bis zu 2/cm2 Haut.
• Tastrezeptoren (Meissner-Körperchen und Merkel-Zellen): Tastrezeptoren kommen in der unbehaarten Haut vor. Besonders dicht (Abstand: 1 bis
• Haarfollikelrezeptoren: Sie registrieren die Haarstellung (siehe auch Sinushaar).
Die psychogalvanische Hautreaktion gibt Rückschlüsse auf emotionale Vorgänge.
Die Haut als Repräsentationsorgan
Da die Haut stark das Erscheinungsbild des Menschen prägt, ist sie Hauptobjekt der Kosmetik. Natürliche Erscheinungen sind Sommersprossen, Leberflecken und Altersflecken. Künstlich verändert wird das Aussehen der Haut durch Tätowierungen, der afrikanischen Skarifizierung, Brandnarben oder der indischen Körperbemalung Mehndi. Außerdem ist die Haut Träger aller Arten von Körperschmuck.
Atopisches Ekzem
Das atopische Ekzem ist eine Hautkrankheit, deren Hauptsymptome rote, schuppende, manchmal auch nässende Ekzeme auf der Haut und ein oft quälender Juckreiz sind. Weitere geläufige Bezeichnungen sind Neurodermitis, atopische Dermatitis und endogenes Ekzem.
Die Neurodermitis gilt als nicht heilbar, ist aber behandelbar. Es kommen eine Vielzahl unterschiedlicher Therapien zum Einsatz, deren Wirksamkeit sich im jeweiligen Einzelfall erweisen muss.
Der Begriff Neurodermitis stammt aus dem 19. Jahrhundert. Damals ging man davon aus, dass die Ursache der Hauterkrankung eine Nervenentzündung ist. Später wurde diese Ansicht widerlegt, der Begriff ist jedoch geblieben. Heute wird aber eher von der atopischen Dermatitis bzw. vom atopischen Ekzem gesprochen. Der Name atopisches Ekzem macht deutlich, dass die Neurodermitis nur schwer einzugrenzen ist. Übersetzt bedeutet der Begriff lediglich „ohne klar ersichtlichen Grund krankhaft veränderte Haut nicht nur an typischen Stellen“. Entsprechend vielfältig sind die Erklärungsversuche der Wissenschaftler und Ärzte und auch das Erscheinungsbild der Erkrankung.
Epidemiologie
Sie tritt oft das erste Mal bei Kleinkindern auf, aber auch Jugendliche und Erwachsene könneoch an Neurodermitis erkranken ohne zuvor unter Ekzemen gelitten zu haben. Bei Säuglingen kann das Auftreten von Milchschorf ein frühes Symptom einer Neurodermitis sein. Jedoch erkrankeicht alle Kinder mit Milchschorf später an Neurodermitis.
Nach unterschiedlichen Angaben ist die Bereitschaft, eine atopische Dermatitis zu entwickeln, bei 5-20 % der Kinder und 1-3 % der Erwachsenen vorhanden. Bei 60 % der Patienten tritt die Erkrankung im ersten Lebensjahr auf. Bei den meisten betroffenen Kindern vermindern sich die Symptome mit dem Älterwerden und verschwinden mit Beginn der Pubertät. Von den ursprünglich Betroffenen sind im Erwachsenenalter etwa 70 % beschwerdefrei. Die Neurodermitis wird immer häufiger beobachtet. Ob es sich dabei jedoch tatsächlich um eine Zunahme des Auftretens der Krankheit handelt oder ob die Neurodermitis heute häufiger diagnostiziert wird, weil sich die Wahrnehmung der Betroffenen und die der Ärzte verändert hat, ist umstritten.
Symptome und Beschwerden
Die Symptome der Krankheit äußern sich bei jedem Betroffenen in unterschiedlicher Ausprägung und an verschiedenen Stellen. Die Erkrankung tritt meist in Schüben von unterschiedlicher Dauer und Stärke auf – häufig ohne direkt erkennbaren Grund. Genauso häufig enden sie, ohne dass man einen direkten Auslöser (z. B. eine bestimmte Behandlung) hierfür erkennen kann. Hierdurch entsteht oft eine große Unsicherheit über die letztlich erfolgreiche Behandlungsmethode. Neben den Hauterscheinungen sind Heuschnupfen oder Asthma bei Patienten mit Atopischen Ekzemen in einigen Fällen ebenfalls vorhanden.
Hautmerkmale und Juckreiz
Das Hauptproblem für die Betroffenen ist der starke Juckreiz. Da der Juckreiz zu den stärksten Reizen des Menschen gehört und dieser besonders nachts stark ist, kommt es oft zum Schlafdefizit. Bei Betroffenen tritt auch häufig eine starke psychische Belastung, aufgrund des Schlafdefizites, des Juckens und der daraus folgenden Wunden, auf. Dies führt häufig dazu, dass der Erkrankte sich zurückzieht (bei Kindern: “weinerliches” Verhalten).
Neurodermitis äußert sich insbesondere durch eine sehr empfindliche und trockene Haut, die oft auch gerötet ist. In Verbindung mit dem Juckreiz und dem starken Bedürfnis, auf diesen mit Kratzen zu reagieren, kann die Haut rissig werden. Dadurch entstehen Ekzeme, die oft nässend sind und den Juckreiz weiter verschlimmern. Typische Stellen für die betroffene Haut sind insbesondere die Armbeugen, die Kniekehlen sowie die Hals- und Gesichtspartie. Mit zunehmendem Alter “wandert” der betroffene Bereich oft in Richtung Extremitäten, so dass sich nach der Pubertät (Alter ca. 18-25 Jahre) die Ekzeme häufig auch oder ausschließlich an Händen und Füßen bilden.
Meist weisen weitere äußere Merkmale auf eine Neurodermitiserkrankung hin. Dazu gehören eine Vergröberung der Hautfaltung (Lichenifikation), eine Ausdünnung der Augenbrauen durch Scheuern oder Kratzen, eine doppelte Lidfalte (Dennie-Morgan-Falte). Charakteristisch ist außerdem die „paradoxe Gefäßreaktion“: Im Gegensatz zu gesunder Haut bilden sich beim Kratzeicht rote, sondern weiße Streifen auf der Haut (weißer Dermatographismus).
Allergien
Ein Großteil der Patienten mit Neurodermitis leiden zusätzlich unter Allergien, so z. B. besonders Staub aller Art (insbesondere Hausstaub mit darin enthaltenen Ausscheidungen der Hausstaubmilbe), Pollenunverträglichkeiten, Sonnenallergie oder Tierhaar – bzw. Federallergien. Allergien beeinflussen das Krankheitsbild der Neurodermitis meist negativ. Neurodermitis für sich betrachtet wird von der wissenschaftlichen Medizin zwar von den Allergien abgegrenzt, weist aber zum Teil ähnliche Symptome wie gängige Allergien auf. Die Haut eines Neurodermitikers ist sehr empfindlich gegenüber äußeren Einflüssen. Sowohl mechanische Reize als auch der Kontakt zu bestimmten Stoffen kann die Haut reizen, ohne dass eine Allergie vorhanden ist.
Infektionen
Die sehr empfindliche und oft rissige Haut eines Neurodermitisbetroffenen ist anfällig gegen Infektionen. So kann es im Zusammenhang mit dem Herpes simplex-Virus in seltenen Fällen zu einem Ekzema herpeticatum kommen, der Bläschenbildung auf den von Neurodermitis betroffenen Stellen, welches besonders beim ersten Kontakt mit dem Virus zu starker und schneller Verbreitung mit hohem Fieber kommen kann, was in vielen Fälleur in stationärer Behandlung mit Infusionen zu behandeln ist. Ein für die Haut von Neurodermitiskranken charakteristisches Phänomen ist die teils massive Besiedelung mit Staphylococcus aureus. Diese Bakterien führen durch Auslösung nässender Hautreaktionen zu verbesserten Milieubedingungen für Staphylokokken mit weiterem Bakterienwachstum und damit zu einer zunehmenden Verschlechterung des Hautzustandes durch eine wechselseitige Verstärkung beider Krankheitsprozesse, einem sogenannten Circulus vitiosus, ein sich selbst erhaltender Prozess.
Soziale Folgen
Zusätzlich zu den genannten Beschwerden leidet ein Teil der Patienten unter der Beeinträchtigung ihres Aussehens. Da der Ausschlag kosmetisch sehr störend sein kann, fühlen sich einige Betroffene sozial ausgegrenzt. Besonders bei Kindern kann es auch zu Hänseleien durch Mitschüler kommen. Der starke Juckreiz, das häufige Sich-kratzen-müssen und der Ausschlag können sogar zu einer sozialen Isolation führen, auch da andere Personen sich oft (fälschlicherweise) vor einer Ansteckungsgefahr fürchten oder von mangelnder Hygiene als Ursache der Erkrankung ausgehen. Auch sinkt oft das Selbstwertgefühl von Betroffenen. Kinder fühlen sich oft ausgegrenzt und anders als andere in ihrer Altersstufe und entwickeln sich schneller als die meisten ihrer Altersgenossen. Das lässt auf einen stark ausgeprägten Hang zum Alleinsein schließen.
Sozioökonomischer Status und Intelligenz
Es ist wissenschaftlich belegt, dass an atopischem Ekzem erkrankte Kinder überdurchschnittlich intelligent sind . Dies hängt möglicherweise damit zusammen, dass der bei atopischen Ekzemen oft erhöhte wichtige Neurotransmitter Histamieben vielen anderen Wirkungen auch für die Lernfähigkeit des Gedächtnis verantwortlich ist .
Studien aus Spanien, England und Deutschland in den Jahren 1998 bis 2003 belegten einen Zusammenhang zwischen einem hohen sozioökonomischen Status und dem gehäuften Auftreten des atopischen Ekzems. Die Datenlage ist aber nicht ausreichend, um eine Kausalität nachzuweisen.
Ursache
Die Ursachen der Neurodermitis sind bislang nicht eindeutig geklärt. Eine Reihe von Beobachtungen und Forschungsergebnissen sprechen für eine sogenannte multifaktorielle Pathogenese. Dies bedeutet, dass der Entstehung und Ausprägung der Erkrankung das Zusammenwirken von genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen zugrunde liegt.
Es wird davon ausgegangen, dass die Betroffenen aufgrund genetischer Veranlagung stärker auf bestimmte Einflüsse reagieren als andere. Dabei ist von einer sogenannten dominanten Vererbung der Genvarianten auszugehen, die das Erkrankungsrisiko erhöhen. Dies bedeutet, dass es mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer individuell verschiedenen Ausprägung der Erkrankung kommt, sofern von mindestens einem Elternteil entsprechende Erbanlagen vererbt werden.
Die Ursache der trockenen Haut besteht in der fehlerhaften Codierung eines Enzyms aufgrund eines Gendefektes. Um die Haut geschmeidig zu halten, produziert der gesunde Körper Hautfett. Dieses Hautfett besteht u.a. aus Gamma-Linolensäure. Um dies herzustellen, benötigt der Körper mit der Nahrung aufgenommene Linolsäure. Für die Umwandlung von Linolsäure in Gamma-Linolensäure wird das Enzym Delta-6-Desaturase benötigt. Bei Neurodermitikern ist die Aktivität dieses Enzyms möglicherweise verringert.
Eiach außen hin scheinbares Zurückgehen der Symptome bei manchen Patienten kann darauf zurückzuführen sein, dass der Gendefekt nur in einem Teil der etwa 2 Bio. Körperzellen vorliegt und somit auch die weniger oder nicht beschädigten Genvarianten zum Einsatz kommen können. Es ist bisher nur unvollständig geklärt, mit welchen Mechanismen die Proteinsynthese gesteuert wird, also wann und in welchem Ausmaß welche Gene gelesen und Proteine erstellt werden.
Es ist darüber hinaus stark davon auszugehen, dass bei der Neurodermitis als „Zivilisationskrankheit“ neben der beschriebenen genetischen Disposition vor allem auch eine Schadstoffbelastung durch die Umwelt und bestimmte Ernährungsweisen eine Rolle spielt. Beschwerden von Neurodermitis gehen manchmal auch einher mit Gicht, Rheumatismus und Allergien.
Bei einem Teil der Betroffenen konnte auch ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten von Neurodermitis und einer Nahrungsmittel- oder Tierhaarallergie beobachtet werden. Deutliche Hinweise bestehen auch auf eine Miteinbeziehung des vegetativen Nervensystems (welches die nicht bewusst steuerbaren Funktionen, wie Verdauung, Herzschlag etc. reguliert). Dieser Aspekt erklärt u. a., warum Betroffene bei Stress zu Ausschlagsschüben oder Verdauungsproblemen neigen.
Behandlung
Ebenso wie die Ursachen sind auch die angewandten Behandlungsformen sehr vielfältig. Insgesamt kann festgestellt werden, dass es viele Möglichkeiten der Behandlung gibt, deren Erfolg von Fall zu Fall erprobt werden kann. Da offenbar unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen, sollte die parallele Anwendung in Betracht gezogen werden.
Medikamentöse Therapien
Gegen die Entzündung der Haut und den damit verbundenen Juckreiz stehen diverse Medikamente in Form von Salben, Cremes und Lotionen zur Verfügung.
Zur Linderung wird die Neurodermitis vielfach mit Kortison behandelt. Es wirkt gegen Juckreiz und Entzündung der Haut und kann schwere Schübe lindern oder bei rechtzeitiger Anwendung vermeiden. Kortison wird meist in Form von Salben oder Cremes auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Nur bei schweren Schüben kommt eine orale Gabe von Tabletten in Frage. Kortison kann allerdings eine Reihe von unerwünschten Nebenwirkungen bewirken, so dass es meist nur für kurze Zeit z. B. bei akuten Schüben angewandt werden soll. Zu Nebenwirkungen zählen Hautverdünnung, starke Behaarung, Dehnungsstreifen, sowie partielle Unterdrückung des örtlichen Immunsystems. Bei langer Anwendung starker Präparate können sogar Nebenwirkungen auftreten, die den gesamten Organismus betreffen (z. B. Leberschädigungen) oder aber auch ein Glaukom hervorrufen kann. Die Kortisonpräparate wurden seit den 50er Jahren ständig weiterentwickelt, so dass mittlerweile die sogenannte 4. Generation von Kortisonwirkstoffen vorliegt. Diese Präparate, z. B. Methylprednisolon (Advantan®) haben bei hoher Wirksamkeit ein geringeres Risiko von Nebenwirkungen als die älteren Wirkstoffe. Dies heißt jedoch nicht, dass die Medikamente ständig angewendet werden dürfen: Nebenwirkungsfrei sind auch die neuen Wirkstoffe keineswegs. Problematisch ist, dass die Hauterscheinungeach Absetzen der Kortisoncremes häufig wieder auftreten, so dass die Betroffenen wieder mit Kortison behandeln (Rückschlag). Zudem kommt es bei den Kortisonpräparaten zur so genannten Tachyphylaxie, d. h. einer Wirkabschwächung der Präparate mit zunehmendem Gebrauch.
Die seit kurzem verfügbaren lokal anwendbaren Immunsuppressiva Tacrolimus (Protopic® Salbe) und Pimecrolimus (Elidel® Creme, Douglan® Creme) werden als wesentlicher Fortschritt in der Therapie des Atopischen Ekzems angesehen (G. Stingl in ). Die beiden Substanzen sind chemisch ähnlich aufgebaut, und gehören in die Gruppe der Makrolide. Pimecrolimus und Tacrolimus wirken als Calcineurinhemmer und unterdrücken so das lokale Immunsystem der Haut, zusätzlich verhindern sie die Freisetzung der Entzündungssubstanzen Histamin und Arachidonsäuremetaboliten. Sie ermöglichen vielen Patienten eine Beschwerdefreiheit ohne Kortison. Sie hemmen die Entzündung und die Ekzeme heilen ab.
Aufgrund der immununterdrückenden Wirkung sind geeignete Sonnenschutzmaßnahmen bei Anwendung angeraten. Zudem kommt während des Anwendens einer der genannten Präparate eine Behandlung mit UV-Licht nicht in Frage. Sehr selten kommt es auch zu nicht unerheblichen Nebenwirkungen wie Hautinfektionen und Unverträglichkeitsreaktionen. In der medizinischen Fachpresse werden diese Wirkstoffe zurzeit kritisch hinterfragt. Kritik wurde erstmals von der FDA im Jahr 2005 geäußert, da Langzeitstudieoch ausstehen und in Tierversuchen ein erhöhtes Krebsrisiko auftrat. Ob die Herstellerempfehlung, die Produkte sehr frühzeitig und mittelfristig bis langfristig, teils sogar vorbeugend einzusetzen, vor diesem Hintergrund weiter bestehen bleiben darf, bleibt abzuwarten. Zuletzt wurde von der EMEA versucht, einen Zusammenhang zwischen der Anwendung der Calcineurinhemmer und dem Auftreten von Krebserkrankungen zu untersuchen. Bisher ist weiterhin unklar, ob diese Substanzen in kausalem Zusammenhang zu den Erkrankungen stehen. Die EMEA schränkt den Gebrauch mittlerweile allerdings auf Fälle ein, bei denen ein ausreichender Therapieerfolg mit anderen Mitteln, vor allem Glucocorticoiden, nicht zu erreichen ist, oder die Nebenwirkungen eine Glucocorticoid-Therapie nicht zulassen.
Das Cyclosporin A ist ebenfalls ein Stoffwechselprodukt eines Pilzes; es ist als systemisch eingesetztes Medikament schwersten Neurodermitisformen vorbehalten, die sich oft rasch auf eine Therapie mit Cyclosporin A zurückbilden. Die wichtigsten Nebenwirkungen dieser Therapie entsprechen denen aus der Transplantationsmedizin, in denen es ebenfalls eingesetzt wird: Blutdruckerhöhung, Nierenschädigungen, Induktion von Malignomen aber auch Zahnfleischwucherungen.
Ekzem
Ein wichtiger Aspekt in der Therapie der Neurodermitis ist die Kontrolle der oft übermäßigen Besiedelung durch Staphylococcus aureus. Dies geschieht heute vorzugsweise durch die Anwendung von Triclosan als Oberflächendesinfizienz, Chlorhexidin, aber auch durch Fusidinsäure, einem Antibiotikum. Einigen Betroffenen hilft in diesem Zusammenhang auch das Tragen von silberhaltigen Textilien.
Als weitere Wirkstoffe stehen zur Verfügung Gerbstoff-Präparate, die sogenannten Tannine, die leicht antientzündlich wirken, einen milden eiweißfällenden, und damit desinfizierenden Effekt haben.
Schieferöl-Präparate, wie Leukichthyol, wirken auch mild antientzündlich, und steheicht wie die teilweise noch verwendeten Teer-Präparate im Verdacht krebsauslösend zu sein. Nachteilig ist hier, dass auch modernere Zubereitungeicht geruchsneutral sind.
Bei vielen Neurodermitispatienten erweist sich die Anwendung von ägyptischem Schwarzkümmelöl (Einnahme und äußerliche Anwendung) als hilfreich durch das Immunsystem stabilisierende, entzündungshemmende, antimikrobielle und juckreizmildernde Wirkung; bei einem Teil der Patienten bis hin zum Verschwinden der Symptome.
Innerlich kann auch die Zufuhr von Gamma-Linolensäure helfen. Laut Pütz u. a. sollten dabei 12 bis 12,5 mg Gamma-Linolensäure pro Tag pro Kilogramm Körpergewicht aufgenommen werden. Diese Fettsäure findet sich im Borretschsamenöl, Johannisbeerkernöl und Hanföl. Die gebräuchlichste Darreichungsform ist aber das Nachtkerzensamenöl. Kapseln zur inneren Anwendung gibt es in der Apotheke. Die meisten klinischen Studien konnten allerdings keine Wirkung der Zufuhr von Gamma-Linolensäure bei atopischem Ekzem nachweisen .
Patienten mit atopischer Dermatitis haben oft eine deutlich positive Tendenz für Cardiospermum (dt. Ballonrebe)-Präparate.
Sollten die Juckreizschübe mit einer innerlichen Unruhe einhergehen, kann die Gabe von Magnesium sehr hilfreich sein.
Einflussnahme auf Histaminstoffwechsel
Antihistaminika und Vitamin B6
Die Gruppe der Antihistaminika wirkt bei Neurodermitis nur bei einer vergleichsweise geringen Anzahl an Patienten in befriedigendem Maße juckreizlindernd. Häufig steht der müdemachende Effekt früherer sedierender Antihistaminika, der bei moderneren Präparaten, z.B. mit Desloratadin (Aerius®) nicht mehr auftritt, im Vordergrund. Man setzt dies gerne bei Kindern ein, damit sie leichter einschlafen können und sich so weniger kratzen müssen. Eine sinnvolle Behandlung stellt die kombinierte Einnahme eines nicht sedierenden Antihistaminikums am Morgen, z. B. Fexofenadin (Telfast®) oder Desloratadin (Aerius®) und eines sedierenden Antihistaminikums am Abend, wie z. B. Hydroxyzin (Atarax®) dar.
Der Juckreiz bei Neurodermitis ist unter anderem durch zu hohe Werte von Histamin im Blut bedingt. Es erklärt sich daher, dass heute als weitere therapeutische Maßnahme der Einsatz von Histamin-H1-Rezeptorenblockern wie z. B. Desloratadin (Aerius®) (macht nicht mehr müde wie frühere Antihistaminika), aber auch Levocetiricin (Xusal®), sinnvoll ist. Neurodermitiker weisen oft einen verminderten ACTH-Spiegel auf, der durch Vitamin-B6-Gabe normalisiert werden kann. Die Neurodermitis könnte somit durchaus auch als Cortisonmangelkrankheit bezeichnet werden. Bei kontinuierlicher Vitamin-B6-Gabe (1/2 mg pro kg Körpergewicht pro Tag) werden betroffene Kinder ruhiger und es kommt zu einer weitgehenden bis vollständigen Abheilung der ekzematösen Veränderungen. Da Vitamin B6 auch als Co-Enzym für die DAO (Diaminoxidase, histaminabbauendes Enzym) wichtig ist, erfolgt dadurch auch ein wesentlicher Beitrag zur Minderung des Juckreizes.
Verzicht auf allergieauslösende Nahrungsmittel
Manche Menschen mit Neurodermitis reagieren allergisch auf bestimmte Lebensmittel (Nahrungsmittelallergie). Diese allergischen Reaktionen können die Hautsymptome verstärken. Die Stoffe, auf die jemand allergisch reagiert, decken ein sehr breites Spektrum ab. Bei kleinen Kindern sind Allergien auf Weizen und auf Kuhmilch nicht selten. Falls eine Nahrungsmittelallergie nachgewiesen wird, kann eine Ernährungsumstellung hier Linderung bringen. Weitere mögliche Allergene sind Citrus, Hühnerei, Soja, Nickel (auch in Nahrungsmitteln), Nüsse, Erdnüsse, Fisch. Bei Jugendlichen und Erwachsenen: Äpfel, Kirschen, Pfirsiche, Kiwis, Nüsse (besonders Haselnüsse), Samen (Sonnenblumen, Sesam), Sellerie, Getreide, Kräuter, Gewürze, Gemüse, Fisch und Schalentiere.
Vermeiden von anderen Allergenen
Da Nahrungsmittel nicht die einzigen allergieauslösenden Stoffe sind, sollten sich Betroffene einem Allergietest unterziehen, der ein breites Spektrum an Allergenen abdeckt (z. B. Kontaktallergien auf Produkte zur Körperpflege, Gummi, Hausstaub, Stoffe am Arbeitsplatz, Kleidung etc.).
Stress vermeiden
Ob Neurodermitis auch eine psychische Komponente hat, ist umstritten. Ein Zusammenhang über den Neurotransmitter Histamin ist denkbar. Allgemein wird Neurodermitikern empfohlen, Stress (positiven wie negativen, akuten wie latenten) zu vermeiden. Bei Kindern kann sehr oft eine Verschlechterung des Hautzustandes vor z. B. Weihnachten beobachtet werden. Der Stress kann auch durch die vor allem nächtlichen Juckattacken bei Kindern entstehen, die für die Eltern teils eine enorme Belastung darstellen. So entsteht oft ein Teufelskreis.
Reize meiden
Gerade kurzfristig und bei akuten Symptomen ist es notwendig, äußere Reize so weit es geht zu vermeiden. Dazu gehört neben der Meidung heißer und kalter Temperaturen, von Nässe oder Reibung auch das Tragen schonender Kleidung. Empfehlenswert sind reine Baumwolle und regelmäßiges Waschen mit nur wenig Waschmittel und ohne Weichspüler.
Tägliche Körperpflege
Der typische von Neurodermitis Betroffene hat eine trockene Haut, die einer entsprechenden Pflege bedarf. Hierzu gehört das nur kurze, lauwarme Duschen oder Baden. Je kürzer, desto besser. Zu heißes oder warmes Wasser ist sehr schlecht und fördert die Entstehung von Neurodermitis, kaltes Wasser dagegen kann die Symptome mildern. Einige Spritzer Sesamöl oder reines Schwarzkümmelöl (zur Einnahme oder zur Herstellung von Salben) im Badewasser können der Haut helfen, sich bezüglich des Ölhaushaltes zu regenerieren. Außerdem hilft ein Bad mit Salzwasser (u.a. aus dem Toten Meer). Auch Stutenmilchprodukte sollen gegen trockene Haut helfen. In der Apotheke erhält man verschreibungspflichtige medizinische Ölbäder, die eine Öl in Wasser Badelösung herstellt und dem Ölhaushalt der Haut positiv zuarbeitet. Ebenso empfielt sich evtl. das Duschen mit Duschöl, eine stärker ölige Duschlotion, die der Haut hilft, die durch das Duschen oder Baden verlorenen, abgewaschenen Hautfette zu ersetzen oder dieses Abwaschen zu mindern. Harnstoffhaltige Präparate (auch als Duschfluid) helfen oft ebenfalls, die charakteristische Trockenheit der Neurodermitishaut zu reduzieren, hierbei hält der Harnstoff, der durch die Anwendung kurzfristig in die Haut gelangt, vermehrt Wasser und bindet es somit in der Haut. Die Haut von Neurodermitiskranken weist eine signifikant niedrigere Konzentration von Harnstoff auf, der als wichtigster Feuchthaltefaktor fungiert. Therapeutisch aufgebrachter Harnstoff auf und in der Haut kann jedoch bei ohnehin schon gereizter oder rissiger Haut zu weiteren Reizungen führen (es werden Konzentrationen bis zu 12 % verwendet). Bei Kindern sollten daher Konzentrationen zwischen 3 % und 5 % bevorzugt werden.
Das Abtrocknen sollte eher ein vorsichtiges Abtupfen der Haut sein, um reizende Reibungen zu vermeiden.
Andere Quellen sprechen davon, die Haut nicht allzu oft zu waschen und wenig Reinigungspräparate zu verwenden (also z. B. nur klares Wasser oder seifenfreie Duschmittel), um die natürlichen Hautfunktionen durch das ständige Wascheicht zu sehr zu beeinträchtigen.
Patientenschulung
Da die Erkrankung sowohl in ihren Ursachen und in ihren Erscheinungsformen als auch in ihren Behandlungsmethoden sehr komplex ist, ist ein größeres Augenmerk auf die Information der Betroffenen zu lenken. Diese Notwendigkeit wird dadurch verstärkt, dass viele Betroffene Kinder sind und deren Eltern die tägliche Behandlung durchführen müssen. Auf Seite der Eltern kommt es durch die oft unklaren Auslöser für die Schübe oft zu großen Schuldgefühlen, die sich als Stress auf das Kind und damit wieder auf die Eltern auswirken. Schulungen für Kinder und/oder Eltern von Kindern können über den Weg der Information diesen Teufelskreis durchbrechen helfen. Als Hinweis auf die Wirksamkeit dieser Schulungen kann gelten, dass die Krankenkassen die Kosten dafür oft übernehmen.
Unregelmäßige Verben oder Starke Verben der deutsche Sprache.
|
№ |
Infinitiv |
Präsens (2 та 3ос.одн.) |
Präteritum |
Partizip II |
Переклад |
|
1 |
backen |
bäckst, bäckt / backst, backt |
backte / buk |
hat gebacken |
пекти |
|
2 |
befehlen |
befiehlst, befiehlt |
befahl |
hat befohlen |
наказувати |
|
3 |
beginnen |
beginnst, beginnt |
begann |
hat begonnen |
починати(ся) |
|
4 |
beißen |
beißt |
biss |
hat gebissen |
кусати |
|
5 |
bergen |
birgst, birgt |
barg |
hat geborgen |
ховати |
|
6 |
betrügen |
betrügst, betrügt |
betrog |
hat betrogen |
обманювати |
|
7 |
bewegen |
bewegst, bewegt |
bewog |
hat bewogen |
рухати, схиляти |
|
8 |
biegen |
biegst, biegt |
bog |
hat gebogen |
гнути |
|
9 |
bieten |
bietest, bietet |
bot |
hat geboten |
пропонувати |
|
10 |
binden |
bindest, bindet |
band |
hat gebunden |
зв’язувати |
|
11 |
bitten |
bittest, bittet |
bat |
hat gebeten |
просити |
|
12 |
blasen |
bläst |
blies |
hat geblasen |
дути |
|
13 |
bleiben |
bleibst, bleibt |
blieb |
ist geblieben |
залишатися |
|
14 |
braten |
brätst, brät |
briet |
hat gebraten |
смажити |
|
15 |
brechen |
brichst, bricht |
brach |
hat gebrochen ist gebrochen |
ламати, ламатись |
|
16 |
brennen |
brennst, brennt |
brannte |
hat gebrannt |
горіти |
|
17 |
bringen |
bringst, bringt |
brachte |
hat gebracht |
приносити |
|
18 |
denken |
denkst, denkt |
dachte |
hat gedacht |
думати |
|
19 |
dingen |
dingst, dingt |
dingte / dang |
hat gedungen |
наймати |
|
20 |
dringen |
dringst, dringt |
drang |
ist gedrungen hat gedrungen |
проникать настаивать |
|
21 |
dürfen |
darfst, darf |
durfte |
hat gedurft |
могти, наважуватись |
|
22 |
empfehlen |
empfiehlst, empfiehlt |
empfahl |
hat empfohlen |
рекомендувати, радити |
|
23 |
erschrecken |
erschrickst, erschrickt |
erschrak |
ist erschrocken |
лякатись |
|
24 |
erwägen |
erwägst, erwägt |
erwog |
hat erwogen |
обдумувати |
|
25 |
essen |
isst |
aß |
hat gegessen |
їсти |
|
26 |
fahren |
fährst, fährt |
fuhr |
hat gefahren ist gefahren |
керувати, їхати |
|
27 |
fallen |
fällst, fällt |
fiel |
ist gefallen |
падати |
|
28 |
fangen |
fängst, fängt |
fing |
hat gefangen |
ловити |
|
29 |
fechten |
fichtst, ficht |
focht |
hat gefochten |
фехтувати |
|
30 |
finden |
findest, findet |
fand |
hat gefunden |
знаходити |
|
31 |
fliegen |
fliegst, fliegt |
flog |
ist geflogen |
літати |
|
32 |
fliehen |
fliehst, flieht |
floh |
ist geflohen |
втікати, рятуватись |
|
33 |
fließen |
fließt |
floss |
ist geflossen |
текти |
|
34 |
frieren |
frierst, friert |
fror |
hat gefroren ist gefroren |
мерзнути, замерзати |
|
35 |
gebären |
gebärst, gebärt / gebierst, gebiert |
gebar |
hat geboren |
народжувати |
|
36 |
geben |
gibst, gibt |
gab |
hat gegeben |
давати |
|
37 |
gedeihen |
gedeihst, gedeiht |
gedieh |
ist gediehen |
развиватися |
|
38 |
gehen |
gehst, geht |
ging |
ist gegangen |
йти, ходити |
|
39 |
gelingen |
gelingt |
gelang |
ist gelungen |
вдаватися |
|
40 |
gelten |
giltst, gilt |
galt |
hat gegolten |
коштувати, вартувати |
|
41 |
genesen |
genest |
genas |
ist genesen |
видужувати |
|
42 |
genießen |
genießt |
genoss |
hat genossen |
насолоджуватись |
|
43 |
geschehen |
geschieht |
geschah |
ist geschehen |
відбуватись, траплятись |
|
44 |
gewinnen |
gewinnst, gewinnt |
gewann |
hat gewonnen |
вигравати |
|
45 |
gießen |
gießt |
goss |
hat gegossen |
лити |
|
46 |
gleichen |
gleichst, gleicht |
glich |
hat geglichen |
бути сходим |
|
47 |
gleiten |
gleitest, gleitet |
glitt |
ist geglitten |
ковзати |
|
48 |
graben |
gräbst, gräbt |
grub |
hat gegraben |
копати |
|
49 |
greifen |
greifst, greift |
griff |
hat gegriffen |
хватати |
|
50 |
haben |
hast, hat |
hatte |
hat gehabt |
мати |
|
51 |
halten |
hältst, hält |
hielt |
hat gehalten |
тримати |
|
52 |
hängen |
hängst, hängt |
hing |
hat gehangen |
висіти |
|
53 |
hauen |
haust, haut |
hieb (мечом) haute (топором) |
hat gehauen |
вдарити, бити |
|
54 |
heben |
hebst, hebt |
hob (hub) |
hat gehoben |
поднимати |
|
55 |
heißen |
heißt |
hieß |
hat geheißen |
називатись |
|
56 |
helfen |
hilfst, hilft |
half |
hat geholfen |
допомагати |
|
57 |
kennen |
kennst, kennt |
kannte |
hat gekannt |
знати |
|
58 |
klingen |
klingst, klingt |
klang |
hat geklungen |
дзвонити, звучати |
|
59 |
kommen |
kommst, kommt |
kam |
ist gekommen |
приходити |
|
60 |
können |
kannst, kann |
konnte |
hat gekonnt |
могти, вміти |
|
61 |
kriechen |
kriechst, kriecht |
kroch |
ist gekrochen |
повзати |
|
62 |
laden |
lädst, lädt |
lud |
hat geladen |
вантажити, заряджати |
|
63 |
lassen |
lässt |
ließ |
hat gelassen |
залишати, наказувати |
|
64 |
laufen |
läufst, läuft |
lief |
ist gelaufen |
бігати |
|
65 |
leiden |
leidest, leidet |
litt |
hat gelitten |
страждати, терпіти |
|
66 |
leihen |
leihst, leiht |
lieh |
hat geliehen |
позичати |
|
67 |
lesen |
liest |
las |
hat gelesen |
читати |
|
68 |
liegen |
liegst, liegt |
lag |
hat gelegen |
лежати |
|
69 |
lügen |
lügst, lügt |
log |
hat gelogen |
обманювати |
|
70 |
mahlen |
mahlst, mahlt |
mahlte |
hat gemahlen |
молотити |
|
71 |
meiden |
meidest, meidet |
mied |
hat gemieden |
уникати |
|
72 |
melken |
melkst, melkt / milkst, milkt |
melkte / molk |
hat gemelkt / gemolken |
доїти |
|
73 |
messen |
misst |
maß |
hat gemessen |
міряти |
|
74 |
misslingen |
misslingst, misslingt |
misslang |
ist misslungen |
не вдаватися |
|
75 |
mögen |
magst, mag |
mochte |
hat gemocht |
бажати, любити |
|
76 |
müssen |
musst, muss |
musste |
hat gemusst |
мусити, бати повинним |
|
77 |
nehmen |
nimmst, nimmt |
nahm |
hat genommen |
брати |
|
78 |
nennen |
nennst, nennt |
nannte |
hat genannt |
называти |
|
79 |
pfeifen |
pfeifst, pfeift |
pfiff |
hat gepfiffen |
свистіти |
|
80 |
preisen |
preist |
pries |
hat gepriesen |
хвалити |
|
81 |
raten |
rätst, rät |
riet |
hat geraten |
радити |
|
82 |
reiben |
reibst, reibt |
rieb |
hat gerieben |
терти |
|
83 |
reißen |
reißt |
riss |
hat gerissen ist gerissen |
рвати рватись |
|
84 |
reiten |
reitest, reitet |
ritt |
ist geritten |
їздити верхи |
|
85 |
rennen |
rennst, rennt |
rannte |
ist gerannt |
бігати, гнатись |
|
86 |
riechen |
riechst, riecht |
roch |
hat gerochen |
нюхати, пахнути |
|
87 |
ringen |
ringst, ringt |
rang |
hat gerungen |
боротися |
|
88 |
rinnen |
rinnst, rinnt |
rann |
ist geronnen |
текти |
|
89 |
rufen |
rufst, ruft |
rief |
hat gerufen |
кричати, кликати |
|
90 |
salzen |
salzt |
salzte |
hat gesalzt / gesalzen |
солити |
|
91 |
schaffen |
schaffst, schafft |
schuf |
hat geschaffen |
создавать |
|
92 |
schallen |
schallst, schallt |
schallte / scholl |
hat geschallt / geschollen |
звучати |
|
93 |
scheiden |
scheidest, scheidet |
schied |
hat geschieden ist geschieden |
розлучати |
|
94 |
scheinen |
scheinst, scheint |
schien |
hat geschienen |
світити; здаватись |
|
95 |
scheren |
scherst, schert / schierst, schiert |
schor / scherte |
hat geschoren / geschert |
стригти |
|
96 |
schieben |
schiebst, schiebt |
schob |
hat geschoben |
рухати |
|
97 |
schießen |
schießt |
schoss |
hat geschossen |
стріляти |
|
98 |
schlafen |
schläfst, schläft |
schlief |
hat geschlafen |
спати |
|
99 |
schlagen |
schlägst, schlägt |
schlug |
hat geschlagen |
бити |
|
100 |
schließen |
schließt |
schloss |
hat geschlossen |
закрывати |
|
101 |
schmelzen |
schmilzt |
schmolz schmolz schmelzte |
ist geschmolzen hat geschmolzen hat geschmelzt |
(роз)танути (роз)плавити (роз)топити |
|
102 |
schneiden |
schneidest, schneidet |
schnitt |
hat geschnitten |
різати |
|
103 |
schreiben |
schreibst, schreibt |
schrieb |
hat geschrieben |
писати |
|
104 |
schreien |
schreist, schreit |
schrie |
hat geschrien |
кричати |
|
105 |
schreiten |
schreitest, schreitet |
schritt |
ist geschritten |
крокувати |
|
106 |
schweigen |
schweigst, schweigt |
schwieg |
hat geschwiegen |
мовчати |
|
107 |
schwimmen |
schwimmst, schwimmt |
schwamm |
ist geschwommen |
плавати |
|
108 |
schwinden |
schwindest, schwindet |
schwand |
ist geschwunden |
зникати |
|
109 |
schwören |
schwörst, schwört |
schwur / schwor |
hat geschworen |
клястись |
|
110 |
sehen |
siehst, sieht |
sah |
hat gesehen |
бачити |
|
111 |
sein |
bist, ist |
war |
ist gewesen |
бути |
|
112 |
senden |
sendest, sendet |
sandte / sendete |
hat gesandt / gesendet |
посилати |
|
113 |
sieden |
siedest, siedet |
sott / siedete |
hat gesotten / gesiedet |
кип’ятити |
|
114 |
singen |
singst, singt |
sang |
hat gesungen |
співати |
|
115 |
sinken |
sinkst, sinkt |
sank |
ist gesunken |
падати, поринати |
|
116 |
sinnen |
sinnst, sinnt |
sann |
hat gesonnen |
думати, розмірковувати |
|
117 |
sitzen |
sitzt |
saß |
hat gesessen |
сидіти |
|
118 |
sollen |
sollst, soll |
sollte |
hat gesollt |
мусити, бути зобов’язаним |
|
119 |
spalten |
spaltest, spaltet |
spaltete |
hat gespalten / gespaltet |
колоти, розколювати |
|
120 |
sprechen |
sprichst, spricht |
sprach |
hat gesprochen |
говорити, розмовляти |
|
121 |
springen |
springst, springt |
sprang |
ist gesprungen |
стрибати |
|
122 |
stechen |
stichst, sticht |
stach |
hat gestochen |
колоти, жалити |
|
123 |
stecken |
steckst, steckt |
stak / steckte |
hat gesteckt |
всовувати, втикати |
|
124 |
stehen |
stehst, steht |
stand |
hat gestanden |
стояти |
|
125 |
stehlen |
stiehlst, stiehlt |
stahl |
hat gestohlen |
красти |
|
126 |
steigen |
steigst, steigt |
stieg |
ist gestiegen |
підніматися |
|
127 |
sterben |
stirbst, stirbt |
starb |
ist gestorben |
вмирати |
|
128 |
stinken |
stinkst, stinkt |
stank |
hat gestunken |
вонять |
|
129 |
stoßen |
stößt |
stieß |
hat gestoßen ist gestoßen |
штовхати, вдаритися |
|
130 |
streiten |
streitest, streitet |
stritt |
hat gestritten |
сперечатися, сваритися |
|
131 |
tragen |
trägst, trägt |
trug |
hat getragen |
носити |
|
132 |
treffen |
triffst, trifft |
traf |
hat getroffen |
зустрічати |
|
133 |
treten |
trittst, tritt |
trat |
ist getreten hat getreten |
наступати |
|
134 |
triefen |
triefst, trieft |
triefte / troff |
ist getrieft / getroffen |
капати, текти |
|
135 |
trinken |
trinkst, trinkt |
trank |
hat getrunken |
пити |
|
136 |
tun |
tust, tut |
tat |
hat getan |
робити |
|
137 |
verderben |
verdirbst, verdirbt |
verdarb |
hat verdorben ist verdorben |
псувати, псуватися |
|
138 |
verdrießen |
verdrießt |
verdross |
hat verdrossen |
сердити |
|
139 |
vergessen |
vergisst |
vergaß |
hat vergessen |
забувати |
|
140 |
verlieren |
verlierst, verliert |
verlor |
hat verloren |
втрачати, губити |
|
141 |
verschwinden |
verschwindest, verschwindet |
verschwand |
ist verschwunden |
зникати |
|
142 |
verzeihen |
verzeihst, verzeiht |
verzieh |
hat verziehen |
прощати |
|
143 |
wachsen |
wächst |
wuchs |
ist gewachsen |
рости |
|
144 |
waschen |
wäschst, wäscht |
wusch |
hat gewaschen |
мити |
|
145 |
weisen |
weist |
wies |
hat gewiesen |
вказувати |
|
146 |
wenden |
wendest, wendet |
wandte / wendete |
hat gewandt / gewendet |
перевертати, використовувати |
|
147 |
werben |
wirbst, wirbt |
warb |
hat geworben |
вербувати |
|
148 |
werden |
wirst, wird |
wurde |
ist geworden |
ставати |
|
149 |
werfen |
wirfst, wirft |
warf |
hat geworfen |
кидати |
|
150 |
wiegen |
wiegst, wiegt |
wog |
hat gewogen |
зважувати |
|
151 |
winden |
windest, windet |
wand |
hat gewunden |
мотати, крутити |
|
152 |
wissen |
weißt, weiß |
wusste |
hat gewusst |
знати |
|
153 |
wollen |
willst, will |
wollte |
hat gewollt |
хотіти |
|
154 |
ziehen |
ziehst, zieht |
zog |
hat gezogen ist gezogen |
тягнути, переїжджати |
|
155 |
zwingen |
zwingst, zwingt |
zwang |
hat gezwungen |
змушувати |
Das substantiv (nomen). Іменник
Das Geschlecht der Substantive. Рід іменників
До чоловічого роду належать:
|
1. Слова, що означають: |
1. Більша частина іменників, утворених від дієслівних основ: |
|
9. Назви напоїв: der Wein (вино), der Sekt (шампанське), |
|
До середнього роду належать:
|
за значенням |
за формою |
|
1. Назва дітей і молодих тварин: das Kind (дитина), das Kalb (теля) |
1. Іменники, утворені від дієслів у Infinitiv: das Gehen (ходьба), das Treffen (зустріч) |
До жіночого роду належать:
|
за значенням |
за формою |
|
1. Слова, що означають: |
1. Іменники із суфіксами: |
|
4. Назви літаків, пароплавів: |
-tion (die Organisation —організація) |
Der artikel. Артикль
Allgemeines (Загальні відомості)
У німецькій мові іменник вживається зі службовим словом, яке називається артиклем. Артикль буває двох видів: означений (der bestimmte Artikel) і неозначений (der unbestimmte Artikel).
|
Особа |
Означений артикль |
Неозначений артикль |
|
Singular (однина) |
der — ч. рід. |
ein — ч. рід. |
|
Plural (множина) |
die |
множини немає |
Артиклі означений і неозначений відмінюються так:

Вживання означеного артикля
Означений артикль вживається в таких випадках:
1. Якщо іменник означає не окремий предмет, а всю категорію таких предметів.
Das Flugzeug ist das schnellste Verkehrsmittel des 20. Jahrhunderts. (Літак — найшвидший засіб сполучення 20 століття.)
2. Якщо іменник був названий раніше.
Wir lesen ein Buch. Das Buch ist interessant. (Ми читаємо книжку. Книжка цікава.)
3. Коли говорять про єдині у своєму роді предмети.
Die Sonne scheint. (Світить сонце.)
Die Venus ist ein Planet. (Венера — планета.)
Berlin liegt an der Spree. (Берлін розташований на Шпреє.)
Im Herbst beginnt das Schuljahr. (Восени починається шкільний рік.)
Viele Touristen besuchen die Karpaten. (Багато туристів відвідують Карпати.)
4. Якщо перед іменником стоїть прикметник у найвищому ступені.
die beste Schülerin (краща учениця)
der längste Fluss (найдовша ріка)
5. Якщо перед іменником стоїть порядковий числівник.
der achte Tag (восьмий день)
die erste Schülerin (перша учениця)
6. Якщо іменник вживається з означенням у формі іменника в родовому відмінку.
Das ist das Buch meines Freundes. (Це книга мого друга.)
7. Якщо іменник вживається з прийменником, що означає місце й час.
Die Bücher aus unserer Bibliothek. (Книги з нашої бібліотеки.)
Die heutige Zeitung. (Сьогоднішня газета.)
8. Якщо співрозмовнику й слухачу відомо, про який предмет ідеться.
Der Kopf tut mir weh. (У мене болить голова.)
Öffne dir Tür! (Відчини двері!)
9. Якщо при запереченні іменника з означеним артиклем і прикметником вживається nicht.
Das ist die heutige Zeitung. (Це сьогоднішня газета.)
Das ist nicht die heutige Zeitung. (Це не сьогоднішня газета.)
Вживання неозначеного артикля
Неозначений артикль вживається у таких випадках:
1. Після дієслова haben і виразу es gibt.
Ich habe einen Bruder. (У мене є брат.)
Hier gibt es einen Tiergarten. (Тут є зоопарк.)
2. В іменному присудку.
Kyjiw ist eine Großstadt. (Київ — велике місто.)
3. Якщо іменник згадується вперше.
Auf dem Tisch liegt eine Zeitung. (На столі лежить газета.)
Wir brauchen ein Wörterbuch. (Нам потрібен словник.)
4. Перед іменником, який стоїть у порівнянні.
Er schwimmt wie ein Fisch. (Він плаває як риба.)
Відсутність артикля
Артикль не ставиться в таких випадках:
1. Якщо перед іменником стоїть займенник або кількісний числівник:
meine Tasche (моя сумка); zwei Hefte (два зошити); dieses Buch (ця книга).
2. У множині, якщо в однині іменник вживається з неозначеним артиклем.
Hier steht ein Tisch. Hier stehen Tische. (Тут стоїть стіл. Тут стоять столи.)
3. У зверненнях.
Kinder, hört zu! (Діти, слухайте!)
4. Якщо перед іменником стоїть означення в родовому відмінку (Genitiv).
Annas Heft liegt auf dem Tisch. (Книга Анни лежить на столі.)
5. Перед назвами міст і країн середнього роду.
Kyjiw ist die Hauptstadt der Ukraine. (Київ — столиця України.)
Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands. (Берлін — столиця Німеччини.)
6. Перед професіями, національностями та приналежністю до партії в іменному складному присудку.
Sie ist Programmiererin. (Вона — програміст.)
Er ist Deutsche. (Він — німець.)
Але: якщо перед іменником стоїть прикметник, вживається неозначений артикль.
Sie ist eine gute Lehrerin. (Вона — гарна вчителька.)
7. Перед власними іменами.
Johann Wolfgang Goethe ist ein großer deutscher Dichter. (Йоган Вольфґанґ Ґете — великий німецький поет.)
8. Перед іменниками, що означають речовини, та абстрактними іменниками.
Ich trinke gern Tee. (Я люблю пити чай.)
Überall herrscht Stille. (Скрізь панувала тиша.)
9. У заголовках, оголошеннях.
Diktat (Диктант)
Post (Пошта)
Sportwaren (Спортивні товари)
10. У словосполученнях, прислів’ях, приказках.
zu Hause (вдома)
nach Hause (додому)
auf Schritt und Tritt (на кожному кроці)
Wissen ist Macht. (Знання — сила.)
Meine Schwester spielt Klavier. (Моя сестра грає на піаніно.)
Deklination der substantive. Відмінювання іменників
У німецькій мові, як і в українській, іменник змінюється за відмінками, однак у більшості з них закінчення відсутні. На відмінок іменника вказують головним чином артиклі та займенники, що його супроводжують. Типи відмінків визначаються за одниною, оскільки у множині всі іменники відмінюються за одним типом.
В однині розрізняють сильну, слабку та жіночу відміну (die starke Deklination, die schwache Deklination, die weibliche Deklination).
Сильна відміна
1. До сильної відміни належить більша частина іменників чоловічого роду і всі іменники середнього роду (крім das Herz — серце).
2. Ознака сильної відміни — закінчення -s або -es у родовому відмінку однини (Genitiv).
3. При відмінюванні іменників середнього роду називний відмінок співпадає зі знахідним:
Nom.— das Glas, das Kind;
Akk.— das Glas, das Kind.
4. Відмінки іменників відповідають на такі запитання:
|
Kasus (Відмінок) |
Fragen (Запитання відмінків) |
|
Nominativ (називний) |
wer? was? (хто? що?) |
|
Genitiv (родовий) |
wessen? (чий? чия? чиє?) |
|
Dativ (давальний) |
wem? wo? (кому?/чому? де?) |
|
Akkusativ (знахідний) |
wen? was? wohin? (кого? що? куди?) |
5. Закінчення -s мають у Genitiv багатоскладові іменники:
des Lehrers (вчителя), des Fensters (вікна).
6. Закінчення -es мають у Genitiv:
а) односкладові іменники:
des Volkes (народу),
des Mannes (чоловіка);
б) іменники на -s, -ß, -x, -z, -tz, -ck, -pf, -st, -sch:
das Glas — des Glases (стакан — стакана);
das Gesetz — des Gesetzes (закон — закону),
der Stock — des Stockes (палка — палки).
7. Іменники на -us, -ismus, -os не мають закінчення в Genitiv:
der Kosmos (космос),
der Globus (глобус),
der Humanismus (гуманізм).
|
Kasus (Відмінок) |
Singular |
Singular |
|
|
maskulin |
neutral |
|
Nom. |
der Lehrer, ein Lehrer |
das Kind, ein Kind |
|
Gen. |
des Lehrers, eines Lehrers |
des Kindes, eines Kindes |
|
Dat. |
dem Lehrer, einem Lehrer |
dem Kind, einem Kind |
|
Akk. |
den Lehrer, einen Lehrer |
das Kind, ein Kind |
Слабка відміна
Ознака слабкої відміни іменників — закінчення -(e)n у всіх відмінках, крім називного.
До слабкої відміни належать іменники тільки чоловічого роду. Вони майже завжди означають істоти (осіб або тварин).
1. Іменники, що закінчуються на -е:
der Junge (юнак), der Löwe (лев), der Hase (заєць), der Kollege (колега).
2. Односкладові іменники, що мають у множині суфікс -en:
der Held — die Helden (герой — герої), der Mensch — die Menschen (людина — люди), der Herr — die Herren (чоловік — чоловіки).
3. Слова іншомовного походження із суфіксами -ist, -ent, -at, -ant, -and, -nom, -ot, -loge, -graf, -ik, -arch:
der Polizist (поліцейський), der Student (студент), der Aspirant (аспірант), der Agronom (агроном), der Pilot (пілот), der Fotograf (фотограф), der Biologe (біолог), der Monarch (монарх), der Katholik (католик).
4. Деякі іменники, що означають неістот: der Automat (автомат), der Planet (планета), der Komet (комета), der Paragraf (параграф).
5. Деякі іменники, що утворюють Genitiv однини з додатковою літерою -s:
der Buchstabe (літера), der Gedanke (думка), der Frieden (мир), der Name (ім’я), der Same (насіння), der Funk (радіо), der Haufen (куча), der Wille (воля), der Glaube (віра) та іменник das Herz (серце).
|
Kasus (Відмінок) |
Singular |
Singular |
|
Nom. |
der Kollege, ein Kollege |
der Nachbar, ein Nachbar |
|
Gen. |
des Kollegen, eines Kollegen |
des Nachbarn, eines Nachbarn |
|
Dat. |
dem Kollegen, einem Kollegen |
dem Nachbarn, einem Nachbarn |
|
Akk. |
den Kollegen, einen Kollegen |
den Nachbarn, einen Nachbarn |
|
Kasus (Відмінок) |
Singular |
Singular |
|
Nom. |
der Buchstabe |
das Herz |
|
Gen. |
des Buchstabens |
des Herzens |
|
Dat. |
dem Buchstaben |
dem Herzen |
|
Akk. |
den Buchstaben |
das Herz |
Жіноча відміна
Ознака жіночої відміни — відсутність закінчення, відмінок іменника можна визначати тільки за артиклем.
До жіночої відміни належать всі іменники жіночого роду.
У жіночій відміні називний відмінок співпадає зі знахідним (Nom. — die Lehrerin, Akk. — die Lehrerin), родовий — з давальним (Gen. — der Lehrerin, Dat. — der Lehrerin).
|
Kasus (Відмінок) |
Singular |
Singular |
|
Nom. |
die Lehrerin |
die Universität, die Prüfung |
|
Gen. |
der Lehrerin |
der Universität, der Prüfung |
|
Dat. |
der Lehrerin |
der Universität, der Prüfung |
|
Akk. |
die Lehrerin |
die Universität, die Prüfung |
Відмінювання іменників у множині
У множині іменники відмінюються однаково. Вони приймають закінчення -(e)n тільки у давальному відмінку (Dativ):
Якщо суфікс множини -s, то в Dativ немає закінчення -(e)n.
Якщо суфікс іменника в множині -en, у давальному відмінку він не має ніякого закінчення:
Nom. — die Frauen, Dat. — den Frauen.
|
Kasus (Відмінок) |
Plural |
|
Nom. |
die Freunde, die Lehrer, die Kinder, die Bücher, die Frauen, die Kinos |
|
Gen. |
der Freunde, der Lehrer, der Kinder, der Bücher, der Frauen, der Kinos |
|
Dat. |
den Freunden, den Lehrern, den Kindern, den Büchern, den Frauen, den Kinos |
|
Akk. |
die Freunde, die Lehrer, die Kinder, die Bücher, die Frauen, die Kinos |
Die Pluralbildung der Substantive. Множина іменників
У німецькій мові є п’ять типів утворення множини залежно від суфіксів множини.
|
Тип |
Суфікси |
Суфікси |
Суфікси |
Типовий для роду |
Приклади |
Приклади |
|
|
ч. р. |
ж. р. |
с. р. |
|
однина |
множина |
|
I |
(¨-)-e |
¨-e |
-e |
більшість іменників ч. р.; декілька — ж. р. |
der Berg |
die Berge |
|
II |
-(e)n |
-(e)n |
-(e)n |
більшість іменників ж. р.; усі — ч. р. слабкої відміни; декілька — с. р. |
der Junge |
die Jungen |
|
III |
¨-er |
|
¨-er |
більшість іменників с. р.; декілька — ч. р. |
der Wald |
die Wälder |
|
IV |
(¨-) |
¨- |
|
іменники ч. р. та с. р. на -er, el, -en та с. р. на -chen, -lein; 2 ім. ж. р. |
der Vater |
die Väter |
|
V |
-s |
|
-s |
запозичені ч. р. і с. р. |
der Chef |
die Chefs |
Die Deklination der Adjektive. Відмінювання прикметників
Відмінювання прикметників залежить від того, чи є перед іменником артикль або займенник. Якщо супровідне слово ясно визначає відмінок, рід або число, то прикметник приймає закінчення -е або -en:
Der letzte Roman dieses berühmten Schriftstellers hatte einen großen Erfolg. (Останній роман цього видатного письменника мав великий успіх.)
Якщо супровідного слова немає чи воно не досить чітко визначає відмінок, рід або число, то сам прикметник приймає закінчення, які вказують на відмінок, рід і число визначеного ним іменника:
Wir besuchen dieses Museum mit großem Vergnügen. (Ми відвідуємо музей з великим задоволенням.)
Розрізняють три види відміни: слабка, сильна та відміна з неозначеним артиклем, присвійними і заперечним займенником kein в однині.
Слабка відміна прикметників
Прикметник відмінюється за слабкою відміною, якщо перед ним стоїть:
1. Означений артикль: der, die, das, die.
2. Займенники: dieser, jeder, jener, welcher, mancher, solcher, derselbe, derjenige.
3. Займенники: alle, sämtliche, beide, keine.
4. Присвійні займенники: meine, deine у множині.

Сильна відміна прикметників
Прикметники відмінюються за сильною відміною, якщо перед ними:
1. Не стоїть супровідне слово (займенник, артикль).
2. Стоять неозначені займенники: viele, einige, mehrere, wenige, після слів folgende, verschiedene у множині.
3. Стоять неозначені числівники: etwas, genug, mehr, viel, wenig, nichts. Після etwas та nichts прикметники пишуться з великої літери:
Ich habe etwas Neues erfahren. (Я взнав щось нове.)
4. Стоять кількісні числівники (zwei, drei).
Zwei neue Röcke habe ich mir in der vorigen Woche gekauft. (Минулого тижня я купила дві нові спідниці.)
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
|
maskulin |
neutral |
feminin |
|
|
Nom. |
großer Erfolg |
blaues Heft |
schöne Blume |
große Ereignisse |
|
Gen. |
großen Erfolges |
blauen Heftes |
schöner Blume |
großer Ereignisse |
|
Dat. |
großem Erfolg |
blauem Heft |
schöner Blume |
großen Ereignissen |
|
Akk. |
großen Erfolg |
blaues Heft |
schöne Blume |
große Ereignisse |
Der Teller ist aus reinem Gold. (Тарілка з чистого золота.)
Heute trinkt man häufiger schwarzen Tee. (Тепер частіше п’ють чорний чай.)
Frische Milch trinkt man gern. (Люблять пити свіже молоко.)
Відмінювання прикметників із неозначеним артиклем, заперечним займенником kein та присвійними займенниками в однині
Прикметники у сполученні з іменниками чоловічого, жіночого та середнього родів, що відмінюються з неозначеним артиклем, заперечним займенником kein і присвійними займенниками, мають такі закінчення:

Ich habe mir ein neues Fahrrad gekauft. (Я купив собі новий велосипед.)
Ich brachte meinen kranken Hund in die Tierklinik. (Я привіз свого хворого собаку у ветеринарну клініку.)
Du sollst kein trockenes Brot essen. (Ти не повинен їсти сухий хліб.)
Відмінювання субстантивованих прикметників
Прикметники можна вживати як іменники. Субстантивовані прикметники вживаются з артиклями der, die, ein, eine. Якщо субстантивований іменник позначає особу, то він може бути чоловічого чи жіночого роду. Субстантивовані прикметники середнього роду здебільшого абстрактні (das Äußere — зовнішність, das Neue —нове).
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
|
maskulin |
neutral |
feminin |
|
|
Nom. |
der Alte |
dein Äußeres |
die Alte |
die Kranke |
|
Gen. |
des Alten |
deines Äußeren |
der Alten |
der Kranker |
|
Dat. |
dem Alten |
deinem Äußeren |
der Alten |
den Kranken |
|
Akk. |
den Alten |
dein Äußeres |
die Alte |
die Kranke |
Прикметники, які вживаються у значенні іменників, відмінюються, як прикметники, за тими самими типами відміни:
In unserem Klub sind einige Jugendliche. (У нашому клубі кілька підлітків.)
Die jungen Leute diskutieren mit den Reisenden. (Молоді люди сперечаються з пасажирами.)
Ein alter Beamter gab dem alten Mann einen Brief. (Старий службовець дав старому чоловікові листа.)
Die Komparationsstufen der Adjektive. Cтупені порівняння прикметників
У німецьких прикметниках є дві форми — повна та коротка. Прикметники в повній формі в реченні є означенням, відмінюються за родами й часами. Вони стоять перед іменником, який визначають, і узгоджуються з ним у роді, числі та відмінку:
Dieser Schüler hat große Erfolge. (У цього учня великі успіхи.)
Прикметники у короткій формі часто бувають іменною частиною присудка. Вони не відмінюються:
Der Berg ist hoch. (Гора висока.)
Das Gebäude ist modern. (Будинок сучасний.)
Якщо як означення прикметник стоїть перед іншими прикметниками, він не змінюється.
Mein bunt karriertes Kleid. (Строката у клітинку сукня.)
Деякі прикметники, що означають колір і виступають як означення, не отримують закінчень:
lila (ліловий)
rosa (рожевий)
beige [be:6] (бежевий)
ein rosa Kleid, ein beige Rock (рожева сукня, бежева спідниця).
Разом з основною формою (Positiv), якісні прикметники мають два ступені порівняння: вищий (der Komparativ) і найвищий (der Superlativ).
Якщо після прикметника в основній формі йде порівняння, то вживається сполучник wie:
Dieses Modell ist ebenso interessant wie das andere. (Ця модель така ж цікава, як і інша.)
Вищий ступінь
Komparativ утворюється за допомогою суфікса -er, при цьому кореневі голосні в односкладових прикметниках a, o, u приймають умлаут: kalt — kälter (холодний — холодніший); warm — wärmer (теплий — тепліший); kurz — kürzer (короткий — коротший)
Найвищий ступінь
Superlativ утворюється за допомогою суфіксу -st, при цьому після приголосних d, t, s, z, sch додається -e (-est): kurz — der/die/das kürzeste (найкоротший/а/е); warm — der/die/das wärmste (найтепліший/а/е); kalt — der/die/das kälteste (найхолодніший/а/е)
Є ще одна форма Superlativ — з am. Вона є в реченні частиною прикметника або членом речення:
Dieser Weg ist am kürzesten. (Ця дорога найкоротша.)
Am schnellsten mache ich die Matheaufgabe. (Швидше за все я роблю завдання з математики.)
Винятком є такі прикметники та прислівники:
|
gut (добрий) |
besser (кращий) |
der/die/das beste (найкращий) |
am besten (кращий за всіх) |
|
hoch (високий) |
höher (вищий) |
der/die/das höchste |
am höchsten (вищий за всіх) |
|
nah (близький) |
näher (ближчий) |
der/die/das nächste (найближчий) |
am nächsten (ближчий за всіх) |
|
gern (охоче) |
lieber |
der/die/das liebste (найохочіший) |
am liebsten (охочіше за все) |
|
viel (багато) |
mehr (більше) |
die meisten (найбільше) |
am meisten (більше за все) |
|
bald (скоро) |
eher (скоріше) |
der/die/das eheste (якнайскоріше) |
am ehesten (скоріше за все) |
Das pronomen. Займенник
Arten von Pronomen. Типи займенників
|
Особові займенники |
Присвійні займенники |
Зворотний займенник sich (-ся) |
|
Безособовий займенник es (не перекладається) |
Вказівні займенники |
Неозначені (man (не перекладається), jemand — хтось) й заперечні займенники kein (ніякий), niemand (ніхто) та ін. |
|
Відносні займенники |
Питальні займенники |
|
Personalpronomen. Особові займенники
Відмінювання особових займенників

Possessivpronomen. Присвійні займенники
До присвійних займенників належать:

Mein Vater ist Arzt und meine Mutter ist Lehrerin. (Мій батько лікар, а моя мати вчителька.)
Ihr Heft ist immer sauber. (Її зошит завжди чистий.)
Відмінювання присвійних займенників
Присвійні займенники відмінюються в однині як неозначений артикль, а в множині — як означений.
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
Nom. |
mein Malkasten |
dein Buch |
seine Tasche |
unsere Hefte |
|
Gen. |
meines Malkastens |
deines Buches |
seiner Tasche |
unserer Hefte |
|
Dat. |
meinem Malkasten |
deinem Buch |
seiner Tasche |
unseren Heften |
|
Akk. |
meinen Malkasten |
dein Buch |
seine Tasche |
unsere Hefte |
Ich nehme mein Vokabelheft. (Я беру свій словник.)
Er schreibt mit seinem Kuli. (Він пише своєю ручкою.)
Die Mutter ruft ihre Tochter. (Мати кличе свою доньку.)
У німецькій мові присвійні займенники вживаються частіше, ніж в українській.
Die Frau kämmt sich ihre Haare und zieht ihre Jacke an. (Жінка причісує волосся та одягає куртку.)
Вказівні займенники
Вказівні займенники вказують на певну особу або певний предмет:
dieser, dieses, diese (цей, це, ця)
jener, jenes, jene (той, те, та)
solcher, solches, solche (такий, таке, така)
das (те, це)
es (те, це)
Dieser, jener, solcher відмінюються, як означений артикль; вживаються як прикметник.
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
|
maskulin |
neutral |
feminin |
|
|
Nom. |
dieser Tag |
jenes Buch |
solche Stadt |
diese Hefte |
|
Gen. |
dieses Tages |
jenes Buches |
solcher Stadt |
dieser Hefte |
|
Dat. |
diesem Tag |
jenem Buch |
solcher Stadt |
diesen Heften |
|
Akk. |
diesen Tag |
jenes Buch |
solche Stadt |
diese Hefte |
Займенник solcher, solches, solchе (Singular), solche (Plural) — такий, таке, така, такі, вживається зазвичай в однині з неозначеним артиклем і відмінюється, як прикметник, після неозначеного артикля:
In diesem Winter herrschte eine solche Kälte, dass viele Obstbäume erfroren. (Цієї зими був такий холод, що багато плодових дерев замерзло.)
Solch eine Kälte, bei solch einer Kälte — не відмінюється.
У займенниках derselbe, dieselbe, dasselbe (Singular), dieselben (Plural) — той самий, та сама, те саме, відмінюються обидві частини: артикль (der, die, das) та прикметник.
Ich studiere an derselben Uni wie mein Freund. (Я навчаюсь у тому самому університеті, що й мій друг.)
У займенниках derjenige, diejenige, dasjenige (Singular), diejenigen (Plural) (той, та, те; те) відмінюються обидві частини: der, die, das, die та прикметник:
Man hat denjenigen Schüler ausgewählt, der Deutsch gut spricht. (Вибрали того учня, що добре розмовляє німецькою.)
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
|
maskulin |
neutral |
feminin |
|
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Nom. |
derselbe |
dasselbe |
dieselbe |
dieselben |
|
Gen. |
desselben |
desselben |
derselben |
derselben |
|
Dat. |
demselben |
demselben |
derselben |
denselben |
|
Akk. |
denselben |
dasselbe |
dieselbe |
dieselben |
У мові часто вживаються вказівні займенники das, es.
Wer ist das? Das ist Direktorin. (Хто це? Це наша директор.)
Was ist das? Das ist das Schewtschenko-Denkmal. (Що це? Це пам’ятник Шевченку.)
Ich besuchte Deutschland. Weißt du das? — Ja, ich weiß es. (Я відвідав Німеччину. Ти знаєш це? — Так, я це знаю.)
Fragepronomen. Питальні займенники
До питальних займенників належать:
wer? (хто?), was? (що?), welcher? welches? welche? (який? яке? яка?), was für ein? was für eine? (який? яка?)
Відмінювання питальних займенників хто?, що?

Wer antwortet? (Хто відповідає?) Der Schüler antwortet. (Учень відповідає.) Was steht an der Ecke? (Що стоїть у кутку?) Der Fernseher steht da. (Там стоїть телевізор.) Was ist deine Mutter von Beruf? (Хто твоя мати за професією?) Sie ist Programmiererin. (Вона програміст.) Wessen Buch ist das? (Чия це книга?) Wem gehört das Heft? (Кому належить зошит?)
Питальний займенник welcher? welches? welche? вживають, якщо вибирають один предмет із кількох.
Welchen Bleistift nehmen Sie, den roten oder den blauen? (Який олівець Ви берете, червоний чи синій?) Welcher Wagen gehört Ihnen? — Der schwarze. (Яка машина належить Вам? — Чорна.)
Займенник was für ein? (що за..?) вживається, якщо хочуть довідатися про характеристику предмета, його якості. Відмінюється тільки ein, як неозначений артикль. У множині залишається тільки was für?
Was für ein Mensch ist er? — Ein sehr schwieriger. (Що він за людина? — Дуже важка.) Was für eine Kamera haben Sie? — Eine ganz einfache. (Яка у Вас камера? — Дуже проста.)
Relativpronomen. Відносні займенники
Відносними займенниками є:

Відносні займенники виконують роль сполучного слова, вони вводять підрядні означальні речення (Attributsätze, Relativsätze) і водночас є членами речення.
Відносний займенник узгоджується з іменником, до якого належить, у роді та числі. Він приймає ознаку відмінка, відповідного функції цього іменника.
Відносний займенник welcher, welches, welche вживається тільки для того, щоб уникнути повторення одних і тих самих займенників.
Erika ist das die, welche wir letzte Woche getroffen haben. (Еріка — це та, яку ми зустріли минулого тижня.)

Der letzte Roman von Theodor Fontane, den ich vor kurzem gelesen habe, gefällt mir sehr. (Останній роман Теодора Фонтане, який я нещодавно читав, мені дуже подобається.)
Indefinitpronomen und Negationspronomen. Неозначені й заперечні займенники
Неозначені займенники вказують на те, що особи або предмети не визначені, невідомі або малознайомі: man (не перекладається); jemand (хтось, хто-небудь); jeder, -s, -e (кожний, всякий; кожне, всяке; кожна, всяка); sämtliche, alle (всі). einige (деякі); viele (багато хто); mancher, manche, manches, manche (інші, інша, інше, багато хто); beide (обидва, обидві); wenige (мало хто); etwas (щось, що-небудь).
До заперечних займенників належать: kein, keine (ніякий, ніяке, ніяка); niemand (ніхто); nichts (ніщо).
Займенник man не відмінюється. Він є завжди підметом неозначено-особового речення:
1. Man вживається тільки в називному відмінку, в інших відмінках вживається займенник einer. Man означає багато незнайомих осіб або невизначену спільність.
Man spielt. (Грають.) In der Zeitung kann man viele Artikel lesen. (У газеті можна прочитати багато статей.) Diese Fernsehsendung kann einem gefallen. (Ця телепередача може комусь сподобатися.)
2. Займенники jemand (хтось) та niemand (ніхто) означають у позитивному та негативному реченні одну особу або групу незнайомих осіб, що вживаються тільки в однині та не мають закінчень у давальному і знахідному відмінках:
Haben Sie jemand gesehen? (Ви бачили кого–небудь?) Ich habe mit niemand gesprochen. (Я ні з ким не розмовляла.)
3. Займенник jeder змінюється, як означений артикль.
Jedes Kind muss mit sechs Jahren zur Schule gehen. (Кожна дитина в шість років повинна відвідувати школу.)
Jeder не має множини, у множині замість нього вживається займенник alle.
Alle Kinder müssen mit sechs Jahren zur Schule gehen. (Усі діти повинні з шести років відвідувати школу.)
4. Займенники alle, einige, viele, beide, wenige вживаються тільки у множині і відмінюються, як означений артикль.

5. Займенник etwas вказує не на неозначену особу, а на неозначений предмет. Він не змінюється.
Ich habe dich etwas gefragt! (Я в тебе щось запитав.)
6. Займенники kein, keine заперечують тільки іменник і стоять перед ним, змінюються, як неозначений артикль, в однині і, як означений, у множині.
Ich habe keinen Kuli. (У мене немає ручки.)
7. Займенник nichts не змінюється.
Sie hat nichts geantwortet. (Вона нічого не відповіла.)
8. Займенник irgend указує на щось неозначене: irgendwelcher (якийсь), irgendwer (хтось), irgendwann (колись), irgendjemand (дехто).
Irgendwer hat mir das gesagt. (Хтось мені це казав.)
9. Займенник mancher, manches, manche у множині означає особу або групу осіб, а також один або декілька предметів.
Wir haben schon manches erlebt. (Ми уже дещо пережили.)
Manche (Menschen) gehen oft ins Theater. (Деякі (багато хто) (люди) часто ходять у театр.)
Das unpersönliche Pronomen es. Безособовий займенник es
Безособовий займенник es вживається як підмет у безособових реченнях. Він не змінюється.
Es ist kühl. (Прохолодно.)
Es regnet/donnert/blitzt. (Іде дощ/гримить/блискає блискавка.)
Die präposition. Прийменник
Präpositionen mit dem Dativ und dem Akkusativ. Прийменники з давальним і знахідним відмінками
Прийменники, які керують Dativ та Akkusativ (відповідають на запитання wo?), вимагають давального відмінка (на запитання wohin? — знахідного): an — на, в, до, за, біля; auf — на, до, в; hinter — за, позаду; neben — біля, поруч, близько, поряд; in — в, через (якийсь час), на; über — над, про, через, більш, понад; unter — під, серед, між; vor — перед, до, від; zwischen — між
Die Frau stellt die Vase (wohin?) auf den Tisch. (Жінка ставить вазу (куди?) на стіл.)
Meine Freundin studiert (wo?) an der Universität. (Моя подруга навчається (де?) в університеті.)
Die Vase steht (wo?) auf dem Tisch. (Ваза стоїть (де?) на столі.)
Das Bild hängt (wo?) über dem Tisch. (Картина висить (де?) над столом.)
Деякі прийменники, що вимагають давального і знахідного відмінків, можуть зливатися з означеним артиклем:
am → an + dem (am Gebäude — біля будівлі)
im → in + dem (im Zimmer — у кімнаті)
ans → an + das (ans Gebäude — до будівлі)
ins → in + das (ins Zimmer — у кімнату)
aufs → auf + das (aufs Feld — у поле)
Präpositionen mit dem Akkusativ. Прийменники зі знахідним відмінком
Знахідного відмінка вимагають такі прийменники:
durch — через, по, за допомогою; für — для, за; ohne — без; um — навколо, в, на; entlang — уздовж; gegen — проти, біля; wider — проти; bis — до.
Wir gingen durch den Wald. (Ми йшли через ліс.)
Ich brauche einen Rucksack für die Wanderung. (Для мандрівки мені потрібен рюкзак.)
Ich übersetze den Text ohne Wörterbuch. (Я перекладаю текст без словника.)
Ich stehe um 7 Uhr auf. (Я встаю о сьомій годині.)
Sie protestieren gegen den Bau dieses Gebäudes. (Вони протестують проти зведення цієї будівлі.)
Präpositionen mit dem Dativ. Прийменники з давальним відмінком
Давального відмінка вимагають такі прийменники: mit — з, на; nach — після, по, через, в, на; aus — з; zu — для, до; von — від, з, про; bei — у, при; seit — з (часу); entgegen — проти, всупереч, назустріч; außer — крім; gegenüber — напроти, проти.
Mit dem Lehrer gehen wir ins Museum. (З учителем ми йдемо в музей.)
Nach der Stunde haben wir Pause. (Після уроку у нас перерва.)
Aus der Schule gehe ich nach Hause. (Зі школи я йду додому.)
Ich gehe heute zum Arzt. (Я йду сьогодні до лікаря.)
Meine Oma wohnt nicht weit von der Bushaltestelle. (Моя бабуся живе неподалік від автобусної зупинки.)
In Deutschland wohnte ich bei meinem Freund. (У Німеччині я жив у мого друга.)
Seit einem Monat besuche ich den Sprachkurs. (Уже місяць я відвідую мовні курси.)
Außer diesem Schüler kann ihm niemand helfen. (Крім цього учня йому ніхто не може допомогти.)
Прийменники zu, von, bei можуть зливатися з означеним артиклем.
|
zu + dem = zum |
zu + der = zur |
|
von + dem = vom |
bei + dem = beim |
Прийменники nach та gegenüber можуть стояти як перед іменником, так і після нього.
Nach der Schule treibt er Sport. (Після школи він займається спортом.)
Meiner Meinung nach müssen wir unsere Natur schützen. (На мою думку, ми повинні захищати природу.)
Dem Haus gegenüber befindet sich der Markt. (Напроти будинку знаходиться базар.)
Gegenüber der Post befindet sich das Reisebüro. (Напроти пошти знаходиться туристичне бюро.)
Прийменник entgegen також стоїть після іменника.
Das Kind läuft der Mutter entgegen. (Дитина біжить назустріч матері.)
Прийменники з родовим відмінком
Прийменники, що вимагають родового відмінка: statt (anstatt) — замість; infolge — внаслідок, через; während — протягом, під час; unweit — недалеко від; wegen — через, із-за; längs — уздовж; laut — згідно, відповідно; trotz — незважаючи на.
Statt des Buches nahm der Schüler ein Heft mit. (Замість книги учень узяв зошит.)
Während der Stunde muss man dem Lehrer zuhören. (Протягом уроку слід слухати вчителя.)
Прийменник wegen стоїть як перед іменником, так і після нього.
Wegen des schlechten Wetters kam ich in die Schule nicht. Або: Des schlechten Wetters wegen kam ich in die Schule nicht. (Через погану погоду я не прийшов до школи.)
Längs des Baches wachsen Tannen. (Уздовж струмка ростуть ялини.)
Unweit des Dorfes lag ein tiefer See. (Недалеко від села знаходилося глибоке озеро.)
Infolge seines Rechenfehlers hat er eine Drei in Mathematik bekommen. (Через свої помилки в розрахунках він отримав трійку з математики.)
Прийменники trotz та laut вживаються як з родовим, так і з давальним відмінками.
Trotz seines hohen Alters ging er schneller als ich. (Незважаючи на свій похилий вік він ішов швидше за мене.)
Laut Gesetz hat jeder Bürger der Ukraine das Recht auf Bildung. (Згідно із законом кожен громадянин України має право на освіту.)
Das zahlwort. Числівник
Allgemeines. Загальні відомості
У німецькій мові є такі групи числівників:
1. Grundzahlwörter (кількісні): ein, zwei, drei — zwei Schüler (два учні), drei Tage (три дні).
2. Ordnungszahlwörter (порядкові), що відповідають на запитання welche? (які?):
der 23. August (двадцять третє серпня).
3. Bruchzahlen (дробові):
1/3 (ein Drittel (третина), 1/20 (ein Zwanzigstel (одна двадцята).
Grundzahlwörter. Кількісні числівники
1. Кількісні числівники від 1 до 12 за своїм словотвором прості:
1 (eins), 2 (zwei), 3 (drei), 4 (vier), 5 (fünf), 6 (sechs), 7 (sieben), 8 (acht), 9 (neun), 10 (zehn), 11 (elf), 12 (zwölf).
Числівник «один» має форму “eins”, якщо за ним не йде іменник.
Ich komme morgen um eins. (Я прийду завтра о першій.)
Якщо після числівника «один» стоїть іменник, то вживається форма ein, eine, ein і він відмінюється, як неозначений артикль.
Er hat nur ein Buch und eine Zeitschrift genommen. (Він узяв тільки одну книжку і один журнал.)
2. Числівники від 13 до 19 утворюються шляхом додавання до назв одиниць числівника zehn:
13 (dreizehn), 15 (fünfzehn), 16 (sechzehn, корінь втрачає -s), 17 (siebzehn, корінь втрачає -en).
3. Числівники від 20 до 90 утворюються шляхом додавання до назви одиниць суфікса -zig:
20 (zwanzig (змінюється корінь)), 30 (dreißig (змінюється суфікс)), 40 (vierzig), 60 (sechzig (корінь втрачає -s)), 70 (siebzig (корінь втрачає -en)).
4. Назви сотень утворюються шляхом додавання до назв одиниць числівника hundert:
100 ((ein)hundert), 200 (zweihundert).
5. Назви тисяч утворюються шляхом додавання до назв одиниць числівника tausend:
1000 (eintausend), 2000 (zweitausend), 6000 (sechstausend).
6. Числівники від 21 до 99 утворюються так: спочатку називаються одиниці, потім вживається сполучник und, потім — десятки:
25 (fünfundzwanzig), 68 (achtundsechzig).
7. Числівники від 101 до 200 і далі читаються так:
101 (hunderteins), 350 (dreihundertfünfzig), 2561 (zweitausendfünfhunderteinundsechzig).
8. Дати читаються так: 1991 (neunzehnhunderteinundneunzig), 2005 (zweitausendfünf); im Jahr 33 vor Chr. — dreiunddreißig vor Christus (у тридцять третьому році до Різдва Христового).
Числівники пишуться як одне слово. Окрема назва мільйонів і мільярдів — з великої літери.
Ordnungszahlwörter. Порядкові числівники
Порядкові числівники утворюються від кількісних таким чином:
|
Від 2 до 19: |
Від 20: |
Винятки |
|
der zweite |
der zwanzigste |
der erste |
Порядкові числівники вживаються з означеним артиклем і відмінюються, як прикметники.
Der 24. August ist der Tag der Unabhängigkeit der Ukraine. (24 серпня — День незалежності України.)
Зазвичай порядкові числівники при зазначенні дат позначаються на письмі цифрами. У цьому випадку після цифри ставиться крапка, яка замінює суфікс і закінчення відмінку: der 28. Juni (двадцять восьме червня).
У листах дата пишеться так: Charkiw, den 24. Mai 2005 (den vierundzwanzigsten Mai zweitausendfünf) (Харків, 24 травня 2005 року).
У римських числах, наприклад при зазначенні королів, порядковий числівник також відмінюється.
Ludwig II. — Ludwig der Zweite (Людовік Другий)
Unter Karl V. (unter Karl dem Fünften) waren Deutschland und Spanien vereint. (При королі Карлі П’ятому Німеччина та Іспанія були об’єднані.)
Der Satz. Речення
Der einfache satz. Просте речення
Allgemeines. Загальні відомості
Для німецького речення типові три властивості:
1. Двочленність (підмет і присудок):
(Іде сніг.)
Man singt. (Співають.)
erst gegen Abend. (Я прийду тільки під вечір.)
2. Вербальний характер (присудок завжди має у своєму складі дієслово):
Er
Schüler. (Він учень.)
Sein Vater
Arzt. (Його тато лікар.)
3. Постійне місце присудка (друге місце у розповідному, та перше — у питальному й наказовому):
Wir
gerne ins Freie. (Ми охоче їдемо на природу.) (Aussagesatz.)
du im Sommer in die Karpaten? (Чи їдеш ти влітку в Карпати?) (Fragesatz.)
lauter! (Читай голосніше!) (Aufforderungssatz.)
Розповідне речення
1. При прямому порядку слів підмет стоїть перед присудком:
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Ich helfe immer meinen Freunden. (Я завжди допомагаю своїм друзям.)
У розповідному реченні може бути прямий чи зворотний порядок слів.
2. При зворотному порядку слів підмет стоїть після присудка:
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Im Sommer verbringen viele Kinder ihre Sommerferien im Ferienlager. (Улітку багато дітей проводять літні канікули в літньому таборі.)
Питальне речення
Існують кілька видів питальних речень.
1. Загальне питальне речення:
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Schreibt ihr heute einen Aufsatz? (Ви пишете сьогодні твір?)
2. Спеціальне питальне речення:
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Welche Sehenswürdigkeiten der Stadt Kyjiw kennst du? (Які визначні місця міста Києва ти знаєш?)
3. Альтернативне питальне речення:
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Gehst du in den Park oder bleibst du zu Hause? (Ти йдеш у парк чи залишаєшься вдома?)
Die satzreihe. Складносурядне речення
Речення, що входять до складу складносурядного речення, з’єднуються за допомогою сполучників: und (і, а), aber (але, а), oder (або), sondern (а, але), denn (тому що, бо), doch (все–таки, все ж), trotzdem (незважаючи на), dann (потім), deshalb (тому), darum (тому), deswegen (тому, з цієї причини). Парні сполучники: entweder … oder (або … або), sowohl … als auch (як … так і), nicht nur … sondern auch (не тільки … але й), bald … bald (то … то), teils … teils (частково … частково), weder … noch (ані … ані).
Порядок слів у складносурядному реченні
Сполучники und, aber, oder, denn, entweder … oder, sowohl … als auch, sondern; nicht nur … sondern auch не впливають на порядок слів:
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Heute bin ich sehr beschäftigt, denn morgen reise ich ab. (Сьогодні я дуже зайнятий, тому що завтра їду.)
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Heute bin ich sehr beschäftigt, denn ich reise morgen ab. (Сьогодні я дуже зайнятий, тому що завтра їду.)
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Після сполучників deshalb, darum, deswegen, dann, trotzdem, teils … teils, bald … bald, weder … noch вживається зворотний порядок слів.
Bald regnet es, bald scheint die Sonne. (То дощить, то світить сонце.)
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Das Buch ist interessant, darum will ich es lesen. (Книга цікава, тому я хочу її прочитати.)
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Er hatte sich sehr beeilt, trotzdem kam er zu spät. (Він дуже поспішав, незважаючи на це він запізнився.)
Bald ist die Patientin optimistisch, bald ist sie verzweifelt. (Пацієнтка то оптимістична, то у відчаї.)
Er war weder zu Hause, noch konnten wir ihn in seinem Büro erreichen. (Його не було ані вдома, ані в бюро ми його не могли застати.)
Das satzgefüge. Складнопідрядне речення
Складнопідрядне речення — це складне речення, яке складається з головного та підрядного (підрядних, залежних від головного) речень. Підрядне речення може вживатися як після, так і перед головним.
Побудова складнопідрядного речення

Wir gehen heute in den Wald nicht, weil das Wetter schlecht ist. (Ми сьогодні не підемо в ліс, оскільки погода погана.)

Wenn ich Zeit habe, treibe ich Sport. (Якщо у мене є час, я займатимуся спортом.)
Objektsätze (Додаткові підрядні речення)
Додаткові підрядні речення виконують у складнопідрядному реченні функцію об’єкта і вводяться сполучниками dass, ob, wer, was, wie, wann, wofür, woher, wohin тощо.
Ich weiß, dass wir morgen eine Kontrollarbeit schreiben. (Я знаю, що ми завтра пишемо контрольну роботу.) Ich möchte wissen, wofür du dich interessierst. (Я хотів би знати, чим ти цікавишся.) Sage, was du in den Ferien gelesen hast. (Скажи, що ти прочитав на канікулах.) Kannst du mir sagen, wann du zu mir kommst? (Чи можеш ти мені сказати, коли ти до мене прийдеш?)
Підрядні речення причини
Підрядні речення причини відповідають на питання warum? aus welchem Grunde? (чому? з якої причини?) і вводяться сполучниками weil, da, denn.
Побудова речення

Ich habe du Jacke mitgenommen, weil es abends kühl wird. (Я взяв із собою куртку, тому що ввечері стає прохолодно.)

Da (weil) das Geschäft renowiert wird, bleibt es geschlossen. (Оскільки магазин ремонтується, він залишається зачиненим.)

Ich komme später, denn ich habe noch etwas zu erledigen. (Я прийду пізніше, тому що мені потрібно дещо зробити.)
Підрядні речення часу
Підрядні речення часу відповідають на питання wann? (коли?), seit wann? (з якого часу?), wie lange? (як довго?);
als, wenn (коли), nachdem (після того як), während (у той час, коли), sobald (як тільки), seitdem (відтоді як), bis (доти, доки не), bevor (перш ніж), ehe (перш ніж), golange (доки).
Вживання сполучників als та wenn:
|
|
Vergangenheit (минулий час) |
Gegenwart (теперішній час) |
Zukunft |
|
einmalige Handlung |
als |
wenn |
wenn |
|
mehrmalige Handlung |
wenn |
wenn |
wenn |
Сполучник als виражає завжди одноразову дію в минулому.
Als ich voriges Jahr in Weimar war, war das Goethe-Haus geschlossen. (Коли я був минулого року у Веймарі, будинок Ґете був зачинений.)
Сполучник wenn виражає повторювану дію як у минулому, так і в майбутньому, а також одноразову в теперішньому.
Wenn ich in diesem Jahr wieder nach Hause komme, besuche ich unbedingt das Goethe-Haus. (Коли я цього року знову приїду додому, я обов’язково відвідаю будинок Ґете.)
Wenn ich nach Weimar fahre, besuche ich (jedesmal, meistens) auch das Goethe-Haus. (Коли я їду у Веймар, я відвідую (щоразу, найчастіше) також будинок Ґете.)
Сполучник während означає одночасність дій в головному та підрядному реченнях.
Während die Mutter das Essen zubereitete, spielte ihr Kind im Hof. (У той час, коли мати готувала їжу, її дитина гралася у дворі.)
Сполучник solange показує часові рамки, в яких відбуваються обидві події.
Solange es regnete, bleiben wir zu Hause. (Доки йшов дощ, ми залишалися вдома.)
Сполучник bis показує, що дія в головному реченні триває до початку дії в підрядному реченні.
Bis der erste Schnee fiel, musste das Haus fertig sein. (Доки не випав перший сніг, дім повинен бути готовим.)
Сполучник bevor показує, що дія в підрядному реченні відбудеться тільки після дії в головному.
Bevor er den Text übersetzen konnte, musste er neue Wörter lernen. (Перш ніж перекласти текст, він повинен був вивчити нові слова.)
Сполучник sobald виражає кінець події, що відбувається в підрядному реченні.
Sobald wir das Haus verließen, begann es zu regnen. (Тільки–но ми вийшли з будинку, почався дощ.)
Сполучник seitdem означає початок дії та її наявність у той момент, коли відбувається дія в головному реченні.
Seitdem ich im Gymnasium lerne, lerne ich Deutsch. (Відтоді як я навчаюся в гімназії, я вчу німецьку.)
Сполучник nachdem вказує на те, що подія в головному реченні відбудеться тільки після події в підрядному.
Nachdem ich mich ausgeruht hatte, machte ich mich wieder an die Arbeit. (Після того як я відпочив, я знову став до роботи.)
Nachdem ich die Prüfungen abgelegt habe, fahre ich ans Meer. (Після того як я складу іспити, я поїду до моря.)
Сполучник вказує на те, що подія в підрядному реченні відбулася раніше, ніж подія в головному реченні. Тому дії слід виражати відповідно такими часовими формами:

Підрядні речення мети
Підрядні речення мети відповідають на запитання wozu? (для чого?) zu welchem Zweck? (з якою метою?).
Der Lehrer schreibt die Regeln an die Tafel, damit die Scüler sie abschreiben. (Учитель пише правила на дошці, щоб учні їх списали.)
Якщо підмети в двох частинах складнопідрядного речення співпадають, то підрядні речення замінюються інфінітивною конструкцією um + zu +
Infinitiv.

Означальні підрядні речення
Означальні підрядні речення відповідають на запитання welcher? (який?), was für ein? (щоза?).
Роль сполучного слова виконують відносні займенники der, die, das, die (множина).
Відмінювання відносних займенників
|
Kasus |
Singular |
Singular |
Singular |
Plural |
|
|
maskulin |
neutral |
feminin |
|
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Nom. |
der |
das |
die |
die |
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Gen. |
dessen |
dessen |
deren |
deren |
|
Dat. |
dem |
dem |
der |
denen |
|
Akk. |
den |
das |
die |
die |
Das Buch, das auf dem Tisch liegt, habe ich geschenkt bekommen. (Книжку, яка лежить на столі, я одержав у подарунок.)
Wie alt ist dein Mitschüler geworden, dessen Geburtstag ihr gestern gefeiert habt? (Скільки років виповнилось твоєму однокласнику, день народження якого ви святкували вчора?)
Die Feiren, auf die ich mich freue, werde ich am Meer verbringen. (Канікули, яким я радію, я проведу біля моря.)
Підрядні умовні речення
Підрядні умовні речення відповідають на запитання unter welcher Bedingung? (за якої умови?). Підрядні умовні речення вводяться сполучниками wenn або falls.
Wenn du ein Lehrbuch brauchst, leihe es in der Schulbibliothek aus. (Якщо тобі потрібен підручник, візьми його в шкільній бібліотеці.)
Falls man sich das Bein verletzt, wendet man sich an den Arzt. (Якщо пошкодиш ногу, звертаєшся до лікаря.)
Якщо умова виконання дії нереальна, то вживається Konjunktiv II.
Wenn ich morgen Zeit hätte, würde ich zu dir kommen. (Якщо б у мене завтра був час, я прийшла б до тебе.)
Wenn das Wetter gestern besser gewesen wäre, wären wir in den Park gegangen. (Якщо б погода була вчора кращою, ми пішли б у парк.)
Допустові підрядні речення
Підрядне речення відповідає на запитання: незважаючи на що? Сполучник — obwohl.
Obwohl das Wetter schlecht ist, gehen wir sowieso spazieren. (Не дивлячись на те, що погода погана, ми все одно йдемо гуляти.)
Порівняльні підрядні речення
Порівняльні підрядні речення вводяться сполучниками je … desto.
Je mehr der Sportler trainiert, desto besser sind seine Sportleistungen. (Чим більше спортсмен тренується, тим кращі його спортивні досягнення.)
Literatur
A. Die Materiale des Lehrstuhls.
B. Ergänzungen:
1. Бушина Л. М., Елисеева Л. Н., Яцковская В. Я. Пособие по обучению на немецкомязыке для медицинскихвузов. – М., Высшая школа. – 1990.
2. Бушина Л. М., Елисеева Л. Н., Яцковская В. Я. Учебник неметкого язика для медицинских вузов. – М., Высшая школа. – 1990.
3. Криворук Т. Б., Шамрай Н. С., Гутнікевич Ю. В. Deuthsch-Німецька мова: Підручник для медичних ВНЗ І—ІІІ рівнів акредитації. – Київ: Медицина, 2012. – 400 с.
4. Зернова В.К. Deutscher Lehrkomplex. – Полтава. Дивосвіт. – 2003.
5. Петров В.И., Чупятова В.С., Цветова М.В. Русско-немецкий словарь-разговорник медицинских терминов и словосочетаний. – М., Русский язык. – 2002.
6. OMR Dr. Med. Dolf Kunzel Der menschliche Organismus gesund und krank. – VEB Verlag Vlk uns Gesundheit. – Berlin. – 1986.
7. Prof. Dr. Klaus – Ulrich Benner Der Körper des Menschen. – Weltbildverlag GmbH. – Augsburg – 1990.
8. Helbig H., Buscha J. Deutsche Grammatik. – Leipzig. – 1992.
9. Stalb H. Deutsch für Studenten. Text und Übungsbuch. Neubearbeitung. – München, 1991.
10. http://www.gesundheit.de/lexika/medizin-lexikon
Video zum Thema 12
Die Haut (1)
Die Haut (2)