Wie sieht Zungenkrebs aus

June 24, 2024
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Wie sieht Zungenkrebs aus

 

Mundhöhlenkrebs

Mundhöhlenkrebs – Früherkennung: Zahnärzte gefordert

In der Schweiz sterben jährlich rund 400 Menschen an Mundhöhlenkrebs, weil Tumoren an Zunge, Gaumen oder Kiefer oft zu spät entdeckt werden.
 Auch wenn sie es vielfach verdrängen: Raucher sind sich der Schädlichkeit ihrer Sucht bewusst. Der Tabakgenuss schadet aber nicht nur der Lunge, sondern kann auch in der Mundhöhle lebensbedrohliche Veränderungen verursachen. Das Perfide: Die Tumoren sind im Anfangsstadium nicht leicht zu erkennen und meist lange Zeit schmerzlos. Umso erschreckender ist die Sterberate. Wird ein Mundhöhlenkarzinom erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt, liegt die Überlebensrate nach fünf Jahren klar unter 50 Prozent.
 Die Früherkennung ist deshalb besonders wichtig. Doch genau hier stellte Prof. Daniel Buser, Direktor der Berner Universitätsklinik für Oralchirurgie und Stomatologie, Mitte der 90er-Jahre in einer Feldstudie Defizite fest: «Die Aus- und Fortbildung der Zahnärzte müsste klar verbessert werden.»

Daniel Busers Forderung leuchtet ein. Laut Studie fühlen sich viele seiner Zahnarztkollegen bei der Früherkennung überfordert. Aus diesem Grund haben die Universitäten in diesem Bereich in den letzten fünf Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um die Situation zu verbessern. Gefordert sind vor allem Zahnärzte in der Privatpraxis: «Der Durchschnittspatient geht einmal jährlich zur Kontrolle. Da liegt es auf der Hand, dass sich der Zahnarzt nicht nur um die Zähne, sondern die ganze Mundhöhle kümmert Für Buser haben Zahnarzt oder Dentalhygienikerin eine weitere wichtige Aufgabe. Sie sollen Risikopatienten als solche identifizieren und diese öfter zur Kontrolle aufbieten. Rauchen und Trinken: 15faches Tumorrisiko Gefährdet ist nicht nur der starke Raucher. Übermässiger Alkoholkonsum verstärkt das Risiko auf Mundhöhlenkrebs ebenso. Am schlimmsten ist die Kombination: Wer zu viel raucht und trinkt, hat das 15-fache Tumorrisiko. Bislang waren Mundhöhlenkarzinome vor allem ein Männerproblem (Verhältnis 9:1). Der Experte befürchtet aber, dass sich dies künftig drastisch ändern wird, da Frauen heute mehr und öfter Tabak und Alkohol konsumieren. Zudem werden Krebspatienten immer jünger. Wen wunderts? Wer mit 15 anfängt zu rauchen, ist bei einer Packung Zigaretten täglich mit 45 potenzieller Risikopatient für Mundhöhlenkrebs.

Der Zahnersatz auf Implantaten wird über die neue Festzuschuss-Regelung bezuschusst. Aber auch Implantate selbst werden in wenigen Ausnahmefällen auf Antrag erstattet, bei den sogenannten Ausnahmeindikationen. Diese haben den Hintergrund, dass unter bestimmten “schicksalhaften” Voraussetzungen, bei besonders schweren Kieferkrankheiten die gesetzliche Krankenkasse bereit ist, die Behandlung der Erkrankung an sich durch Übernahme der Implantatkosten zu therapieren. Dazu gehören u.a. schwere Kieferdefekte durch Unfälle, Krebserkrankungen und das Fehlen von Zähnen durch genetische Nichtanlage. Die vollständige Auflistung mit dem genauen Wortlaut  finden Sie weiter unten. Die Grenzen sind schwammig, wanicht und wann ja und wird letztendlich durch ein Gutachten der Krankenkassen  entschieden.

Vorabkommentar von implantate.com. Diese Texte wurden für Sachkundige verfasst und bieten dem Laien zum Teil unverständliche Information! Eine weitergehende Interpretation sollte nur mit Hilfe von Sachkundigen erfolgen!

Leistungen der Krankenversicherung
§ 28 (Abs. 1 u. 2 hier wiedergegeben)
Ärztliche und zahnärztliche Behandlung


1. Die ärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit des Arztes, die zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Krankheiten nach den Regeln der ärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig ist.
Zur ärztlichen Behandlung gehört auch die Hilfeleistung anderer Personen, die von dem Arzt angeordnet und von ihm zu verantworten ist.

2. Die zahnärztliche Behandlung umfasst die Tätigkeit des Zahnarztes, die zur Verhütung, Früherkennung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiteach den Regeln der zahnärztlichen Kunst ausreichend und zweckmäßig ist.
Wählen Versicherte bei Zahnfüllungen eine darüber hinausgehende Versorgung, haben sie die Mehrkosten selbst zu tragen. In diesen Fällen ist von den Kassen die vergleichbare preisgünstigste plastische Füllung als Sachleistung abzurechnen. In Fällen des Satzes 2 ist vor Beginn der Behandlung eine schriftliche Vereinbarung zwischen dem Zahnarzt und dem Versicherten zu treffen. Die Mehrkostenregelung gilt nicht für Fälle, in denen intakte plastische Füllungen ausgetauscht werden.
Nicht zur zahnärztlichen Behandlung gehört die kieferorthopädische Behandlung von Versicherten, die zu Beginn der Behandlung das achtzehnte Lebensjahr vollendet haben. Dies gilt nicht für Versicherte mit schweren Kieferanomalien, die ein Ausmaß haben, das kombinierte kieferchirurgische und kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen erfordert. Ebenso gehören funktionsanalytische und funktionstherapeutische Maßnahmeicht zur zahnärztlichen Behandlung; sie dürfen von den Krankenkassen auch nicht bezuschusst werden. Das Gleiche gilt für implantologische Leistungen, es sei denn, es liegen seltene vom Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen in Richtlinieach §92 Abs. 1 festzulegende Ausnahmeindikationen für besonders schwere Fälle vor, in denen die Krankenkasse diese Leistung einschließlich der Suprakonstruktion als Sachleistung im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung erbringt. Absatz 1 Satz 2 gilt entsprechend.


Richtlinien des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen für eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche vertragszahnärztliche Versorgung

Beschluss des Bundesausschusses der Zahnärzte und Krankenkassen am 24. Juli 1998 (in Kraft getreten am 22. September 1998)

VII. Ausnahmeindikationen für implantologische Leistungen


28. Der Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen legt in Richtlinien gem. § 92 Abs. 1 SGB V die seltenen Ausnahmeindikationen für besonders schwere Fälle fest, in denen der Anspruch auf implantologische Leistungen einschließlich der Epithesen und/oder der Suprakonstruktionen (implantatgetragener Zahnersatz) im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung gemäß §28 Abs. 2 Satz 9 SGB V als Sachleistung besteht. Der Bundesausschuss der Zahnärzte und Krankenkassen folgt dabei den Intentionen des Gesetzgebers, dass Versicherte nur in zwingend notwendigen Ausnahmefällen diese Leistungen erhalten.

29. Ausnahmeindikationen für Implantate und Suprakonstruktionen im Sinne von §28 Abs. 2 Satz 9 SGB V liegen in den in Satz 4 aufgeführten besonders schweren Fällen vor. Bei Vorliegen dieser Ausnahmeindikationen besteht Anspruch auf Implantate zur Abstützung von Zahnersatz als Sachleistung nur dann, wenn eine konventionelle prothetische Versorgung ohne Implantate nicht möglich ist. In den Fällen von Satz 4 Buchstaben a) bis c) gilt dies nur dann, wenn das rekonstruierte Prothesenlager durch einen schleimhautgelagerten Zahnersatz nicht belastbar ist.

Besonders schwere Fälle liegen vor

a. bei größeren Kiefer- oder Gesichtsdefekten, die ihre Ursache

·                    in Tumoroperationen,

·                    in Entzündungen des Kiefers,

·                    in Operationen infolge von großen Zysten (z.B. große follikuläre Zysten oder Keratozysten),

·                    in Operationen infolge von Osteopathien, sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt,

·                    in angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten) oder

·                    in Unfällen

·                    haben,


b. bei dauerhaft bestehender extremer Xerostomie, insbesondere im Rahmen einer Tumorbehandlung,
c. bei generalisierter genetischer Nichtanlage von Zähnen,
d. bei nicht willentlich beeinflussbaren muskulären Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich (z.B. Spastiken).

30. Bei extraoralen Defekten im Gesichtsbereich nach Tumoroperationen oder Unfällen oder infolge genetisch bedingter Nichtanlagen ist die operative Deckung der Defekte das primäre Ziel. Ist eine rein operative Rehabilitatioicht möglich und scheidet die Fixierung von Epithesen zum Defektverschluss durch andere Fixierungsmöglichkeiten aus, so ist eine Verankerung von Epithesen durch Implantate angezeigt.

31. Die Krankenkasse muss die in diesen Richtlinien genannten Behandlungsfälle mit dem Ziel begutachten lassen, ob die Ausnahmeindikationen vorliegen. Zahnarzt und Krankenkasse können eine Überprüfung des Gutachtens durch einen Obergutachter bei der KZBV beantragen.

Gutachter und Obergutachter müssen implantologisch erfahrene Zahnärzte sein, die von der KZBV im Einvernehmen mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen benannt werden. Das Vorschlagsrecht für entsprechende Gutachter und Obergutachter liegt sowohl bei der KZBV als auch bei dean Spitzenverbänden der Krankenkassen.

Rundschreiben der KZBV zur Verabschiedung eines Ausnahmekataloges für implantologische Leistungen in Auszügen (Stand: April 2001)

….

2. Beschreibung der Ausnahmeindikationen

Der Bundesausschuss hat nach Hinzuziehung von Sachverständigen folgende Ausnahmeindikationen festgelegt:

“Besonders schwere Fälle liegen vor

a. bei größeren Kiefer- oder Gesichtsdefekten, die ihre Ursache

·                    in Tumoroperationen,

·                    in Entzündungen des Kiefers,

·                    in Operationen infolge von großen Zysten (z.B. große follikuläre Zysten oder Keratozysten),

·                    in Operationen infolge von Osteopathien, sofern keine Kontraindikation für eine Implantatversorgung vorliegt,

·                    in angeborenen Fehlbildungen des Kiefers (Lippen-, Kiefer-, Gaumenspalten) oder

·                    in Unfällen

·                    haben,

·                    b. bei dauerhaft bestehender extremer Xerostomie, insbesondere im Rahmen einer Tumorbehandlung

·                    c. bei generalisierter genetischer Nichtanlage von Zähnen,

·                    d. bei nicht willentlich beeinflussbaren muskulären Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich (z.B. Spastiken).”

Zu a) Größere Kiefer- oder Gesichtsdefekte
Voraussetzung für die Einstufung als besonders schwerer Fall sind größere Kiefer- und Gesichtsdefekte, die ihre Ursache in operativen Eingriffen, Entzündungen, angeborenen Fehlbildungen oder Unfällen haben können. Insofern kann von implantologischen Leistungen gesprochen werden, die im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung erbracht werden. Um klarzustellen, dass ein Leistungsanspruch nur bei größeren Defekten besteht, wurde bei der Operation von Zysten besonders darauf hingewiesen, dass dies nur bei großen Zysten wie z.B. Keratozysten oder großen follikulären Zysten der Fall sein kann.
Haben Defekte ihre Ursache in Operationen infolge von Osteopathien, so sind häufig Implantatversorgungeicht indiziert. Hierauf wird unter a) noch einmal ausdrücklich hingewiesen.
Liegt ein größerer Kiefer- oder Gesichtsdefekt vor, so kommt eine Implantatversorgung nur dann in Betracht, wenn eine konventionelle prothetische Versorgung nicht möglich ist. Das ist nur dann der Fall, wenn das rekonstruierte Prothesenlager durch einen schleimhautgetragenen Zahnersatz nicht belastbar ist.

Zu b) Dauerhaft bestehende extreme Xerostomie
Als besonders schweren Fall bezeichnen die Richtlinien auch eine Befundsituation, bei der eine extreme Xerostomie (Mundtrockenheit) besteht, die nicht durch eine vorübergehende Medikamenteneinnahme ausgelöst, sondern dauerhaft vorhanden und durch therapeutische Maßnahmeicht behebbar ist.
Implantologische Leistungen unterliegen unter diesen Voraussetzungeur der Leistungspflicht der Krankenkassen, wenn sie im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung anfallen. Das ist z.B. der Fall, wenn die Xerostomie durch eine Tumorbehandlung verursacht wurde. Daher weist Buchstabe b) beispielhaft auf die Tumorbehandlung hin.
Wie bei den Ausnahmeindikationen unter Buchstabe a) gilt auch hier, dass eine Implantatversorgung zu Lasten der Krankenkasseur in Betracht kommt, wenn eine konventionelle prothetische Versorgung nicht möglich ist, weil das Prothesenlager durch einen schleimhautgetragenen Zahnersatz nicht belastbar ist.

Zu c) Nichtanlage von Zähnen
Ein besonders schwerer Fall kann auch vorliegen, wenn eine genetisch bedingte Nichtanlage von Zähnen gegeben ist. Dabei ist mit der Formulierung nicht nur die totale Zahnlosigkeit gemeint, sondern das genetisch bedingte Fehlen der Mehrzahl der Zähne. Auch hier kann von Leistungen im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung gesprochen werden. Die Nichtanlage einzelner Zähne stellt dagegen keinen “schweren” Fall im Sinne der Richtlinien dar.
Wie bei den Ausnahmeindikationen unter Buchstabe a) und b) unterliegen Implantate, die im Zusammenhang mit der genetisch bedingten Nichtanlage von Zähnen erforderlich sind, nur dann der Leistungspflicht der Krankenkassen, wenn eine konventionelle prothetische Versorgung ohne Implantate nicht möglich ist, weil das rekonstruierte Prothesenlager nicht belastbar ist.

Zu d) Muskuläre Fehlfunktionen
Als besonders schwer wird ein Fall auch dann eingestuft, wenn muskuläre Fehlfunktionen im Mund- und Gesichtsbereich, die nicht willentlich beeinflussbar sind (z.B. Spastiken) dazu führen, dass schleimhautgetragene Totalprothesen im Munde des Patienten keinen Halt finden. Implantatversorgungen, die aus diesen Gründen erforderlich sind, werden dann im Rahmen einer medizinischen Gesamtbehandlung erbracht.
Patienten können in solchen Fällen zu Lasten der Krankenkasse versorgt werden, da eine konventionelle prothetische Versorgung unabhängig von der Belastbarkeit des Prothesenlagers nicht möglich ist.

3.Verankerung von Epithesen

Bei einigen der aufgeführten besonders schweren Fälle liegen extraorale Defekte vor. Dies kann bei Tumoroperationen, Unfällen oder genetisch bedingten Nichtanlagen der Fall sein. Primäres Ziel ist es hierbei, die Defekte operativ zu decken. Eine rein operative Rehabilitation mittels plastischer Chirurgie ist nicht immer möglich. Insoweit muss mittels alloplastischer Materialien eine Wiederherstellung der Gesichtskontinuität erfolgen. Sofern die Fixierung von Epithesen zum Defektverschluss ohne Implantate möglich ist, sind diese Fixierungsarten zu wählen (Befestigung ohne Hilfsmittel unter Ausnutzung günstiger anatomischer Verhältnisse, Halt durch chirurgisch geschaffene Retentionen, Befestigung durch mechanische Verankerungsmittel, Befestigung durch Verwendung von Klebstoffen). Nur soweit eine Verankerung mit diesen Fixierungsmethodeicht möglich ist, ist eine Verankerung durch Implantate angezeigt.

Therapien bei Tumoren in der Mundhöhle

Krebs in der Mundhöhle ist tückisch: Der Tumor wächst meist im Verborgenen und bereitet lange keine Beschwerden. Doch je früher er entdeckt wird, desto besser sind die Aussichten der Betroffenen.

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© dpa

Rauchen kann Mundhöhlenkrebs verursachen.

Raucher riskieren, an Lungenkrebs zu erkranken. Wer oft und viel Alkohol trinkt, schadet damit seiner Leber: Solche Warnungen haben die meisten Menschen schon gehört. Weniger bekannt ist hingegen, dass Tabak und Alkohol auch das Risiko erhöhen, einen Tumor der Mundhöhle zu bekommen – zumal diese Erkrankung meist erst im höheren Lebensalter auftritt. Besonders häufig wird die Diagnose bei 60- bis 70-Jährigen gestellt. Doch steigt die Zahl der Erkrankungen bereits nach dem 50. Lebensjahr an. Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Unter 100.000 Einwohnern zählt man in Deutschland pro Jahr 16 Neuerkrankungen bei den Männern, bei den Frauen sind es zwei von 100.000.

Wie entstehen Mundhöhlentumore?

Videos zum Thema in Kooperation mit “Neues aus der Medizin”:

Infofilm Mundhöhlenkrebs

Animationsfilm Mundhöhlenkrebs

Talk über Mundhöhlenkrebs

30 Prozent aller Krebserkrankungen im Bereich von Kopf und Hals sind Tumore der Mundhöhle. Zu dieser zählen die gesamte Mundschleimhaut von den Lippen bis zum vorderen Gaumenbogen, der Gaumen, der Mundboden, die Zunge und das Lippenrot. Bei den meisten Patienten mit bösartigen Tumoren der Mundhöhle gehen diese von der Schleimhaut aus. Dieses Gewebe besteht aus sogenannten Epithelzellen, die wie Platten aneinander angeordnet sind. Tumore, die sich aus diesen Zellen entwickeln, werden darum auch Plattenepithelkarzinome genannt. Nur selten entstehen Tumore der Mundhöhle auch aus anderen Geweben oder kleinen Speicheldrüsen.

Wer ist besonders gefährdet?

Tabak und Alkohol erhöhen das Risiko, an einem Tumor der Mundhöhle zu erkranken: Das hat man in Studieachgewiesen. Besonders hoch ist die Gefahr einer Erkrankung aber bei Rauchern, die außerdem viel Alkohol trinken. Auch mangelhafte Mundhygiene und mechanische Reizungen im Mund, etwa durch eine schlecht sitzende Zahnprothese, begünstigen die Entstehung. Starke Sonneneinstrahlung erhöht zudem das Risiko, an einem Karzinom der Lippe zu erkranken. Doch erkranken auch Menschen an einem Tumor der Mundhöhle, die zu keiner der genannten Risikogruppen gehören.

Welche Anzeichen gibt es?

Ein Tumor der Mundhöhle bereitet den meisten Betroffenen lange Zeit keine Probleme. Beschwerden haben sie oft erst, wenn die Erkrankung bereits weit fortgeschritten ist. Dann haben sie zum Beispiel das Gefühl, einen Fremdkörper im Mund zu haben, spüren eine Schwellung oder leiden unter Blutungen, Gefühlsstörungen und Schluckbeschwerden. Schmerzen haben Betroffene aber nur selten. Untersucht man die Mundhöhle genauer, lassen sich aber auch Tumore erkennen, die sich in einem frühen Stadium befinden und noch keine Beschwerden machen. Das sieht man zum Beispiel daran, dass die Schleimhaut an einer Stelle ein Stück hervorragt oder in ihrer Farbe verändert ist. Besonders früh fallen solche Veränderungen an der Lippe auf. Tumore werden dort oft bereits festgestellt, wenn sie noch nicht zu Beschwerden geführt haben. Doch sollte man in jedem Fall sofort einen HNO-Arzt aufsuchen, wenn man verdächtige Veränderungen bemerkt oder gar Beschwerden hat. Denn je früher ein Tumor entdeckt wird, desto früher kann der Patient behandelt werden. Doch vergehen bis zur Diagnose im Durchschnitt leider immer noch sechs Monate, nachdem eine Veränderung der Mundschleimhaut entdeckt worden ist.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Besteht der Verdacht auf einen Tumor der Mundhöhle, muss der Arzt mehr über die Krankengeschichte des Betroffenen erfahren, um eine sichere Diagnose zu stellen. In einem Gespräch befragt er diesen zum Beispiel auch nach seinen Rauch- und Trinkgewohnheiten. Vor allem aber untersucht er die verdächtige Veränderung genauer. Unerlässlich ist es dabei, eine Gewebeprobe (Biopsie) zu entnehmen. Das lässt sich meist unter örtlicher Betäubung und ambulant in der Praxis durchführen. Bestätigt sich der Verdacht, sind weitere Untersuchungeotwendig. Darin bestimmt der Arzt, wie groß der Tumor ist und schließt aus, dass es noch weitere Tumore im Bereich des Kopfs und Halses gibt. Möglich ist das mit einer Panendoskopie. Bei dieser Untersuchung, die unter Vollnarkose erfolgt, führt der HNO-Arzt ein Rohr durch den Mund bis tief in den Rachen. Damit kann er nicht nur den gesamten Bereich der Mundhöhle, des Rachens und des Kehlkopfs, sondern auch die Speise- und Luftröhre genau untersuchen. Meist sind zudem noch weitere Untersuchungeotwendig, etwa Ultraschall, Röntgen und eine Computeroder Kernspintomografie (MRT). Damit lassen sich die Bereiche am Hals untersuchen, an denen die Lymphe abfließt. Bei größeren Tumoren kann man damit überprüfen, ob auch Organe im Brustund Bauchraum befallen sind, der Tumor also bereits gestreut hat. Gerade bei größeren Tumoren ist eine Schichtbild- Diagnostik sinnvoll. Eine Möglichkeit dafür ist eine MRT-Untersuchung. Damit kann der Arzt genau feststellen, wie groß der Tumor ist und wie tief er ins Gewebe eingedrungen ist. Nur nach einer sorgfältigen Diagnose lässt sich eine geeignete Therapiestrategie festlegen.

Wie läuft die Behandlung ab?

Es sind in erster Linie die Größe und die Lage des Tumors, die darüber entscheiden, welche Behandlung im Einzelfall den größten Erfolg verspricht. Doch ist es grundsätzlich die Therapie der Wahl, Tumore der Mundhöhle in einer Operation zu entfernen. Vor allem bei größeren Tumoren kann es zudem nötig sein, auch angrenzende Lymphknoten mitzuentfernen, wenn diese von Metastasen befallen sind, also von Absiedlungen des Tumors. In solchen Fällen kanach der OP zusätzlich eine Strahlentherapie notwendig sein, eventuell kombiniert mit einer Chemotherapie. Gibt es keine Hinweise, dass die Hals-Lymphknoten von Metastasen befallen sind, kann man bei kleineren Tumoren auch darauf verzichten, die Lymphknoten zu entfernen.

Wie behandelt man bei großen Tumoren?

Ist der Tumor sehr groß, entnimmt man die Lymphknoten vorbeugend, weil diese dann häufig von Metastasen befallen sind. Wird ein sehr großer Tumor entfernt, etwa in der Zunge, ist es oft notwendig, dieses Organ im Anschluss zu rekonstruieren. Das geschieht zum Beispiel, indem körpereigenes Gewebe an die Stelle verpflanzt wird, an der zuvor der Tumor war. So füllt man das entstandene Loch und stellt so die Funktion des Organs wieder her. Lässt sich der Tumor in einer Operatioicht entfernen, bleibt als Alternative nur, die Strahlen- und Chemotherapie allein einzusetzen. Ein weiterer Spezialfall liegt vor, wenn der Tumor gestreut hat, wenn also Krebszellen über den Blutstrom in entfernte Organe gelangt sind und dort Metastasen gebildet haben (Fernmetastasierung). Auch solche befallenen Organe kann man behandeln, wenn so eine Therapie Erfolg verspricht. Welche Behandlung man wählt, muss in jedem Einzelfall festgelegt wer-den. Die Therapie richtet sich dabei immer auch nach dem Allgemeinzustand des Patienten und möglichen Begleiterkrankungen. Über die Behandlung entscheiden dann alle an der Therapie beteiligten Ärzte der verschiedenen Fachdisziplinen gemeinsam mit dem Patienten. Doch können sich auch nach erfolgreicher Behandlung erneut Tumore oder Metastasen bilden. Darum ist auch die Nachsorge ein wichtiger Teil der Betreuung des Patienten.

Wie hoch sind die Heilungschancen?

Sechs von zehn Patienten mit einem Tumor der Mundhöhle überleben die ersten fünf Jahre nach der ersten Diagnose, wenn man die genaue Lage des Tumors, seine Größe und das Vorliegen von Metastaseicht berücksichtigt. Nur bei Tumoren der Lippe sind die Aussichten etwas besser, weil diese den Patienten sofort auffallen und die Therapie daher früh beginnen kann. Insgesamt hängt die Prognose und das Risiko eines erneuten Tumor-Wachstums aber von verschiedenen Faktoren ab: Dazu gehört die Größe des Tumors, aber auch die Beschaffenheit des Tumorgewebes, ein Befall von Lymphknoten oder auch von anderen Organen. Wie sich solche Faktoren auf die Wahrscheinlichkeit auswirken, die ersten fünf Jahre nach der Diagnose zu überleben, soll folgendes Beispiel verdeutlichen: Bei Patienten mit einem Tumor der Zunge, dessen Durchmesser vier Zentimeter nicht überschreitet, beträgt die Überlebensrate nach fünf Jahren 64 bis 95 Prozent, wenn ihre Lymphknoteicht befallen sind. Ist der Tumor größer als vier Zentimeter oder ist ein Lymphknoten befallen (mit Wachstum bis zu einer Größe von drei Zentimeter), sinkt sie auf 40 bis 70 Prozent. Sind mehrere Lymphknoten befallen, ist eine Metastase in den Lymphknoten größer als drei Zentimeter oder haben sich bereits in anderen Organen Metastasen gebildet, sinkt sie auf nur noch 16 bis 25 Prozent. Auch die Wahl des Therapiekonzepts hat Einfluss auf die Überlebenschancen der Patienten.

Was können Patienten selbst tun?

Die Patienten können aber auch selbst etwas tun, um ihre Chancen zu verbessern. So erhöht Rauchen und zu viel Alkohol nicht nur das Risiko zu erkranken. Damit verschlechtern sich auch die Überlebenschancen, wenn man bereits betroffen ist. Auch die Nachsorge sollten Patienten auf keinen Fall vernachlässigen: Um ein erneutes Wachstum des Tumors oder von Metastasen möglichst frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, sind regelmäßige Kontroll-Untersuchungen unerlässlich. Damit steigen die Chancen einer erfolgreichen Therapie. Grundsätzlich gilt für bösartige Tumore der Mundhöhle: Je früher die Therapie beginnen kann, desto besser sind die Überlebenschancen. Zudem kann die Funktion der Organe, also etwa der Zunge, viel eher erhalten werden, wenn der Tumor früh entdeckt wird. Auch die Lebensqualität der Patienten ist nach Abschluss der Therapie viel höher, wenn die Erkrankung früh entdeckt und behandelt wurde. Möglich ist so eine frühe Diagnose aber nur, wenn jeder auf Veränderungen in der Mundhöhle oder der Lippe achtet. Verschwinden diese nicht schnell von selbst, sollte man zum Arzt gehen. Hat eine konservative Behandlung auch nach spätestens etwa 14 Tagen keinen Erfolg, sollte dieser die Ursache der Veränderung unbedingt genauer abklären. Denur so ist eine frühzeitige Therapie möglich, wenn tatsächlich die Diagnose Krebs gestellt wird.

Was ist Mundhöhlenkrebs?

Artikel vorlesen

 

Bösartige Neubildungen in der Mundhöhle bezeichnet man als Mundhöhlenkrebs (Mundhöhlenkarzinom). Betrachtet man das bösartige Gewebe der Mundschleimhaut unter dem Mikroskop, handelt es sich meist um Plattenepithel-Zellen, weshalb Mediziner auch von einem Plattenepithelkarzinom sprechen.

In Deutschland erkranken jährlich rund 8.000 Männer und 3.000 Fraueeu an Krebserkrankungen der Mundhöhle oder des Rachens. Waren früher vor allem Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts betroffen, so nehmen heutzutage die Erkrankungen auch bei jüngeren Menschen zu.

 

Rund 90 Prozent der Betroffenen sind langjährige Raucher. Auch ein übermäßiger Alkoholgenuss fällt bei vielen Menschen auf, die an einem Mundhöhlenkarzinom erkrankt sind. Alkohol- und Nikotinmissbrauch zählen somit zu den wichtigsten Risikofaktoren von Mundhöhlenkrebs.

 

Schlechte Mundhygiene, ein zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse sowie mechanische Irritationen, etwa durch schlecht sitzenden Zahnersatz sind weitere Risikofaktoren. Auch Papillomaviren (Warzenviren) können Krebserkrankungen im Mund auslösen.

 

Wie macht sich Mundhöhlenkrebs bemerkbar?

In frühen Stadien ruft Mundhöhlenkrebs bei vielen Betroffenen keinerlei Beschwerden hervor, was dazu führt, dass die Krankheit oft erst entdeckt wird, wenn sie weiter fortgeschritten ist. Ob und welche Symptome auftreten, hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet und wie weit er sich ausgedehnt hat.

 

Im fortgeschrittenen Wachstum verursacht der Tumor häufig Schmerzen beim Essen und beim Schlucken. Der Speichel ist gelegentlich blutig gefärbt. Einige Betroffene fallen durch einen starken, durch den Zerfall von Tumorteilen ausgelösten Mundgeruch auf (Mundfäule).

 

Eine rasche Gewichtsabnahme oder ein plötzlicher Leistungsknick mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche sind allgemeine Zeichen, die bei einem fortgeschrittenen Krebsleiden vorkommen.

 

Wie stellt der Arzt die Diagnose?

Die genannten Beschwerden oder eine sichtbare Veränderung in der Mundhöhle, die zum Beispiel beim Zähneputzen aufgefallen ist, führen den Betroffenen häufig zum Arzt oder Zahnarzt. Dieser nimmt zunächst eine ausführliche Befragung (Anamnese Glossar-Symbol) hinsichtlich der aktuellen Beschwerden, deren Verlauf, möglichen Risikofaktoren (beispielsweise starkes Rauchen) und Begleiterkrankungen vor.

 

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg schaut sich dann die Mundschleimhaut genau an. In der Regel tut er dies mit einem Spiegelgerät, das es ihm erlaubt, die Mundhöhle besser einzusehen. Um die Ausdehnung des Tumors beurteilen zu können, tastet er die gesamte Mundhöhle sowie die Lymphknoten am Hals ab, da auch diese möglicherweise befallen sind.

 

Bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, eine Computer- oder Kernspintomografie liefern weitere Informationen über die Ausdehnung des Tumors. Sie geben Hinweise, ob der Tumor in den Knochen eingewachsen ist oder möglicherweise schon Metastasen (Tochtergeschwülste) in andere Organe oder in die Lymphknoten abgesiedelt hat.

 

Häufig entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie Glossar-Symbol) aus dem verdächtigen Bereich. Durch eine Untersuchung dieser Gewebeprobe unter dem Mikroskop kann der Pathologe eine sichere Diagnose stellen.

 

Eine gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt sowie Blutuntersuchungen geben zusätzliche Informationen über den Allgemeinzustand des Patienten.

Wie behandelt man Mundhöhlenkrebs?

Die Therapie von Mundhöhlenkrebs hängt in erster Linie vom Ausmaß der Erkrankung ab. Meist erfolgt eine Operation zur Entfernung des Tumors. Dabei schneidet der Chirurg den Krebs großflächig heraus.

 

Im fortgeschrittenen Tumorstadium streut der Tumor oft in die benachbarten Lymphknoten und bildet dort Metastasen. Um die Überlebenschancen der Patienten zu verbessern, ist es sinnvoll, sämtliche Lymphknoten einer Halsseite, gegebenenfalls auch beider Halsseiten zu entfernen (neck dissection). Da mit der Ausräumung der Lymphknoten auch eine Schädigung des Muskel- und Nervengewebes einhergeht, ist nach der Operation mit teilweise erheblichen Bewegungseinschränkungen im Kopf- und Schulterbereich zu rechnen.

 

Was sind die Risiken der Operation?

Wie jede Operation bergen auch Eingriffe in der Mundhöhle Risiken und Komplikationen. Als Grundsatz gilt, dass umso mehr Komplikationen und Beschwerden auftreten, je umfangreicher die Operation und je mehr Gewebe vom Krebs befallen ist. Der verbleibende Defekt in der Mundhöhle nach der Entfernung des Tumors kann Schwierigkeiten beim Essen, Trinken, Schlucken und beim Sprechen verursachen.

 

Bei den Operationen kann es zu Verletzungen von anderen Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen kommen, die Blutungen und Nachblutungeach sich ziehen können. Infektionen, vor allem im Bereich der Wunde, sind möglich. Schlimmstenfalls führt dies zu einer Blutvergiftung. Blutgerinnsel, also Thrombosen und Embolien, kommen selten vor. Die radikale Halsausräumung ist bei Mundhöhlenkrebs sicherlich als der größte und komplikationsreichste Eingriff anzusehen. Auch hier sind der Nutzen, also die Heilung des Patienten, und die Risiken sorgfältig gegeneinander abzuwägen.

 

Strahlenbehandlung

Im Anschluss an die Operation erfolgt häufig eine Strahlenbehandlung oder eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie. Die Bestrahlung des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten und die Chemotherapie haben zum Ziel, auch das restliche, bei der Operation eventuell nicht erfasste Tumorgewebe zu zerstören. Röntgenstrahlung in bestimmter Dosierung verursacht Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen schneller erholen, da sie über bessere Reparaturmechanismen verfügen. Tumorzellen, die primitiver und anfälliger sind, sterben hingegen ab.

 

Bei fortgeschrittenen Tumorstadien kann alternativ vor der Operation eine Bestrahlung, meistens in Kombination mit einer Chemotherapie (Zytostatika Glossar-Symbol) erfolgen.

 

Wenn eine Operatioicht möglich oder zu riskant ist, kommt meistens ebenfalls eine Bestrahlung in Kombination mit einer Chemotherapie zum Einsatz.

 

Die Entscheidung zur Strahlenbehandlung und zur Chemotherapie hängt von Art, Ausdehnung und Lage des Tumors ab. Welche Therapie hinsichtlich ihrer Risiken und ihres Nutzens die beste ist, sollten die Betroffenen eingehend mit den behandelnden Ärzten besprechen.

 

Nebenwirkungen der Strahlenbehandlung

Durch die Strahlenbelastung kommt es vor allem zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute. Die Folge sind Entzündungen des Zahnfleischs, der Speiseröhre, des Magens, des Darms und der Harnblase. Es kann auch zu einer Lungenentzündung kommen. Die Entzündung der Darmschleimhaut äußert sich mit Bauchschmerzen, Krämpfen und blutig-schleimigen Durchfällen. Strahlenschäden an der Haut (Strahlendermatitis) ähneln einem sehr starken Sonnenbrand. Zu den Spätschäden einer Strahlentherapie kommen unter anderem großflächige Gewebezerstörungen und Geschwüre.

 

Nebenwirkungen der Chemotherapie

Eine zusätzliche Chemotherapie schädigt nicht nur die bösartigen Tumorzellen, sondern auch das gesunde Gewebe. Im Prinzip kann die Chemotherapie jedes Organ (zum Beispiel Herz, Nieren, Blase, Leber, Lungen, Knochenmark) mehr oder weniger in Mitleidenschaft ziehen und in seiner Funktion beeinträchtigen. Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit sind häufige Begleiterscheinungen einer Chemotherapie. Auch allergische Reaktionen und Haarausfall können auftreten. Die Zellgifte haben ihrerseits eine gewisse krebsauslösende (kanzerogene) Wirkung.

 

Behandlung mit Antikörpern

Für die Behandlung von Mundhöhlenkrebs gibt es seit einigen Jahren einen Antikörper Glossar-Symbol, der sich gezielt gegen bestimmte Faktoren, die für das Wachstum der Tumorzelleotwendig sind, richtet. Er verhindert also, dass sich die Tumorzellen vermehren können. Die Behandlung mit dem Antikörper erfolgt in Kombination mit einer Bestrahlung oder einer Chemotherapie.

 

Kosmetische Korrekturen

Bei manchen Patienten ist es notwendig, bei der Operation Teile des Kieferknochens zu entfernen. Um die entstandenen Lücken wieder aufzufüllen, setzt der Arzt zum Beispiel eine Prothese aus Metall oder Kunststoff oder auch körpereigenes Material (zum Beispiel Haut oder Knochen aus einem anderen Körperbereich) ein. Bei Bedarf erhält der Betroffene auch eine Zahnprothese.

Wie ist die Prognose von Mundhöhlenkrebs?

Die Prognose von Mundhöhlenkrebs hängt sehr von der Art und Lokalisation des Tumors sowie vom Tumorstadium zum Zeitpunkt der Diagnose ab. Dabei sind der Differenzierungsgrad des Tumors, seine Größe und Ausdehnung, ein möglicher Lymphknotenbefall und das Vorhandensein von Metastasen in anderen Organen von großer Bedeutung.

 

Generell hat sich die Prognose der Erkrankung durch neue, effektivere Behandlungsmethoden in letzter Zeit verbessert.

 

Nach einem Mundhöhlenkarzinom müssen die Betroffenen lebenslang regelmäßige Nachuntersuchungen durchführen lassen, damit der Arzt einen erneuten Tumor und mögliche Komplikationen frühzeitig erkennen kann.

 

Früherkennung

Je früher eine Krebserkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Veränderungen in der Mundhöhle, zum Beispiel nicht abheilende Entzündungen oder Geschwüre, können ein erster Hinweis auf eine Krebserkrankung sein und sollten unbedingt beim Arzt oder Zahnarzt abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die sich den Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs aussetzen, zum Beispiel starke Raucher oder Alkoholiker.

 

Mund beim Mensch

Der Mund beim Menschen wird in der Mundart vielfach auch als Maul wie bei den Tieren bezeichnet, womit die Körperhöhle und die ihn umgebenden Weichteile im Kopf gemeint sind, die den obersten Teil vom Verdauungstrakt bildet.

Da im Mund eine gleichbleibende Temperatur mit hoher Feuchtigkeit und vielen Nischen herrscht, bietet der Mund gute Lebensbedingungen für die Mundflora mit den Mikroorganismen die von einer Vielzahl von Bakterien, Hefen oder auch Protozoen besiedelt ist. Die Funktion der Mundhöhle ist sehr wichtig beim Mensch und auch die Mikroorganismen im Mund sollten miteinander in einem ökologischen Gleichgewicht stehen, was für die Mundgesundheit von Bedeutung ist. Mundspeichel vernichtet einen Teil der Krankheitserreger wie Bakterien und Kleinpilze, die in die Mundhöhle gelangen und neutralisiert Säuren, die von zahnschädigenden Bakterien gebildet werden und den Zahnschmelz angreifen. Speichel hält die empfindliche Auskleidung der Mundhöhle ständig feucht und macht die Nahrungsbrocken gleitfähig, damit sie leicht durch die Speiseröhre rutschen.

Der Mund ist ein Intimbereich bzw. ein Oralbereich worüber viele Zahnpatienten bei der Zahnbehandlung nicht gerne Sprechen.

Zum Mund gehören Zähne und Zunge

Der Mund ist eine Körperöffnung durch die Nahrung aufgenommen wird und auch als Oral bezeichnet, denn Oral bedeutet wörtlich “zum Mund gehörend” oder “den Mund betreffend“.

Mund bei Menschen ist der beste Begriff für den ganzen Mundraum und so sagt man Mundhöhlenkrebs und nicht Maulkrebs, denn Maul wird vielfach bei Tieren verwendet mit Ausnahme wen man sagt, er ist ein Grossmaul.

Der Mund ist eine Höhle

Die meisten Menschen sind gut erzogen und sprecheicht mit vollem Mund, womit gesagt ist, das der Mund zum Essen und zum Sprechen gebraucht wird.

Beim Menschen bildet der Mund mit seinen verschiedenen Details die Öffnung vom Verdauungstrakt, denn vom Mund aus wird durch den Mundspeichel die Verdauung eingeleitet. Mund-Speichel hilft beim Wegspülen von Nahrungsresten aus der Mundhöhle sowie von den Zähnen und aus den Zahnzwischenräumen bzw. Speichel sorgt auch für Mundhygiene. Ausserdem vermag der Speichel im Mund mineralische Bestandteile vom Zahnschmelz abzuscheiden und so zwischen den Essensmahlzeiten den harten Schmelz in gewissen Grenzen zu reparieren. Der Mund ist beim Menschen die Mundhöhle als Körperhöhle mit den umgebenden Weichteilen im Kopf, die den ersten Teil des Verdauungstraktes bildet. Der Mund ist die Öffnung für die Nahrungsaufnahme, dient der Stimmerzeugung (Phonetik) und wird auch für die Atmung genutzt. Hauptteile vom Mund sind die Mundspalte die von den Lippen umschlossen ist, der Mundvorhof, der sich zwischen Lippen und Wangen sowie zwischen Oberkiefer und Unterkiefer (nebst Zahngruppen) befindet.

Der Raum zwischen Lippen, Wangen und den Zahnreihen im Mund resp. im Zahnlosen Kiefer, den in die Mundhöhle ragenden Fortsätzen als Kieferknochen wird als Mund-Vorhof bezeichnet.

Mund, Mundhöhle, Mensch, Maul, Mundflora

Als Alveolarfortsatz wird der Teil des Oberkiefers und Unterkiefers bezeichnet, der die Zahnfächer (Alveolen) trägt und im Mund Bestandteil vom Zahnhalteapparat ist.

Die Form vom Alveolarfortsatz ist im Mund funktionell sehr variabel, denn im unbezahnten Kiefer wird der Alveolarfortsatz zurückgebaut, was durch den Höhenverlust der Kiefer ohne prothetische Versorgung zu einer sichtbaren Veränderung der Form vom “Mund” bzw. Untergesicht beim Menschen führt.

Innerhalb der Zahnreihen wird der Raum im Mund als eigentliche Mundhöhle bezeichnet der weitgehend von der Zunge ausgefüllt wird und wo die Ausführungsgänge der Unterzungenspeicheldrüsen und der Unterkieferspeicheldrüse in den Mund münden. Die Ausführungsgänge der Ohrspeicheldrüse, der Lippenspeicheldrüsen und Wangenspeicheldrüsen münden in den Mundvorhof. Die Lippen drücken zusammen mit der mimischen Muskulatur vom Mund des Menschen das menschliche Gefühle des Lächelns aus. Der Speichel als Sekret im Mund vom Menschen befeuchtet zunächst die Mundhöhle, was das Riechen beeinflusst und das Schlucken, Sprechen und Schmecken möglich macht.

Mundkrebs Rachenkrebs Mundhöhlenkrebs

Unter Mundkrebs versteht man einen Tumor, der sich im Mund entwickelt.

Als Mundkrebs bezeichnet man Krebs, der sich an den Lippen resp. vielfach an der Unterlippe, im Mundinnenraum, im hinteren Rachenraum, an den Rachenmandeln oder an den Speicheldrüsen entwickelt. Wird der Krebs nicht frühzeitig erkannt, muss Mundkrebs operiert oder mit einer Strahlentherapie und oder auch Chemotherapie behandelt werden. Warnhinweise von beginnendem Mundkrebs ist schwierig zu erkennen, denn in frühen Stadien kann Mundhöhlenkrebs vorliegen, ohne dass Beschwerden entstehen. Ob und welche Symptome auftreten, hängt davon ab, wo sich der Tumor befindet und wie weit er sich ausgedehnt hat. Mundkrebs oder Rachenkrebs kann überall im Mund oder Rachen auftreten. Ein erhöhtes Krebsrisiko besteht bei Rauchern, besonders bei Pfeifenrauchern sowie beim Genuss von Kautabak. Bösartige Neubildungen in der Mundhöhle bezeichnet man als Mundhöhlenkrebs bzw. Mundhöhlenkarzinom. Betrachtet man das bösartige Gewebe der Mundschleimhaut unter dem Mikroskop, handelt es sich meist um so genannte Plattenepithel-Zellen, weshalb Mediziner auch von einem Plattenepithelkarzinom sprechen. Mundhöhlenkrebs ist, ebenso wie Malignome (bösartige Tumoren) der Lippen, eine insgesamt seltene Krebserkrankung. Dennoch gehört er neben dem Rachenkrebs und Kehlkopfkrebs zu den häufigsten bösartigen Neubildungen im Halsbereich, Nasenbereich und Ohrenbereich.

Anzeichen von Mundkrebs

Anzeichen von Mundkrebs sind Stimmveränderungen, Schwellungen am Kiefer, die zu einem schlechten Sitz der Zahnprothese führen.

Wunde Stellen an Lippen, Zahnfleisch oder Mundinnenseite, die leicht bluten und nicht verheilen. Anzeichen von Mundkrebs können auch Knoten oder Verdickung in der Wange, die mit der Zunge gefühlt werden kann sein. Mögliche Anzeichen von Mundkrebs sind auch Schwierigkeiten beim Kauen oder Schlucken von Nahrung, Weisse oder rote Flecken auf dem Zahnfleisch, Zunge oder Mundinnenseite sowie Sensibilitätsverlust oder Taubheitsgefühl in einem Teil des Mundes. Bei fortschreitendem Wachstum verursacht der Tumor häufig Schmerzen beim Essen und beim Schlucken. Der Speichel ist gelegentlich blutig gefärbt. Einige Mundkrebspatienten fallen durch einen starken Mundgeruch auf, der durch den Zerfall von Tumorteilen ausgelöst wird.

 Was ist das Schwierige bei der Schmerzsymptomatik?

Schmerzen sind subjetive Phänomene, die von den Patienten durch psychische, emotionale und kulturelle Faktoren modifiziert und individuell verschieden wahrgenommen werden. Die Angaben des Patienten sind daher hilfreich, um eine Erkrankung zu eruieren, helfen aber bei der eindeutigen Diagnose nur mit Einschränkung.



Was sind Hypersensibilitäten des Dentins?

Hypersensibilitäten des Dentins sind Überempfindlichkeiten, die sich als kurze, scharfe Schmerzen äußern. Kariöse, chemische, thermische oder mechanische Reize, die auf das freiliegende Dentin treffen, können die Hypersensibilitäten auslösen. Dabei ist Kälte schlimmer als Wärme, da die Schwelle für Schmerzempfindlichkeit an der Schmelz-Dentin-Grenze für Kälte schon bei 26°C erreicht wird und die Schwelle für Wärme mit 48°C zu hoch liegt, um sie zu erreichen. Dabei weisen mittlerweile 20% aller Patienten Dentinhypersensibilitäten auf. Hauptsächlich betroffen sind freiliegende Zahnhälse und abgeschliffene Zahnflächen. Nach dem Legen von Füllungen mit Adhäsiv-Technik muss auch mit Hypersensibilitäten gerechnet werden, diese Schmerzen können teilweise furchtbar groß sein. Der Schmerzauslösung liegen drei Theorien zu Grunde, wobei der hydrodynamischen Theorie die größte Bedeutung gemessen wird:

1.      Die hydrodynamischen Theorie, hierbei wird der Dentinliquor in den Tubuli bei frei liegendem Dentin durch äußere Reize in

         Bewegung gesetzt, wodurch die Nervendigungen mechanisch gereizt werden und eine Schmerzempfindung ausgelöst wird.

2.      Die direkte Reizung, dabei kommt es durch die auslösende Substanz zum direkten Reiz der Nervenendigungen

3.      Die Stimmulation der Odontoblastenfortsätze, dabei werden die einwirkenden Reize über die Odontoblastenfortsätze

         weitergeleitet zu den Nervenfasern

 

Vermindert werden können diese Hypersensibilitäten durch die strikte Vermeidung von säurehaltigen Speisen, schonende Putztechnik, evtl. Knirscherschiene bei Fehlbelastungen oder Behandlung mit Desensitizern, die die Dentinkanälchen versiegeln. Durch die Penetration in die Kanälchen wird entweder eine Ausfällung von Plasmaproteinen (z. B. Gluma) bewirkt oder der einfache Verschluss der offenen Dentintubuli mittels größerer Partikel, die in den Desensitizern enthalten sind. Zum Beispiel ist in einigen Zahnpasten wie Sensodyne Strontium enthalten, welches den Verschluss bewirken. Zum Versiegeln der freiliegenden Kanälchen verwenden viele Zahnärzte Präparate mit Methacrylaten (z. B. Seal and Protect) oder hochkonzentrierten Fluoriden (z. B. Duraphat). Bei einem neueren Produkt namens NovaMin handelt es sich um eine Wirkstoffkombination Glaskeramik, die einen bioaktiven Prozess auslöst, der im wässrigen Milieu beginnt. Dabei reagieren Nanopartikel mit den im Speichel befindlichen Kalzium- und Phosphationen, und bilden ein kristallines Hydroxylkarbonatapatit. Diese Mineralschicht versiegelt die freiliegenden Dentintubuli und mindert die Schmerzempfindlichkeit der Zähne.



Welche Differentialdiagnosen können auftreten?

Schmerzen können vielseitige Ursachen aufweisen und müssen stets von anderen Erkrankungen abgegrenzt werden. So muss bei apikalen Schmerzen ein Parodontalabszess ausgeschlossen werden. Beim Parodontalabzess ist die Pulpa vital. Wobei auch Kombinationen von parodontalen und periapikalen Läsionen auftreten können. Eine Supraokklusion oder Scherwirkungen beim Bruxismus können zur Schädigung der parodontalen Strukturen führen und infolge der Gewebeschädigung kommt es zu einer sterilen (bakterienfreien) Entzündung, die reversibel ist. Klinisch erkennbar an traumatischer Okklusion durch Schlifffacetten und neue Restauraionen, weitere klinische Befunde können vergrößerte Sondierungstiefen und Perkussionsempfindlichkeiten in vertikaler und auch horizontaler Richtung sein. Auch bei einer Sinusitis maxillaris sind Patienten auf Kälte und Perkussionstestung empfindlich. Dabei werden oftmals gleich mehrere Zähne nebeneinander angegeben ohne Auffälligkeiten insuffizienter Füllungen oder kariöser Läsionen. Am besten abgrenzbar durch einen einfachen Test, und zwar führt eine kopfüber Bewegung zu Druckgefühl in den Nasennebenhöhlen oder sogar richtigen Schmerzen. Auch der Fingerdruck auf die Suborbitalregion führt zum unangenehmen Gefühl bis hin zum Schmerz. Frageach kürzlichen Erkältungen erhärten zumeist die Diagnose. Bei Kiefergelenkproblemen, Trigeminusneuralgie, Neuritis, Otitis, Osteomyelitis, Zysten, Migräne oder Neoplasien können die Schmerzen so ausstrahlen, dass der Patient dies als Zahnschmerzen beschreibt. Aber auch eine Infraktur muss ausgeschlossen werden, welches sich durch den sogenannten Loslassschmerz äußert. Das Zubeißen auf ein Wattestäbchen führt zur Erweiterung eines möglichen Frakturspaltes, der sich beim ruckartigen Loslassen schließt und die Pulpa quetscht.

Diagnose und Einteilung von Pulpaerkrankungen

Obliterierte Pulpahöhle zweier Schneidezähne nach Trauma und Pulpanekrose

Wie bei jeder Entzündung kommt es als Antwort des Körpers zu einer verstärkten Durchblutung (Hyperämie): Die zuführenden Blutgefäße dehnen sich aus. Die Hyperämie kann in eine akute oder chronische Pulpitis übergehen. Ein Zahn mit akuter Pulpitis ist überdurchschnittlich temperaturempfindlich. Es genügt schon kühle Luft, um den Schmerz auszulösen. Bei der Pulpitis acuta serosa kommt es durch erweiterte Kapillargefäße zum Austritt von Granulozyten und Serum. Wenn eiweißabbauende Enzyme aktiv werden, entsteht Eiter (Pus), der bei dieser Pulpitis acuta purulenta zu starken Schmerzen führt.

Die chronische Pulpitis ist dagegen oft völlig symptomlos. Sie entsteht meistens durch Karies. In der Pulpa sammeln sich weiße Blutzellen (Leukozyten) zur Entzündungsabwehr. Durch die Bakterien werden die Blutgefäße der Pulpa durchlässiger für Serum (Pulpitis serosa) und die Zellen der Entzündungsabwehr nehmen zu (z.B. Lymphozyten). Bakterien verschlimmern die Entzündung. Eiterbildende Granulozyten kommen hinzu und die Schmerzen werden stärker.

Bei einer reversiblen, akuten Pulpitis reagiert der Zahn auf süß, kalt und heiß. Die Schmerzen dauerur kurz an. Der Sensibilitätstest ist positiv. Wenn sich die Karies ohne Pulpaeröffnung entfernen lässt, ist der Zahn danach symptomlos. Die Pulpa kann vital erhalten werden. Diese akute Form der Pulpitis ist also reversibel.

Bei einer irreversiblen Pulpitis, die akut oder chronisch sein kann, bereitet der Zahn andauernde Schmerzen. Das Dentin ist oft bis zur Pulpahöhle zerstört und kariös verändert. Die Schmerzen halten auch nach Kariesentfernung und medikamentöser Einlage weiter an. Zu der Berührungs- und Aufbissempfindlichkeit des Zahnes kommt die abnehmende oder fehlende Reaktion auf eine Sensibilitätsprüfung. Der Schaden, den die Pulpa erlitten hat, lässt sich nicht mehr in den ursprünglichen, gesunden Zustand umkehren; er ist irreversibel.

Der Verlust der Vitalität des Zahnmarks führt zu einer Pulpanekrose, die zunächst symptomlos ist. Dies kann durch eine bakterielle Infektion wie bei der Gangrän geschehen oder nach Trauma ohne Bakterienbeteiligung. Findet eine Infektion über das Foramen apicale in den Kieferknochen statt, kommt es zur akuten oder chronischen apikalen Parodontitis. Die Diagnose erfolgt durch eine negative Sensibilitätsprüfung. Die Therapie liegt in der Trepanation mit anschließender Wurzelkanalaufbereitung und -füllung.

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, zersetzen vor allem anaerobe Fäulnisbakterien das abgestorbene Gewebe und eine Gangrän entsteht. Die Fäulnisbakterien entwickeln ein Gas. Das Gas erzeugt einen Druck im Zahn, der den starken Schmerz entstehen lässt. Durch die Trepanation des Zahnes tritt oft eine Schmerzlinderung ein, da diese Fäulnisgase, Eiter und Sekrete entweichen können. Dabei sind die Wurzelkanäle massiv bakteriell verseucht, was am fauligen Geruch und Geschmack zu erkennen ist. Bei einer Pulpagangrän fällt der Sensibilitätstest negativ aus. Wenn der Zahn klopfempfindlich wird, sind Bakterien über das Foramen apicale in den Kieferknochen eingedrungen. Der Körper versucht, sich zu wehren, indem er ein Abwehrgewebe bildet, ein apikales Granulom. Auf dem Röntgenbild ist es als dunkler apikaler Fleck zu erkennen. Unter bestimmten Bedingungen können sich später Zysten oder Abszesse entwickeln.

Die chronische apikale Parodontitis zeigt oft keine Schmerzen. Das Behandlungsprinzip bei irreversibler Pulpitis und Pulpagangrän besteht in der Entfernung (Exstirpation) der schmerzenden und infizierten oder abgestorbenen Pulpa und dem bakteriendichten Abfüllen der Wurzelkanäle mit gewebeverträglichen Pasten und Guttapercha-Stiften.

Parodontitis apicalis (Folge einer Pulpaerkrankung)

Apikale Parodontitis an beiden Wurzeln des Zahnes 36

Apikale Granulome an den Wurzelspitzen 46

Bei dieser Diagnose handelt es sich um eine Entzündung des Zahnhalteapparates im Bereich der Wurzelspitze. Diese akute oder chronische periapikale Entzündung wird verursacht durch:

·                    infizierte oder nekrotische Pulpa,

·                    unvollständige oder überstopfte Wurzelfüllungen,

·                    Medikamente,

·                    Desinfektionsmittel,

·                    apikale Traumen,

·                    Knirschen und Parafunktionen.

Bei der Betrachtung von Röntgenbildern findet man oft zufällig einen erbsengroßen abgekapselten Entzündungsherd, eine Parodontitis apicalis chronica. Der vorher gesunde Knochen wird im Bereich der Wurzelspitze durch entzündliches Weichgewebe ersetzt. Das Weichgewebe an der Wurzelspitze wird auch als Granulom bzw. umgangssprachlich als Eiterbeutel bezeichnet.

Eine chronische Parodontitis apicalis kann akut werden, wenn Bakterien aktiv werden. Die chronische Entzündung flammt auf. Der Zahn wird aufbissempfindlich. Die Therapie besteht in der Trepanation des Zahnes und der anschließenden Wurzelkanalbehandlung. Ist die Therapie erfolgreich, geht die  Entzündung allmählich zurück.

Bei einer Parodontitis apicalis sind die Bakterien im Wurzelkanal für die Entzündung verantwortlich. Im Falle einer Fistelbildung klingen die akuten Schmerzen ab. Eine erfolgreiche Kanalaufbereitung und -desinfektion führen schoach wenigen Tagen zur Rückbildung der Fistel.

Auswirkungen der apikalen Parodontitis im Knochen

Die Mund-Funktion ist vielfältig

Die Funktion vom Mund ist vielfältig und wird darum auch als Mundwerkzeug bezeichnet, denn der Mund ist wichtig beim Sprechen als Sprechwerkzeug und zu Beissen mit den Aufgaben der Zähne als Beisswerkzeug.

Die Höhle vom Mund ist nie steril, denn die Mundhöhle steht über die Mundspalte mit der Aussenwelt in Verbindung. Die Mundhöhle geht nach hinten in den mittleren Rachen über, der hinter den beiden Gaumenbögen liegt. Zwischen dem vorderen und dem hinteren Gaumenbogen liegt die Gaumenmandel, die mit den Rachenmandeln und der Zungenmandel zusammen den so genannten Waldeyerschen Rachenring im Mund bilden. Die vordere Öffnung vom Mund in die Mund-Höhle ist die Mund-Spalte und die hintere Öffnung vom Mund ist der Schlund bzw. Rachenenge. Die Mundhöhle ist gesamthaft mit einer Schleimhaut überzogen die als Mundschleimhaut die ein mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel trägt. Ein akuter Mundsoor ist eine Infektion vom Mund-Raum und Rachen-Raum mit Candidapilzen die sich in einem weissen und abstreifbaren Belag sowie geröteten Schleimhäuten äussert. Risikofaktoren für Mund-Soor sind Zahnprothesen, Diabetes mellitus, Immunschwäche, Cortisonsprays, das Säuglingsalter sowie eine Behandlung mit Antibiotika etc.

Zum Hauptteil des Mundes gehört die Mundhöhle mit dem Mundboden, den Zähnen im Zahnbett bzw. Zahnhalteapparat zu dem auch der Kieferknochen gehört, der Zunge und dem Gaumen.

Mund, Mensch, Mundhöhle, Mundhöhlenbereich

Der Mund dient mit der Funktion der Mundhöhle neben seiner Verdauungsfunktion als Verdauungstrakt, dem Kauen bzw. Zerkleinern und Einspeicheln auch der Stimmerzeugung und kann zur Atmung genutzt werden.

Der Speichel im Mund mit der Speichel-Multifunktion wird auch als Spucke bezeichnet und enthält Stoffe wie Lysozym, Immunglobulin A, Laktoferrin und Histatin mit antibakterieller Wirkung, denn nicht umsonst wird gesagt, die Katze leckt die Wunde weg, was dem Histatin im Mund-Speichel zu verdanken ist der die Wundheilung fördert.

Feinde der Mundgesundheit sind Magensäure und Lebensmittelsäuren, denn Säuren wie die Magensäure greifen den Zahnschmelz an und können somit die Zähne durch Zahn-Karies schädigen. Feinde der Zähne sind Karies und Zahnerkrankungen durch Parodontitis, denn kariesverursachenden Bakterien verwerten zuckerhaltige Lebensmittel und produzieren daraus Säure die den Zahnschmelz angreifen. Die Schleimhaut im Mund bzw. in der Mundhöhle besteht aus mehrschichtigem Plattenepithel, das nur an mechanisch stark beanspruchten Stellen verhornt ist, ansonsten ist die Mundschleimhaut meist unverhornt bleibt. Im Lippenbereich ausserhalb der Mundhöhle hat es eine Zone mit einem gefässreichen hohen Bindegewebe, das darunter das Lippenrot ausmacht. Die Stomatitis ist eine Entzündung der Schleimhaut im Mund die ausgelöst werden kann durch Viren, Bakterien oder Pilze oder aber auch durch physikalische Irritationen, allergische oder toxische Reaktionen als Folge von systemischen Erkrankungen bei Vitaminmangel oder als Nebenwirkung von Arzneimitteln und andere Substanzen. Bei schweren Verläufen von Mundschleimhautentzündung ist die Kaufunktion und Schluckfunktion stark eingeschränkt, was zu einer Mangelernährung und Austrocknung bzw. Mundtrockenheit führen kann.

 

Mundhöhle

Die Zunge als Muskelkörper wölbt sich von unten in die Mundhöhle.

Der erste Abschnitt vom Verdauungstrakt des Menschen ist die Mundhöhle mit dem Mund-Speichel als Sekret.

Mund Mundhöhle Gaumen Rachen Zunge Zähne

Die Mundhöhle wird vielfach auch als Mundraum oder Mundhöhlenraum bezeichnet.

Mundraum, eine Mundhöhle

Die Mundhöhle hat eine vielfältige Funktion und ist der Anfang des Verdauungsapparats und ist der Raum, der nach vorne durch die Lippen, nach oben durch den harten und weichen Gaumen begrenzt ist und sich von der Nasenhöhle trennt.

Die Mundhöhle wird begrenzt an den Seiten durch die Zähne, nach oben durch den harten und weichen Gaumen und nach unten durch die Zunge und die Mundbodenmuskulatur. Die Mundhöhle besteht aus der eigentlichen Mundhöhle (Cavum oris).und dem Mundhöhlenvorhof, das den Raum zwischen den Wangen, Lippen und Zähnen bildet. Die vorderen zwei Drittel des Gaumens der mit Schleimhaut ausgekleidet ist, macht der harte Gaumen aus, denn er besteht aus miteinander verbundenen Knochen des Oberkiefers und des Gaumenbeins. Die Schleimhaut wird quer von mehreren Gaumenkämmen durchzogen, an denen die weiche Nahrung mit der Zunge zerdrückt wird und längs von der Gaumennaht. Im hinteren Drittel besteht der weiche Gaumen aus den beiden Gaumensegeln, zwischen denen das Gaumenzäpfchen sitzt.

Der Mundhöhlenraum ist seitlich durch die Wangen und nach unten durch den Mundboden begrenzt.

Mundhöhle, Mundhöhlenraum, Mundraum, Mund

Die Mundhöhle hat eine vielfältige Funktion und beginnt als .Cavitas oris vorne an der Mundspalte und geht ohne scharfe Grenze hinten in den Schlund über.

Mundhöhlen-Raum

Durch die Zähne wird die Mundhöhle in einem innerhalb der Zahnbögen gelegenen Hauptraum und einen, zwischen den Zähnen (Lippen und Wangen) und Vorraum getrennt.

Das Dach der Mundhöhle wird vom Gaumen im Mund gebildet und der vordere, knöcherne Anteil, (harte Gaumen) trennt die Mundhöhle von den Nasenhöhlen. Der hintere bewegliche Teil (weiche Gaumen) trennt sie vom Nasopharynx (Schlund), während unter dem weichen Gaumen der Übergang der Mundhöhle in den Schlund (Oropharynx) erfolgt. In den seitlichen Übergangsgebieten (Wänden) liegen die Gaumenmandeln (Mandel) und von oben hängt in der Mitte das Zäpfchen (Uvula) als hinterster Anteil des weichen Gaumens herab. In Lippen, Wangen, und Gaumen gibt es viele kleine Drüsen, die den Speichel (Sekret) in die Mundhöhle abgeben. Die Sekrete (Speichel) aller Speicheldrüsen bzw. Munddrüsen für die Speichelabsonderung, enthalten Enzyme, die den Verdauungsvorgang einleiten. Enzyme im Speichel der Mundhöhle sind Hilfsstoffe des Körpers, die die Verdauung von Stärke wie Brot, Nudeln und Kuchen einleiten. Unter Physiologische Selbstreinigung der Mundhöhle versteht man die antiseptische Wirkung des Speichels sowie die Funktion der Zunge zur Reinigung der Zähne. Während sich das Sekret der Ohrspeicheldrüsen gegenüber dem 2. oberen Mahlzahn entleert, entleert sich der Speichel der beiden anderen Drüsen hinter den unteren Schneidezähnen. Die ganze Mundhöhle ist mit Schleimhaut ausgekleidet. Die Mundschleimhaut enthält viele Drüsen, die einen feinen Schleim absondern. Im Bereich von Oberkiefer und Unterkiefer ist die Schleimhaut fest mit der Knochenhaut verwachsen und wird als Zahnfleisch bzw. Gingiva bezeichnet. Die Mundhöhle ist der Raum für die Zähle und dem Mundhöhlenvorhof, das den Raum zwischen den Wangen, Lippen und Zähnen bildet. Oben wird die Mundhöhle durch den harten und den weichen Gaumen begrenzt und unten durch die Unterseite der Zunge und die Mundbodenmuskulatur. An den Seiten der Mundhöhle befinden sich die Zähne des Oberkiefers und Unterkiefers im Mund. Die hintere Grenze bei der Mundhöhle bildet der Rachenraum.

Mundhöhlen-Karzinom

Unter dem Begriff Mundhöhlenkarzinom werden alle bösartigen Tumoren der Mundhöhle und der Zunge verstanden, das eine Krebsart ist.

Bösartige Neubildungen in der Mundhöhle bezeichnet man als Mundhöhlenkrebs, der Fachbegriff dafür ist Mundhöhlen-Karzinom. Mediziner sprechen vielfach von Plattenepithelkarzinom, denn wenn man das bösartige Gewebe der Mundschleimhaut der Mundhöhle unter dem Mikroskop betrachtet, handelt es sich vielfach um Plattenepithel-Zellen. Bei den meisten Mundhöhlenkarzinomen handelt es sich um den Plattenepithelkarzinomen, denn andere Tumorarten wie der Adenokarzinom der von den seromukösen Schleimhautdrüsen ausgeht sind sehr selten. Mundhöhlenkarzinome sind den Kopf-Hals-Tumoren anzusiedeln wo die häufigste Ursache dieser Tumore mechanische Irritationen sind wie durch scharfe Zahnkanten oder schlecht sitzende Prothesen, die an der Zunge oder Wangenschleimhaut scheuern. Mundhöhlen-Tumore können auch entstehen bei schlechtem Ernährungsstatus, schlechter Mundhygiene sowie chronische Einwirkung karzinogener Substanzen wie rauchen von Tabak in Verbindung mit Alkohol. Lebenslang sollten regelmässige Nachuntersuchungeach einem Mundhöhlenkarzinom (Mundkrebs) durchgeführt werden, um einen erneuten Tumor in der Mundhöhle und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen.

Mundhöhlen-Krebs

Mundhöhlenkrebs ist wie Malignome als bösartige Tumore der Lippen, eine seltene Krebserkrankung und gehört er neben dem Rachenkrebs und Kehlkopfkrebs zu den häufigsten bösartigen Neubildungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Die Mundhöhle und damit auch der Mundhöhlenkrebs wird begrenzt durch Gaumen, Mundboden, Wangen und Lippen sowie durch das Halszäpfchen „Uvula“ und die seitlich vom Zäpfchen verlaufenden Gaumenbögen. Mundhöhlenkrebs kann beim Betroffenen in frühen Stadien ohne Beschwerden ablaufen, denn ob und welche Symptome auftreten ist abhängig davon, wo sich der Krebs in der Mundhöhle, der meist als Mundhöhlen-Tumor bezeichnet wird befindet und wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat. Der Mundhöhlen-Krebs verursacht bei fortschreitendem Wachstum vielfach beim Essen und beim Schlucken leichte Schmerzen, wobei der Speichel auch blutig gefärbt sein kann. Vielfach fällt Mundhöhlen-Krebs durch Mundgeruch auf, was durch den Zerfall von Tumorteilen ausgelöst wird und als Mundfäule bezeichnet wird. Bei einem fortgeschrittenen Krebsleiden kann beim Mundhöhlen-Krebs eine rasche Gewichtsabnahme erfolgen, was ein plötzlicher Leistungsknick mit Abgeschlagenheit, Schwäche und Müdigkeit zur folge hat. Die Prognose von Mundhöhlenkrebs ist abhängig von der Art, der Lokalisation und dem Stadium, in dem sich der Tumor im Mundraum zum Zeitpunkt der Diagnose befindet. Von grosser Bedeutung beim Mundhöhlenkrebs sind die Grösse und Ausdehnung sowie ein möglicher Lymphknotenbefall und die Frage nach Metastasen in anderen Organen. Die Heilungschancen bei Mundhöhlenkrebs schwanken sehr stark, denn man spricht von bis zu 80 % Heilungschancen sofern der Tumor frühzeitig entdeckt wird, sinkt aber bis auf 0 bei fortgeschrittenen Mundhöhlenkarzinomen. Veränderungen in der Mundhöhle wie das nicht Abheilen von Entzündungen oder Geschwüre im Mundbereich sollte man darum beim Zahnarzt, Arzt oder Kieferchirurgen abklären lassen.

Mundkrebs

Unter Mundkrebs versteht man einen Tumor bzw. Mundhöhlenkrebs, der sich im Mundraum entwickelt und vielfach durch schlecht sitzende Zahnprothese hervorgerufen wird.

Als Mundkrebs bezeichnet man Krebs im Mundinnenraum, im hinteren Rachenraum, an den Rachenmandeln sowie Krebs an den Lippen, meist Unterlippe oder Krebs der sich an den Speicheldrüsen entwickelt. Mundhöhlenkrebs oder abgekürzt Mundkrebs ist bei Männern häufiger als bei Frauen und tritt im Normalfall erst nach dem 40. Lebensjahr auf, was mit dem Risikofaktor schlecht gemachter Zahnersatz, schlechter Mundhygiene und Rauchen in Verbindung mit gleichzeitig starkem Alkoholkonsum gebracht werden kann.

Zur Entstehung bösartiger Schleimhautveränderungen wie Mundkrebs in der Mundhöhle führen vielfach schlechtgemachter Zahnersatz wie schlecht sitzende Zahnprothesen.

Mundkrebs, Mundhöhlenkrebs, Karzinom, Mund

Das Mundhöhlenkarzinom bzw. Mundkrebs gehört bei den Männern zu den zehn häufigsten Krebsarten, was meist auf die Risikofaktoren wie schlecht sitzende Zahnprothese mit regelmässigem Tabakkonsum und gleichzeitigem Alkoholkonsum sowie unzureichende Mundhygiene und lokale Reizfaktoren durch schlecht sitzenden Zahnersatz zurückzuführen ist.

Symptome bei Krebs im Mund

Mundkrebs erkennen ist nicht einfach, doch gibt es Hinweise die darauf hindeuten können, wenn Veränderungen erfolgen die sich nicht bessern.

Wunde Stellen an Lippen die nicht verheilen
Zahnfleisch das leicht blutet und nicht verheilt
Bluten in der Mundhöhle die längere Zeit nicht verheilt
Verdickungen oder Knoten in der Wange die man mit der Zunge fühlt
Taubheitsgefühl und Sensibilitätsverlust in einem Mund-Bereich
Weisse oder rote Flecken auf Zahnfleisch
Weisse oder rote Flecken in der Mundhöhle oder auf der Zunge
Schwierigkeiten beim Schlucken oder Kauen der Nahrung
Unerklärliche Schmerzen oder Wundheit im Mund
Unerklärliches Fremdkörpergefühl in der Kehle
Schwellungen am Kiefer „schlechter Sitz der Prothese
Veränderte Stimme beim Sprechen

Diagnose Mundkrebs

Wird der Mundkrebs bzw. ein Mundhöhlekarzinom nicht frühzeitig erkannt, kann dies tödlich sein.

Eine Früherkennung von Mundkrebs ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung, damit ein Mundhöhlenkarzinom nicht tödlich endet. Werden Beschwerden oder sichtbare Veränderungen in der Mundhöhle festgestellt, wird durch den Zahnarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder durch den Kieferchirurg eine Befragung bzw. Anamnese hinsichtlich der Beschwerde und deren Verlauf sowie mögliche Risikofaktoren und Begleiterkrankungen vorgenommen. Für die Diagnose von Krebs im Mundbereich wird die Mundschleimhaut in der Mundhöhle meist mit einem Spiegelgerät genauer angesehen. Bei Verdacht auf Mundtumor wird die gesamte Mundhöhle sowie die Lymphknoten am Hals abgetastet, um befallene Stellen und Ausdehnung vom Tumor beurteilen zu können. Bei Verdacht auf Mundhöhlen-Krebs werden bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Computertomografie oder Kernspintomografie eingesetzt die genauere Informationen über die Ausdehnung des Tumors liefern, denn diese geben Hinweise, ob der Tumor im Knochen eingewachsen ist oder bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, das Tochtergeschwülste sind oder der Tumor in die Lymphknoten abgesiedelt hat.

Behandlung von Mundhöhlenkrebs

Die Behandlung von Mundhöhlenkrebs bzw. Therapie vom Mundhöhlenkarzinom besteht in der operativen Entfernung vom Mundhölentumor wobei der Tumor grossflächig herausgeschnitten wird, damit auch der Defekt durch ein Transplantat verschlossen werden kann.

Bei fortgeschrittenem Tumorstadium streut der Tumor in die benachbarten Lymphknoten sodass alle Lymphknoten einer oder beider Halsseiten entfernt werden müssen. Damit wird nebst dem Lymphknoten auch Muskelgewebe und Nervengewebe im Mundbereich und Gesichtsbereich entfernt, sodass nach der Operation mit teilweiser Bewegungseinschränkung im Kopfbereich und Schulterbereich zu rechnen ist. Die Strahlenbehandlung des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten erfolgt im Normalfall im Anschluss an die Operation, um auch das restliche, operativ nicht erfasste Tumorgewebe im Mundbereich zu zerstören. Operationen in der Mundhöhle bergen Risiken wie alle Operationen, die Komplikationen verursachen können, im Besonderen je mehr Gewebe in der Mundhöhle vom Krebs befallen ist. Nach der Entfernung des Tumors kann der Defekt in der Mundhöhle Schwierigkeiten beim Essen, Trinken und Schlucken, oder beim Sprechen verursachen, was seltener ist. Der Mundhöhlenkrebs wird normal operiert und mit einer Strahlentherapie oder auch gleichzeitig mit Chemotherapie behandelt, was wiederum weitere Zahnprobleme bzw. Probleme betreffend Zähne, Zahnersatz, Kieferknochen und Zahnbehandlung haben kann. Die Röntgenbestrahlung verursacht Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen rascher erholen, da sie die besseren Reparaturmechanismen besitzen, Tumorzellen die einfacher und anfälliger sind, sterben dagegen ab. Im fortgeschrittenen Tumorstadium kann eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie mit Zellgiften bzw. Zytostatika fast ohne Operation in Erwägung gezogen werden, wobei die Heilungschancen bei Mundkrebs meist geringer ist.

 

Bei einer Parodontitis apicalis sind die Bakterien im Wurzelkanal für die Entzündung verantwortlich. Im Falle einer Fistelbildung klingen die akuten Schmerzen ab. Eine erfolgreiche Kanalaufbereitung und -desinfektion führen schoach wenigen Tagen zur Rückbildung der Fistel.

Auswirkungen der apikalen Parodontitis im Knochen

Fistel bei apikaler Parodontitis

Fistelrückbildung nach Wurzelkanalbehandlung

A – apikale Parodontitis bei 47
B – Entzündungsrückbildung nach Wurzelkanalbehandlung

Rückbildung der apikalen Parodontitis nach Wurzelkanalbehandlung

Zahn 21 mit apikaler Entzündung als Karies- und Pulpitisfolge

Wurzelkanalbehandlung

Wurzelkanalbehandlung

Röntgenmessaufnahme

Das Prinzip der Wurzelkanalbehandlung besteht darin, infiziertes oder totes Gewebe aus dem Zahninneren zu entfernen und den Hohlraum durch ein Füllmaterial abzudichten. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung, wenn die Pulpa noch nicht abgestorben ist.

Die Wurzelkanalbehandlung lässt sich gliedern in:

1.                Entfernung von Pulpengewebe

2.                Wurzelkanallängenbestimmung

3.                Aufbereiten der Wurzelkanäle

4.                Füllen der Wurzelkanäle

Zuerst müssen die Kanaleingänge gefunden und erweitert werden. Ist der Eingang gefunden, wird das erkrankte Gewebe aus dem Wurzelkanal entfernt. Wenn die Wurzeln stark gebogen, sehr fein oder verkalkt sind, kann es unmöglich sein, mit den Aufbereitungsinstrumenten bis an den Apex zu kommen. Die Folge ist dann eine ungenügende Wurzelkanalbehandlung, die die Entzündung nicht zur Ruhe kommen lässt.

Die Wurzelkanallängenbestimmung legt die Arbeitslänge von Wurzelkanalinstrumenten fest, indem sie die Länge bis zum Foramen apicale zeigt. Ausschlaggebend für eine korrekte Füllung der Kanäle ist ihre vorher z.B. röntgenologisch ermittelte Länge.
Im Röntgenbild ist dann erkennbar, wie weit das Instrument von der Wurzelspitze entfernt ist und welche Länge die Instrumente im Kanal haben dürfen. Die Kanallängenbestimmung kann auch elektrisch erfolgen. Dabei wird eine Sonde in den Kanal eingeführt und das Ende des Wurzelkanals über ein Messgerät angezeigt.

Wurzelkanalinstrumente

Wurzelkanalspülung

Die Wurzelkanalaufbereitung dient zur Vorbereitung des Wurzelkanals für die Wurzelfüllung. Mit flexiblen, maschinell oder manuell angetriebenen Bohrern und Feilen, die sich auch gekrümmten Wurzeln anpassen, werden die Kanäle erweitert und geglättet. Weiterhin ist eine Kanalaufbereitung mittels Ultraschall möglich.

Die Aufbereitung der Kanäle sollte bis zum Foramen apicale erfolgen.

Ein unbeabsichtigtes seitliches Durchbohren der Wurzel nennt man via falsa, d.h. falscher Weg. Die Wurzelkanalfüllung hat das Ziel, den aufbereiteten Wurzelkanal mit einer speziellen Paste und mit passenden Guttapercha-Spitzen bakteriendicht zu füllen und dadurch den Behandlungserfolg dauerhaft zu sichern. Die Wurzelkanalfüllungen erfolgen mit körperfremden Substanzen, die gewebsfreundlich, erhärtend, fließfähig, dimensionsstabil, wandständig, bakteriendicht, nicht resorbierbar und röntgensichtbar sein sollen. Zusätzlich ist eine desinfizierende Wirkung sinnvoll, um übrig gebliebene oder neu eingeschleppte Bakterien unschädlich zu machen.

Einbringen von Paste und Stiften in die Wurzelkanäle

Bei einer thermoplastischen Wurzelkanalfüllung wird erwärmte, verformbare Guttapercha in den aufbereiteten Wurzelkanal gespritzt oder als Guttapercha-Stift eingebracht. Bevorzugt wird das Einbringen mehrerer Guttapercha-Stifte mit erhärtenden Pasten. Während normalerweise die orthograde Wurzelkanalfüllung von der Krone her gelegt wird, wird die retrograde Wurzelkanalfüllung von der Wurzelspitze aus durchgeführt (z.B. bei einer Wurzelspitzenresektion).

Eine abschließende Röntgenkontrollaufnahme zeigt, ob es gelungen ist, die Kanäle vollständig und blasenfrei zu füllen. Es darf kein Hohlraum entstehen. Dort können sich Bakterien ansiedeln, die eine Entzündung hervorrufen können (Parodontitis apicalis). Die Kavität wird danach provisorisch oder definitiv verschlossen. Wurzelkanalbehandelte Zähne haben durch die Erkrankung und Behandlung oft ihre Form und Stabilität verloren. In diesen Fällen sind Überkronungen zu ihrem Schutz indiziert.

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Behandlungsoptionen bei tiefen kariösen Läsionen

Indirekte Überkappung

Unter dem Begriff indirekte Überkappung werden verschiedene Therapievarianten der Caries-profunda-Therapie eingeordnet:

Klassische indirekte Überkappung

Im deutschen Sprachraum versteht man unter der „klassischen“ indirekten Überkappung in erster Linie die Versorgung einer pulpanahen, kariesfreien Dentinwunde. Diese Situation ergibt sich, wenn bei einer RDT von ca. 0,5 mm ein sehr kleines Areal möglicherweise verfärbten, aber sondenharten Dentins (von dem maie mit letzter Sicherheit annehmen kann, dass es nicht infiziert ist) vorhanden ist. Dieses wird mit einem abhärtenden Kalziumhydroxidpräparat abgedeckt (Dycal, KerrLife, UltrablendPlus). Sollte als definitiver Verschluss eine adhäsive Versorgung geplant sein, bietet sich ein unlängst eingeführtes antibakterielles Adhäsivsystem Clearfil ProtectBond an. In In-vitro-Studien konnte dessen sehr gute Wirkung gegen Mikroorganismen bei guten Haftwerten bewiesen werden, allerdings war dies in klinischen Studieoch nicht nachweisbar.

Partielle Kariesentfernung

Eine Abwandlung der indirekten Überkappung besteht darin, dass man eine bestimmte Menge kariös veränderten, nicht sondenharten Dentins absichtlich und permanent belässt. Dies wird in der internationalen Fachliteratur als partielle Kariesentfernung bezeichnet (partial excavation). Das kariöse Dentin wird wiederum mit einem Kalziumhydroxid-Präparat abgedeckt und der Zahn mit einer definitiven Restauration versehen. Die Idee dahinter ist, dass im Gegensatz zur vollständigen Kariesexkavation die Gefahr der Pulpaeröffnung minimiert ist und die Karies durch einen dichten Verschluss arretiert bzw. remineralisiert werden kann.

Da die Hauptursache der Pulpaerkrankungen Mikroorganismen sind, scheint es nach wie vor am sinnvollsten, diese gerade im pulpanahen Bereich so gründlich wie möglich zu entfernen.

Trotz der sich häufenden positiven Evidenz, dass bei intakter koronaler Versiegelung nicht sämtliches infiziertes Dentin entfernt werden muss, kamen van Thompson et al. in einem Übersichtsartikel von 2008 zu dem Schluss, dass die Zahnärzteschaft mehr klinische Studien benötigt, um vollständig von diesem Konzept überzeugt zu werden.

Noch ein weiterer Aspekt ist eine Überlegung wert: Nach wie vor werden die meisten Füllungen aufgrund von Randkaries, Kariesrezidiven und Füllungsverlusten entfernt. Allein in den USA waren es 1998 über 200 Millionen. Es scheint also in der täglichen Praxis doch so zu sein, dass eine Restauratioicht das ganze Leben lang hält. Wenuoch in der studentischen Ausbildung und zahnärztlichen Fortbildung die Rolle der Kariesexkavation infrage gestellt wäre, wird sich die Menge der zu erneuernden Füllungen sicherlich nicht vermindern.

Schrittweise Kariesentfernung

In der dritten Variante der indirekten Überkappung wird in zwei Phasenvorgegangen: In einem ersten Schritt wird die Hauptmenge des infizierten Dentins exkaviert, jedoch am Boden der Kavität eine erweichte Schicht belassen, mit einem Kalziumhydroxid-Präparat abgedeckt und semipermanent verschlossen, um so die Eröffnung der Pulpa zu vermeiden. Dadurch kommt es zu einer Stimulation von Reizdentin, sodass in einem zweiten Schritt (mindestens acht Wochen später) ein Re-entry erfolgt. Dabei sollte das gesamte kariös veränderte Dentin entfernt werden.

Dieses Therapieverfahren basiert auf der Theorie, dass es bei einer kariösen Läsion zwei Zonen an Dentin gibt, die

·                    äußere infizierte Schicht (infected layer) und

·                    eine pulpawärts gelegene innere demineralisierte Schicht (affected layer).

Obwohl die innere demineralisierte Schicht aufgrund des Demineralisationsvorgangs erweicht sein kann, so ist sie nicht infiziert und kann erhalten werden, indem man die infizierte Schicht entfernt. Unter dieser Voraussetzung kann der affected layer remineralisieren und die Odontoblasten Reizdentin bilden.

In Studien konnte sowohl bei Milch- als auch bei bleibendeachgewiesen werden, dass so die Zahl der Pulpaeröffnungen stark reduziert werden konnte. In einer klassischen Studie von Leksell 1996 wurden die Pulpen von bleibenden Molaren bei vollständiger Exkavation in 40 % der Fälle eröffnet, bei schrittweiser Entfernung waren es hingegeur 17 %.

Merke: Es häufen sich Hinweise, dass das Medikament per se eine viel geringere Rolle spielt als vielmehr die Entfernung der Hauptmaße der Mikroorganismen.

Ein Nachteil ist, dass der Patient einen weiteren Termin wahrnehmen muss. Zur Überbrückung dieses Zeitraums ist eine ausreichend stabile, aber dennoch leicht entfernbare, vom Dentin zu unterscheidende Füllung notwendig. Damit empfehlen sich vor allem Glasionomerzemente.

Pulpitis – Was ist das?

Eine Pulpitis wird umgangssprachlich auch als Zahnnervenentzündung bezeichnet. Als Pulpa werden die Nerven und Blutgefäße bezeichnet, die im Inneren eines Zahnes im Bindegewebe eingebettet liegen und diesen versorgen.

Eine Pulpitis wird umgangssprachlich auch als Zahnnervenentzündung bezeichnet. Als Pulpa werden die Nerven und Blutgefäße bezeichnet, die im Inneren eines Zahnes im Bindegewebe eingebettet liegen und diesen versorgen.

Man unterteilt die Pulpaerkrankungen in vier Stadien:

·                    Akute Pulpitis

·                    Reversible Pulpitis – umkehrbar, heilbar

·                    Irreversible Pulpitis – nicht mehr umkehrbar, unheilbar

·                    Nekrose – Gewebetod

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, geht diese von einem Stadium ins nächste über und endet mit dem Absterben des Zahnnervs. Der Nerv muss gezogen werden, was als Wurzelkanalbehandlung bezeichnet wird.

Die Hauptursache für eine Pulpitis ist mit 95 % eine Karies. Diese kann soweit ins Zahninnere voranschreiten, dass auch die Pulpa infiziert wird. Andere mögliche Ursachen sind beispielsweise Unfälle, bei denen der Zahn bricht. Je nach Stadium der Erkrankung gibt es unterschiedliche Beschwerden und Symptome, die eine eindeutige Zuordnung zum Grad der Erkrankung erlauben.

Bei der reversiblen Pulpitis entsteht der Schmerz nur infolge eines Reizes, der betroffene Zahn ist meistens lokalisierbar und der Schmerz überdauert den auslösenden Reiz nur kurz.

Die irreversible Pulpitis zeichnet sich durch einen spontan auftretenden, ausstrahlenden Schmerz aus, der reizunabhängig auftritt. Im Endstadium, der Nekrose, tritt der Schmerz dauerhaft auf und ist direkt für einen bestimmten Zahn lokalisierbar.

Ist die Erkrankung erst einmal ausgebrochen, so ist diese nur im Stadium der reversiblen Pulpitis heilbar. Schreitet sie weiter voran, muss eine Wurzelkanalbehandlung durchgeführt werden und der Zahn ist tot.

 

Wurzelbehandlung

Eine Wurzelbehandlung wird in aller Regel notwendig, wenn sich durch eine Verletzung oder Infektion das Zahnmark eines Zahnes entzündet hat (Pulpitis).

Die ersten Anzeichen dieser Entzündung sind gelegentliche Schmerzen bei Kälte- bzw. Wärmereizen. Innerhalb kurzer Zeit können sich diese Warnzeichen zu massiven Zahnschmerzen entwickeln. Erfolgt nicht spätestens jetzt eine Behandlung, stirbt die Pulpa ab und die Entzündung geht auf den Kieferknochen über. Durchbricht die Entzündung auch den Kieferknochen, kann sich die Infektion bis in die Weichteile des Gesichtes oder Halses ausbreiten. Ein Abszess bildet sich und es entsteht die “dicke Backe”!

Es ist aber auch möglich, dass die Entzündung und das Absterben der Pulpa völlig beschwerdefrei verläuft.

Die einzige Möglichkeit, einen erkrankten, aber noch “erhaltungsfähigen” Zahn zu erhalten, ist die Wurzelkanalbehandlung, auch endodontische Behandlung genannt. Eine schwierige und langwierige Behandlung. Dennoch, prinzipiell ist jeder Zahn als erhaltungsfähig anzusehen, der eine noch weitgehend intakte Struktur aufweist und sich in einem parodontal akzeptablen Zustand befindet. Eine bloße Zerstörung der Zahnkrone stellt keinen ausreichenden Grund für eine Zahnentfernung dar!

 

Diagnostik der Pulpaerkrankungen

 

Die exakte Diagnose bei den einzelnen Erkrankungen der Pulpa ist sehr schwierig. Die wichtigsten Merkmale für die Diagnose ist Art des Schmerzens, die so genannte Schmerzqualität, seine Lokalisierbarkeit sowie die Reaktion auf Warm und Kalt und die Klopfempfindlichkeit des Zahnes. Außerdem ist entscheidend, ob die Pulpa noch reagiert, also vital ist, oder ob sie bereits infolge der Entzündung abgestorben, der Zahnarzt nennt das “devital”, ist.

Die Vitalität der Pulpa kann durch die Kälteanwendung getestet werden. Hierzu wird ein mit einem Kältemittel besprühtes Wattepellet auf den Zahn gedrückt. Bei vitaler Pulpa wird der Kältereiz empfunden. Eine andere Möglichkeit ist die elektrische Sensibilitätsprüfung.

 

Durchführung der Wurzelkanalbehandlung

 

Ziel der Wurzelkanalbehandlung ist die vollständige Entfernung der Pulpa aus dem Wurzelkanal (es können auch mehrere Kanäle sein), das Erreichen einer weitestgehenden Bakterienfreiheit in dem Kanal und der dichte Verschluss des Kanals. Das Ausfüllen des Wurzelkanals mit einem gewebefreundlichen Material verhindert den Übertritt von Bakterien in den Kieferknochen. Kleinere Entzündungen im Bereich der Wurzelspitze können durch eine Wurzelkanalbehandlung ausheilen.

Vor der eigentlichen Behandlung wird zunächst eine Röntgenaufnahme des betreffenden Zahnes angefertigt, um festzustellen, ob eine Wurzelkanalbehandlung überhaupt angezeigt und durchführbar ist.

 

Die Erfolgsaussichten

 

Die Erfolgsaussichten einer Wurzelkanalbehandlung sind in der Regel sehr hoch (Stellungnahme der DGZMK). In wenigen Fällen kann es erst längere Zeit nach Abschluss der Behandlung an dem Zahn zu Beschwerden kommen, das heißt trotz erfolgter Behandlung dringeoch Bakterien aus kleinen Seitenkanälchen bis in den Knochen vor und verursachen bzw. unterhalten dort eine Entzündung. Um dieses frühzeitig zu erkennen, kontrolliert man in regelmäßigen Abständen den Behandlungserfolg durch klinische Untersuchungen und Röntgenaufnahmen.

 

Die Alternativen

 

Die einfachste Alternative zu einer Wurzelkanalbehandlung ist die Extraktion, das heißt das Ziehen des Zahnes. Auch die sogenannte Wurzelspitzenresektion, ein chirurgischer Eingriff, bei dem die erkrankten Wurzelspitzen abgetrennt werden kommt in Betracht. Bei mehrwurzeligen Zähnen kann durch die alleinige Entfernung der entzündeten Wurzel (Hemisektion) das Problem behoben und somit die gesunden Wurzeln im Kieferknochen belassen werden.

 

Welche Kosten übernimmt die gesetzliche Krankenkasse?

Die Kosten für Wurzelbehandlungsmaßnahmen werden in den meisten Fällen von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Hinweis:

Die Wurzelbehandlung zu Lasten der Krankenkassen wurden 2004 zu Ungunsten der Patienten eingeschränkt.

Nach den seit 2004 geltenden Behandlungsrichtlinien kann eine Wurzelbehandlung zu Lasten der gesetzlichen

Krankenversicherung nur durchgeführt werden, wenn:

·                    damit eine geschlossen Zahnreihe erhalten werden kann.

·                    eine einseitige Freiendsituation vermieden werden kann.

·                    der Erhalt von funktionstüchtigem Zahnersatz nur dadurch möglich wird.

 

Zusätzlich gilt:

·                    Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Möglichkeit der Wurzelfüllung bis an die Wurzelspitze gegeben ist (dies ist bei großen Backenzähnen mit stark gekrümmten Wurzelicht immer möglich).

·                    Bei pulpentoten Zähnen mit Veränderungen an der Wurzelspitze (Entzündung im Kieferknochen) ist der Versuch der Erhaltung kritisch zu überprüfen. Behandlungsversuche mit unklaren Erfolgsaussichten oder Behandlungswiederholungen werden durch die Krankenkasseicht getragen.

 

In Zweifelsfällen sollten Sie sich von Ihrer Krankenkasse oder einer zahnärztlichen Beratungsstelle beraten lassen.

Operation im Mundhöhlenbereich

Bei den Operationen im Mundhöhlenbereich gibt es Risiken wie bei allen Operationen, so dass es zu Verletzungen von anderen Strukturen wie Nerven und Blutgefässen kommen kann, die Blutungen und Nachblutungeach sich ziehen können.

Infektionen im Besonderen im Bereich der Wunde vom Mundbereich sind bei den Operationen im Bereich der Mundhöhle nicht ausgeschlossen und führen Schlimmstenfalls zu einer Blutvergiftung. Blutgerinnsel bzw. Thrombosen und Embolien sind in der Regel im Bereich Mundhöhle selten. Über die Risiken der Narkose wird man vor der Operation durch einen Narkosearzt der auch als Anästhesist bezeichnet wird aufgeklärt. Der Anästhesist bespricht mit dem Patienten dessen individuelles Risiko, sodass die Narkose dementsprechend angepasst werden kann wie bei der Zahnbehandlung im Dämmerschlaf oder bei der Zahnbehandlung in Vollnarkose (Allgemeinanästhesie).

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

Bei der Strahlentherapie wird auch gesundes Gewebe in Mitleidenschaft gezogen, wo die Nebenwirkungen je nach umfang der Bestrahlung im Bereich der Mundhöhle auch nicht ausbleiben, es werden aber grundsätzlich frühe und späte Strahlenschäden unterschieden.

Soferur ein kleiner örtlicher Bereich in der Mundhöhle sowie die umgebenden Lymphknoten bestrahlt werden, ist im Normalfall mit weniger Nebenwirkungen zu rechnen als bei ausgedehnter Strahlentherapie bei grossem Tumorleiden im Mundbereich, doch können im Einzelfall Reaktionen auf die Therapie sehr unterschiedlich sein, denicht alle Mundhöhlen-Patienten vertragen die Bestrahlung gleich gut. Ein frühes Zeichen von Strahlenschäden ist der Strahlenkater, der eine typische Reaktion vom Körper auf die plötzliche Strahlenbelastung ist und sich zeigt durch Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen, im Normalfall verschwinden diese Beschwerden aber wieder. Zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute kommt es vor allem durch die starke Strahlenbelastung wo als Folge Entzündungen vom Zahnfleisch, Entzündung der Speiseröhre, Entzündung vom Magen und Entzündung vom Darm sowie der Harnblase erfolgen kann. Strahlenschäden an der Haut bzw. Strahlendermatitis ist ähnlich wie ein Sonnenbrand, doch durch Strahlenschäden können auch Lungenentzündungen entstehen. Zu grossflächigen Gewebezerstörungen und Geschwüren kommt es bei Spätschäden durch die Strahlentherapie.

 

Mundvorhof (Vestibulum)

Der Mundvorhof ist ein Teil von der Mundhöhle bzw. der Raum zur Lippe resp. Wange hin und von den Alveolarfortsätzen bzw. bogenförmigen Knochenteil des Oberkiefers und Unterkiefers begrenzt ist, in dem sich die Zahnfächer (Alveolen) befinden bzw. der oberen und unteren Zahnreihe.

Mundvorhof, Vestibulum, Schleimhaut, Wange

Mundhöhle bzw. Cavum oris ist die Körperhöhle zwischen Mund und Rachen und im engeren Sinne wird der Raum der Mundhöhle zwischen den Zahnreihen vom Oberkiefer und Unterkiefer resp. Raum zwischen Wangen, Lippen und Aussenseite der Zähne der als Mundhöhlenvorhof bzw. Vestibulum oris bezeichnete wird unterschieden.

Der Mundvorhof ist der Raum zwischen den Lippen / Wangen und den Zahnreihen bzw. beim Zahnlosen Kiefer, den in die Mundhöhle ragenden Fortsätzen der Kieferknochen (Alveolarfortsätze).

Der Mundvorhof wird vorne durch die Lippen, seitlich durch die Wange und innen durch die Zahnreihen mit den Alveolarfortsätzen begrenzt. Die auskleidende Schleimhaut ist im Bereich der Zähne fest mit dem Alveolarknochen verwachsen. Diese dem Knochen anhaftende Schleimhaut wird als Gingiva propria oder attached Gingiva bezeichnet. Die Gingiva propia als „Festsitzende Schleimhaut“ geht zum Zahn hin in die freie mariginale Gingiva bzw. bewegliches Zahnfleisch über. Zwischen den Zähnen befinden sich Zahnfleischpapillen. Die blassrosa erscheinende Gingiva propia bildet eine scharfe Grenzlinie zur dunkleren beweglichen Schleimhaut. Diese Grenze wird Mukogingivalgrenze genannt. Die bewegliche Schleimhaut des Alveolarfortsatzes geht im Bereich der Umschlagfalte in die Lippenschleimhaut und Wangenschleimhaut über. In den Mundvorhof münden die Ausführungsgänge der Ohrspeicheldrüse und der Lippendrüsen und Wangendrüsen.

 

Mundboden

Die Grundlage vom Mundboden wird gebildet durch die Mundbodenmuskel bzw. dem Musculus mylohyoideus, der flächig zwischen dem Unterkiefer und dem Zungenbein ausgespannt ist.

Der Mundboden ist die untere Begrenzung der Mundhöhle bzw. der Mundboden ist ein mehrschichtiges Weichteilareal zwischen dem Unterkiefer und dem Zungenbein (Os hyoideum), das die untere Begrenzungsfläche der Mundhöhle bildet. Der flächige, zwischen Unterkiefer und Zungenbein ausgespannte Muskel (Musculus mylohyoideus) bildet dabei die Grundlage des Mundbodens. Im vorderen Bereich vom Mundboden zieht von der Mitte aus eine Schleimhautfalte zum Alveolarfortsatz, die als Zungenbändchen (Frenulum linguae) bezeichnet wird. Im vorderen Mundboden zieht das Zungenbändchen (Frenulum linguae) vom Unterkiefer zur Zunge. Rechts und links davon münden die Ausführungsgänge der unteren Speicheldrüsen. An ihrer Ausmündung unter der Zunge befindet sich jeweils eine kleine Erhebung, die als Caruncla sublingualis bezeichnet wird. Seitlich von dieser Erhebung liegt eine gleichnamige Schleimhautfalte im Mundboden, die Plica sublingualis.

Zahnstein des GrauensZahnstein des GrauensZahnstein des Grauens 3

Gaumen (Palatum)

Der Gaumen hat im Bereich der Zähne eine knöcherne Basis, während er im hinteren Anteil von Muskulatur gebildet wird.

Gaumen, harter Gaumen, weicher Gaumen

Der Übergang vom harten zum weichen Gaumen wird in der Regel erst bei Bewegung der Gaumenmuskulatur deutlich sichtbar.

Der Gaumen bildet das Dach der Mundhöhle und damit gleichzeitig die Abgrenzung zur Nasenhöhle.

Der eigentliche Gaumen ist der harte Gaumen, der von den Gaumenplatten gebildet wird, die sich vom Oberkiefer aus in die Tiefe der Mundhöhle erstrecken und aus den waagerechten Teilen beider Oberkiefer und Gaumenbeine, also aus vier durch Nähte miteinander verbundenen Knochenteilen, bestehen. Der Gaumen ist von einer gut durchbluteten drüsenhaltigen Schleimhaut überzogen. Die Gaumenschleimhaut geht vorn und seitlich in das Zahnfleisch über. Die Schleimhaut des Gaumens besitzt Querleisten bzw. Gaumenstaffeln.

Harter Gaumen (Palatum durum)

Die knöcherne Grundlage des harten Gaumens wird zum grössten Teil vom Gaumenfortsatz des Oberkiefers und nur im hinteren Bereich zusätzlich vom Gaumenbein gebildet. Die dem Knochen fest anliegende, straffe Schleimhaut enthält zahlreiche Falten. In der Mitte verläuft eine Längsfalte, die Raphe palati. Hinter den mittleren Schneidezähnen geht diese Längsfalte in einen stärkeren Wulst über, die Papilla incisiva. Zur Seite hin ziehen mehrere leicht geschwundene Querfalten zu den Alveolarfortsätzen hin.

Weicher Gaumen (Palatum molle)

Der weiche Gaumen, auch Gaumensegel genannt, ist beweglich und besteht aus einer mit Schleimhaut überzogenen Muskelschicht, die beim Schlucken für eine Abdichtung der Mundhöhle zur Nasenhöhle sorgt. Am Hinterrand des Gaumensegels befindet sich das Zäpfchen. Rechts und links vom Gaumensegel ziehen beidseits jeweils zwei Gaumenbögen nach unten. Zwischen den Gaumenbögen liegt auf jeder Seite eine Gaumenmandel. Der Übergang vom harten zum weichen Gaumen wird besonders deutlich, wenn man den Mund weit öffnet und Ah sagt. Man bezeichnet diese Grenzlinie zwischen hartem und weichem Gaumen deshalb auch als Ah- Linie. Diese Grenze wird jedoch noch besser sichtbar, wenn man bei geöffnetem Mund und geschlossener Nase versucht, durch die Nase auszuatmen. Man kann dann einen deutlichen Knick am Übergang vom unbeweglichen harten Gaumen zum beweglichen weichen Gaumen erkennen. Der Hinterrand von Oberkiefer- Totalprothesen (Vollprothesen) soll im Bereich der Ah- Line liegen.

 

Lippen (Labia)

Die Lippen werden von einem ringförmigen Schliessmuskel gebildet, der aussen von der Gesichtshaut und innen von der Mundschleimhaut bedeckt wird. Am Übergang der Gesichtshaut zur Mundschleimhaut befindet sich das nur gering verhornte Lippenrot, dessen Farbe von den durchscheinenden Blutgefässen bestimmt wird. Eine dunkle Verfärbung des Blutes bei Sauerstoffmangel wird am Lippenrot daher deutlich sichtbar. Zwischen den Lippen befindet sich die Mundspalte. Die Lippenschleimhaut geht im Bereich der Umschlagfalte in die Schleimhaut des Kiefers über. Im mittleren Bereich von Oberlippe und Unterlippe befindet sich jeweils ein Lippenbändchen, das zum Alveolarfortsatz zieht.

 

Wange (Bucca)

Die Wange wird wie die Lippe von einer mittleren Muskelschicht gebildet, die innen von Schleimhaut und aussen von Gesichtshaut bedeckt ist. Zwischen äusserer Haut und Muskulatur befindet sich ein Fettpolster. Von der Wangenschleimhaut ziehen vereinzelte Wangenbänder zum Alveolarfortsatz. Diese Schleimhautbänder können bei zahnlosen Patienten den Sitz einer Vollprothese beeinträchtigen. Gegenüber von den zweiten oberen Molaren mündet der Ausführungsgang der Ohrspeicheldrüse (Glandula parotis) in der Wange. Man kann ihn leicht an einer kleinen Erhebung (Papille) erkennen.

 

Funktion der Mundhöhle

Die Mundhöhle hat eine vielfältige Funktion.
Die Mundhöhle dient als Beginn des Verdauungstraktes (Kopfdarm) und zur Nahrungsaufnahme, denn das Verdauungssystem beginnt mit dem Mund. Die Mundhöhle dient der Nahrungszerkleinerung und Nahrungsverdauung, wobei die Zähne, die einen Bissen festhalten, zerteilen und zermahlen können, in der Mundhöhle eine grosse Bedeutung haben. Die Lippen können mit ihrer feinen Empfindungsfähigkeit, Konsistenz und Temperatur einer Speise zu prüfen. Die Zunge ist nebst Mundschleimhaut, Rachens und des Kehldeckels besonders stark von Geschmacksknospen, den Geschmacksrezeptoren für süss, salzig, sauer und bitter, bedeckt. Die Geschmacksknospen machen zusammen mit dem Geruchssinn unseren Geschmackssinn aus. Ausserdem dient die Mundhöhle der Lautbildung und damit der Sprache. Die sie begrenzenden Wangen mit ihrer Muskulatur spielen eine wichtige Rolle bei der Mimik und damit der Kommunikation.

Mundhöhle

Die Mundhöhle stellt den ersten Abschnitt des Verdauungssystems dar.

Mundhöhle, Funktion, Lippen, Zunge, Wangen

Die Mundhöhle dient zusammen mit dem Speichel der Aufnahme und Vorbereitung der Nahrung für die weitere Verdauung im Magen- Darm- Trakt.

Vorne wird die Mundhöhle von den Lippen, seitlich von den Wangen, unten von Zuge und Mundboden und oben vom Gaumen begrenzt. Nach hinten geht der Mund im Bereich der Gaumenbögen in den mittleren Rachenabschnitt über. Die Mundhöhle ist von einer Schleimhaut (Mukosa) ausgekleidet, die aus einem mehrschichtigen Plattenepithel besteht. Durch Drüsenabsonderungen wird diese Schleimhaut feucht gehalten. An Stellen mit besonders starker mechanischer Beanspruchung, vor allem im Bereich der Gingiva (Zahnfleisch), ist die Schleimhaut verhornt.

 

Speichel-Funktion

Der Mudspeichel erfüllt mit den vielen verschiedenen Speicheldrüsen viele Aufgaben und hat eine vielfältige Speichel-Multifunktion denn sie hält die Mundschleimhaut feucht, spült die Zähne, löst Geschmackstoffe heraus und schwächt Säuren ab.

Speichel-Funktion, Speichel für Zahnreinigung

Speichel ist für das Gebiss wichtig, denn ohne Speichel würden die Zähne des Menschen innerhalb weniger Wochen vollständig erodieren.

Erzeugt wird der Mundspeichel in drei grossen sowie mehreren kleinen Speicheldrüsen, denn der Speichel des Menschen befeuchtet die Mundhöhle, was das Schlucken, Sprechen und Schmecken ermöglicht.

Der Speichel im Mund sorgt für die Befeuchtung und Vorverdauung der Nahrung und sorgt für ein erleichtertes Schlucken, beeinflusst aber auch das Riechen. Der Speichel sorgt mit dem Speichelfluss auch für die Physiologische Selbstreinigung bzw. Mundhygiene. Physiologische Selbstreinigung ist die antiseptische (desinfizierende) Wirkung des Speichels die Zunge und Zähne reinigt. Speichel bildet mit seinen antiviralen und antibakteriellen Faktoren die erste Barriere im Mund gegenüber Krankheitserregern.

Speichel

Speichel kann dank seiner chemischen Inhaltsstoffe vielfältige Aufgaben erfüllen, denn Speichel ist nicht nur Wasser, er enthält auch Mineralsalze, Verdauungshilfsstoffe sowie Bakterien tötende Bestandteile.

Mundspeichel, Speichel neutralisiert Säuren

Der Speichel als Sekret der Speicheldrüsen mit seiner wichtigen Speichelfunktion wird vielfach im alltagssprachlichen Gebrauch vielerorts nur als Spucke bezeichnet.

Speichel wird als Körperflüssigkeit vom menschlichen Organismus im Bereich der Mundhöhle produziert, was als Salivation bzw. Speichelbildung bezeichnet wird und beim Erwachsenen täglich 0,5– 1,5 Liter Speichel ans Tageslicht kommt.

Der Hauptanteil an Speichel wird dabei von den drei grossen, paarig angeordneten Speicheldrüsen, der Ohrspeicheldrüse, der Unterkieferspeicheldrüse und Unterzungenspeicheldrüse abgesondert. Speichel enthält ca. 99% Wasser und Salze, bestehend aus Natrium, Kalium, Kalzium, Phosphat, Chlorid und Fluorid sowie dem Eiweiss, abgeschilferte Epithelzellen, Blutzellen und Bakterien. Speichel erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben wie das Anfeuchten der Mundhöhle, Spülfunktion der Zähne, Lösen von Geschmackstoffen, Gleitfähig machen der Nahrung, Pufferung von Säuren bzw. die Neutralisation, Remineralisation der Zähne sowie die antibakterielle Wirkung und beginn der Kohlenhydratverdauung. Zunächst feuchtet Speichel mit seinem hohen Wasseranteil die Mundhöhle an. Dabei hat der Speichel eine reinigende, leicht antibakterielle Spülwirkung und kann gleichzeitig auch Geschmacksstoffe aus der Nahrung lösen. Schleimstoffe (Muzine) im Speichel machen die Nahrung gleitfähig für den Schluckvorgang, das Enzym alpha- Amylase (= Ptyalin) leitet die Kohlenhydratverdauung ein.

Zahnstein des Grauens

Mundhöhlenkrebs: HPV bald Hauptursache?

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Nach der Entdeckung, dass schwere Zahnfleischerkrankungen mit einem erhöhten Risiko für Kopf-und Halstumoren, verursacht durch humane Papillomaviren (HPV), in Verbindung gebracht werden können, zielt die British Dental Health Foundation (BDHF) darauf ab, die Öffentlichkeit in Sachen Mundhygiene und orale Gesundheit besser aufzuklären und zu informieren.

 

Die Zahlen der von HPV-ausgelösten Oropharynxkarzinomen steigt stetig an

Die Forscher fanden heraus, dass im Vergleich zu Patienten mit HPV-negativen Tumoren, solche mit HPV-positiven Tumoren einen höheren Knochenabbau aufweisen – ein deutliches Erkennungszeichen für die Entwicklung von schweren Zahnfleischerkrankungen. Laut aktueller Zahlen leiden mehr als 6.000 Menschen in Großbritannien an Mundhöhlenkrebs, einer Krankheit, die in GB jährlich fast 2.000 Menschenleben fordert. Die Zahlen der von HPV-ausgelösten Mundhöhlenkarzinome steigen an, so dass Experten vermuten, dass HPV innerhalb der nächsten Dekade gemeinsam mit Tabakkonsum als Hauptursache für Mundkrebs einzustufen ist. Neben HPV gehören Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum und falsche Ernährung zu den Haupt-Risikofaktoren für Mundhöhlenkrebs.

Zahnsteinbeläge Regio 26-27Mundhöhlenkarzinom aufgrund mangelhafter Mundhygiene?

Die Ergebnisse sind umso bedeutender, da sie ebenfalls zeigen, dass der Hauptgrund für Zahnverlust Parodontitis und nicht Karies ist. Im Rahmen der in der Fachzeitschrift Archives of Otolaryngology veröffentlichten Studie, untersuchten die Wissenschaftler 124 Patienten mit Mundraumkrebs und fanden heraus, dass der Krebs bei 50 Patienten eine Folge des HP-Virus’ war. Mine Tezal, Ph.D der University of Buffalo erläutert: „Die Parodontitis ist leicht zu erkennen und könnte das klinische Hochrisiko-Profil für orale HPV-Infektionen darstellen.“

Dies ist nicht das erste Mal, dass mangelhafte Mundhygiene und Krebs miteinander in Verbindung gebracht wurden. Eine Folgestudie ist jedoch notwendig, um die genaue Relation zwischen schweren Zahnfleischerkrankungen und einem erhöhten Risiko für mit HPV verbundenen oralen Krebserkrankungen zu bestimmen.

Mundhygiene ist das A und O

Laut einer aktuellen Studie am Karolinska Institut in Schweden erhöht sich das Risiko eines vorzeitigen Krebstodes durch mangelnde Mundhygiene. Die schwedischen Forscher entdeckten, dass große Mengen Zahnstein, die Zahnfleischerkrankungen und Krebs verursachen können, zu einem vorzeitigen Tod von bis zu 13 Jahren führen können. 

In Kombination sorgen beide Studienergebnisse für noch stärkere Beweise dafür, dass eine gute Mundhygiene von enormer Wichtigkeit ist. Dies behauptet auch Dr. Nigel Carter, Chief Executive der British Dental Health Foundation. Des weiteren erläutert er:

„Ein besseres Verständnis davon, wie wir diese potentiell lebensbedrohliche Erkrankung angehen könnten, könnte viele Menschenleben retten. Die meisten von uns entwickeln im Laufe des Lebens eine Zahnfleischerkrankung, die vermeidbar ist. Durch eine konstante und routinierte Mundhygiene können Zahnfleischerkrankung und damit verbundene mögliche Erkrankungen verhindert werden. Wir sollten uns alle Zeit nehmen, darüber nachzudenken, wie wir es schaffen, das umzusetzen.“

Zahnstein des Grauens

Speichel für die Zahnreinigung

Der Speichel sorgt im Mund für die Befeuchtung und Vorverdauung der Nahrung und sorgt für das Ausschwemmen von Abfallprodukten das nicht zwischen die Zähne gehört.

Mineralspeicher, Speichel, Zahnreinigung

Für die Zähne hat Speichel betreffend Spülfunktion eine grosse Bedeutung, zwar kann Speichel den Zahnbelag (Plaque) nicht auflösen, aber die Zuckerkonzentration und Säurekonzentration auf der Zahnoberfläche durch Spülwirkung verringern.

Mit zunehmender Dicke des Zahnbelags nimmt die Spülwirkung jedoch ab. Der Speichelfluss wird durch Kauen sowie Reizung der Geschmacksrezeptoren bzw. Sinnesnerven angeregt. Die Speichelflussmenge wird somit durch den Kauvorgang individuell bestimmt.

Speichel kann Säureeutralisieren

Dünnflüssiger Speichel kann im Mund befindliche Säure neutralisieren und so das Kariesrisiko vermindern. Diese Wirkung wird auch als Pufferung von Säuren bezeichnet. Die Säuren können dabei aus der Nahrung stammen oder als Stoffwechselprodukt beim Abbau von Zucker durch Bakterien entstehen. Die Pufferkapazität ist bei den Zahnpatienten unterschiedlich, d.h. bei einigen Patienten kann der Speichel mehr Säure neutralisieren als bei anderen. Diese individuelle Pufferkapazität kann man messen. Dazu erfolgt eine Bestimmung des pH-Wertes, der ein Mass für den Säuregrad ist.

Remineralisation

Die im Zahnschmelz vorhandenen Bestandteile Kalzium, Phosphat und Fluorid können mit dem Speichel in Lösung gehen, was zu einer Entkalkung bzw. Demineralisation der Zahnoberfläche führen kann.

Andererseits können Kalzium, Phosphat und Fluorid aus dem Speichel in den Schmelz eingebaut werden und so eine Remineralisation von Entkalkungen im Anfangsstadium ermöglichen. Die Remineralisation wird dabei durch Fluoridzusatz und sorgfältige Plaqueentfernung deutlich beschleunigt. Zwischen dem Speichel und der Zahnoberfläche findet somit ein ständiger Austausch von Kalzium, Phosphat und Fluorid statt, den man im Rahmen von Prophylaxemassnahmen und Behandlungsmassnahmeutzen kann. Die auf den Zähnen befindliche Plaque kann durch die Speichelbestandteile verkalken, wodurch Zahnstein entsteht. Zahnstein setzt sich dabei im Wesentlichen aus Kalziumphosphat zusammen, das mit Geweberesten und Mikroorganismen vermischt ist. Zahnsteinablagerungen findet man daher vor allem im Bereich der Ausführungsgänge der Speicheldrüsen an den Lingualflächen der unteren Frontzähnen und Bukkalflächen der oberen Molaren. Speichel hat eine Schutzwirkung vor Zahnkaries, doch die Kariesentstehung bzw. Kariesbildung wird begünstigt durch eine verminderte Speichelmenge, zähen, mukösen bzw. Schleimigen Speichel, Mangel an Kalksalzen im Speichel und verminderter neutralisierender Wirkung des Speichels.

Mundflora

Die Zusammensetzung der Mundflora, also der im Mund vorkommenden Bakterien ist bei jedem Mensch sehr verschieden. Besteht ein hoher Anteil an Kariesbakterien wie Streptococcus mutans und Laktobazillen, so ist das Kariesrisiko erhöht, denn die Bakterien können durch mikrobiologische Speicheltests nachgewiesen werden. Dabei können sowohl Art als auch Anzahl der Bakterien bestimmt werden.

Mundatmung

Die Mundatmung ist häufig Folge einer erschwerten oder behinderten Nasenatmung. Ein unzureichender Lippenschluss, ein offener Mund in den Nachtstunden oder einfach nur eine schlechte Angewohnheit können die Ursache sein. Durch diese Fehlfunktion können Kieferfehlbildungen entstehen. Weiterhin kommt es bei Mundatmung durch den ständigen Luftstrom zu einer andauernden Austrocknung der Mundhöhle, wodurch der Speichel seine Kariesschützende Wirkung nicht mehr entfalten kann.

 

Mineralienspeicher Speichel

Der Mundspeichel als Mineralspeicher enthält nebst Elektrolyten und Enzymen Immunglobuline bzw. Antikörper.

Speichel, Mund, Mineralienspeicher, Schutzsystem

Im Besonderen das Immunglobulin im Mund-Speichel dient der Abwehr von Krankheitserregern in der Mundhöhle.

Speichel als natürlicher Mineralspeicher

Speichel ist ein natürliches Schutzsystem des menschlichen Körpers und ist für die Gesundheit der Zähne sehr wichtig.

Zahnkaries entsteht, wenn die Zahnoberfläche von den Säuren angegriffen und entmineralisiert wird. Der Speichel enthält alle Mineralsalze, die der Zahnschmelz zur Härtung und den Erhalt der Widerstandskraft gegenüber Säureattacken braucht. Nach der Nahrungsaufnahme bauen Bakterien den in der Nahrung enthaltenen Zucker zu Säure um. Speichel neutralisiert Säuren, die von Zahnschädigenden Bakterien (Kariesbakterien) gebildet werden und den Zahnschmelz angreifen. Speichel vernichtet auch einen Teil der Krankheitserreger wie Bakterien und Kleinpilze, die in die Mundhöhle gelangen. Der Speichel enthält unter verschiedenem mineralische Bestandteile natürlicher Art, um diese Säuren zu verdünnen und abzubauen. Speichel fördert zusätzlich in den Zahnschmelz auch den Wiedereinbau (Remineralisation) Zahnhärtender Mineralien und wirkt somit der Entstehung von Karies entgegen.

 

Kauen stimuliert Speichelfluss

Kaugummis können auch als “Zahnbürstenersatz für Unterwegs” für die Zahnpflege benutzt werden.

Kauen stimuliert Speichelfluss, Kauen Kaugummis

Der Speichelfluss kann durch Kauen von Kaugummis angeregt werden.

Kauen stimuliert den Speichelfluss, das ganz normal während der Nahrungsaufnahme geschieht.

Kauen von speziellen Kaugummis mit dem Zuckeraustauschstoff Xylitol nach den Mahlzeiten produziert mehr Speichel und kann dadurch die Remineralisation des Schmelzes fördern und damit einer Karies vorbeugen. Durch regelmässiges Kauen von zuckerfreiem Kaugummi produziert man mehr Speichel und der Plaque-ph reagiert damit nicht sehr stark auf den Zucker. Die Zahnreinigung wird aber durch den Zahnpflege-Kaugummi nicht ersetzt. Obwohl die Zähne mit dem Zahnschmelz eine grosse Härte aufweisen, reagieren Zähne sehr empfindlich auf Säureeinwirkung vom Magen, denn Säure löst Mineralien aus der Zahnoberfläche und macht die Zähne so weicher, sodass Karies durch Magensäure entstehen kann.

Speichelfluss anregen

Der Speichelfluss (Salviation) ist die Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen.

Speichelfluss anregen, Kauen, Kaubewegung

Mit Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen ist Speichelfluss gemeint, denn der Speichel sorgt für die natürliche Mundhygiene und ist für die Gesundheit der Zähne sehr wichtig.

Der Speichelfluss kann durch das Kauen angeregt werden, sodass der Mund nicht austrocknet und Zahnkaries verhindert werden kann.

Durch die angeregte Speichelbildung erfolgt nur ein erster Schritt für die Selbstreinigung der Mundhöhle. Zahnpflege-Kaugummis sind eine wertvolle Ergänzung zur Mundhygiene, besonders wenn man unterwegs keine Gelegenheit zu klassischen Mundhygiene hat. Für die Zahnprophylaxe zwischendurch bieten sich Zahnpflegebonbons und zuckerfreie Kaugummis an. Beim Kauen und Sprechen sowie durch die dem Brechakt vorausgehenden heftigen Bewegungen der Mundmuskeln und Schlundmuskeln wird die Speichelabsonderung vermehrt. Die in 24 Stunden abgesonderte Menge des Speichels wird auf 1,5 kg geschätzt (erwachsenen Menschen).

 

Mundspeicheldrüsen

Der Speichelfluss ist die Absonderung von Speichel aus den Mundspeicheldrüsen.

Speicheldrüsen, Mund, Speichel, Gaumen, Zunge

Bei den Mundspeicheldrüsen unterscheidet man zwischen den kleinen Lippendrüsen und den paarigen grossen Speicheldrüsen.

Der Speichelfluss ist die Absonderung von Speichel aus den Speicheldrüsen.

 

Der Speichel in den Speicheldrüsen und in den Ausführungsgängen ist noch nicht als Mundspeichel enthalten, denn der Speichel entsteht erst aus einer von den Speicheldrüsen gelieferten Muttersubstanz bei Zutritt der Luft. Bei den Mundspeicheldrüsen unterscheidet man zwischen den kleinen Drüsen, den Lippendrüsen, Speicheldrüsen der Wangenschleimhaut, Speicheldrüsen der Zunge, kleine Speicheldrüsen des harten Gaumen und dem weichen Gaumen sowie den paarigen, grossen Speicheldrüsen als Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse und Unterzungendrüse.

Speichelproduktion

Verantwortlich für die Speichelproduktion sind die kleinen und grossen Mundspeicheldrüsen.

Die grossen Mundspeicheldrüsen als Ohrspeicheldrüse, Unterkieferspeicheldrüse und Unterzungenspeicheldrüse erzeugen über 90 % vom Speichel. Den Rest an Mundspeichel erzeugen die kleinen Speicheldrüsen, die in der Mundschleimhaut verstreut zu finden sind.

Zu den grossen Speicheldrüsen gehören die Ohrspeicheldrüsen, Unterkieferspeicheldrüsen und Unterzungendrüsen.
Kleinen Lippendrüsen sind die Speicheldrüsen der Wangenschleimhaut, Speicheldrüsen der Zunge und die kleinen Speicheldrüsen des harten und weichen Gaumens.

Speicheldrüsen vom Mund

Die Ohrspeicheldrüsen (Glandula parotis) sind die die grössten Speicheldrüsen die ausserhalb vom Mundraum liegen und ein dünnflüssiges sowie eiweissreiches Sekret produzieren und in den Mundraum abgegeben wird über die Ausführungsgänge.

Die Ohrspeicheldrüsen liegen etwas unterhalb und vor dem Ohr und die Ausführungsgänge von den Ohrspeicheldrüsen enden gegenüber dem zweiten oberen Mahlzahn im Mundhöhlenvorhof. Das Speichelvolumen das beim Menschen täglich gebildet wird beträgt ca. 1-2 Liter bzw. es wird ca. 25`000 Liter Speichel im ganzen Leben produziert. Mund-Speichel besteht zu 99,5 % aus Wasser ist aber eine komplex zusammengesetzte Flüssigkeit mit einem durchschnittlichen pH-Wert von 6,7, abhängig von der Menge bzw. Fliessrate. Im Tagesverlauf kann die Speichelsekretion sehr stark schwanken und erreicht das Maximum während der Nahrungsaufnahme, in der Nacht ist die Speichelproduktion minim und hat meist dann unangenehme Folgen, wenn der Mund die ganze Nachtzeit geöffnet bleibt. Da die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen in der bakterienbesiedelten Mundhöhle enden, hat ein Versiegen vom Speichelfluss vielfach unangenehme Folgen, denur ein kontinuierlicher Speichelfluss kann das Eindringen der Keime in die Drüsen verhindern.

 

Speichel-Multifunktion

Der Speichel erfüllt verschiedene Aufgaben, denn Mundspeichel der auch als Spucke bezeichnet wird und das Sekret der Speicheldrüsen ist, verflüssigt zunächst die von den Zähnen zerkleinerte Nahrung, was den Transport zur Speiseröhre und das Schlucken erleichtert.

Speichelfluss, Kauen, Speicheldrüsen, Funktion

Die Enzyme im Speichel tragen zur Nahrungsverdauung bei.

Der Speichel erfüllt viele Aufgaben und hat eine Speichel-Multifunktion.

 

Der Speichel verflüssigt die von den Zähnen zerkleinerte Nahrung, was den Transport zur Speiseröhre und das Schlucken erleichtert und die im Speichel enthaltenen Enzyme tragen zur Nahrungsverdauung bei. Neben Elektrolyten und Enzymen enthält der Speichel auch Immunglobuline (Antikörper), das zur Abwehr von Krankheitserregern in der Mundhöhle dient. Die Speichelabsonderung erfolgt nur dann, wenn die an die Speicheldrüsen tretenden Fasern vom Nerv direkt oder reflektorisch gereizt werden. Der Speichel ist in den Speicheldrüsen bzw. in deren Ausführungsgängeicht enthalten, denn er entsteht erst aus einer von den Speicheldrüsen gelieferten Substanz bei Zutritt der Luft.

Speichel als natürliches Schutzsystem

Speichel ist eines der wichtigsteatürlichen Schutzsysteme des menschlichen Körpers

Der Speichel ist eiatürliches Schutzsystem des menschlichen Körpers und ist sehr wichtig, denn Speichel ist für die Neutralisation von Säureach dem Essen oder Trinken zuständig und auch für die Remineralisation des Zahnschmelzes durch die enthaltenen Mineralien. Der Speichel enthält sämtliche Mineralsalze, die der Zahnschmelz zu seiner Härtung und für den Erhalt seiner Widerstandskraft gegenüber Säure braucht. Durch Kaugummikauen kann der Speichelfluss verstärkt werden. Dieses erhöhte Speichelflussvolumen enthält auch eine besonders hohe Konzentration an Mineralien und verfügt damit über eine noch höhere Neutralisierungskapazität. Medikamente wie Psychopharmaka und bestimmte blutdrucksenkende Mittel hemmen den Speichelfluss. Wenn die Speichelbildung vermindert ist, spricht man von “Xerostomie” und bei vermehrter Speichelbildung von “Ptyalismus”.

Speichel hat eine Multifunktion

Die Speichelabsonderung erfolgt nur, wenn die an die Speicheldrüsen tretenden Fasern des Nervs direkt oder reflektorisch gereizt werden.

Die Speichelsekretion ist unterschiedlich und schwankt stark im Tagesverlauf. Die Speichelsekretion ist am höchsten bei der Nahrungsaufnahme oder beim kauen von Kaugumi. Speichel wird auch in der Nacht produziert, denn ein Versiegen des Speichelflusses hätte unangenehme Folgen. Da die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen in der dicht bakterienbesiedelten Mundhöhle enden, kanur ein kontinuierlicher Speichelfluss das Eindringen der Keime in die Drüsen verhindern. Der Speichel enthält chemisch gelöste Mineralbestandteile der Zahngrundsubstanz und so repariert der Mundspeichel, die Zahnoberfläche dauernd, die durch mechanische und chemische Einflüsse angegriffen wird. Die Regeneration der Zähne ist wichtig, denn ist das Gleichgewicht in der Mundhöhle gestört, kann sich rasch Zahnkaries entwickeln, was kariöse Läsionen auslösst.

Speichel der Mundhöhle hat Reinigungsfunktion

 

 

PH-Wert vom Speichel

Der Speichel ist in den Speicheldrüsen oder in deren Ausführungsgängeicht bereits als Mundspeichel enthalten, denn der Speichel entsteht erst aus einer von den Speicheldrüsen gelieferten Muttersubstanz bei Zutritt der Luft.

PH-Wert Mundspeichel, Mund, Säureattacken

Beim Speichel liegt eiormaler pH-Wert bei 7 bis 7,1, was einem neutralen oder leicht basisches Milieu entspricht. Der Speichel kann mit diesem Wert seine wichtigsten Funktionen, die Remineralisierung des Schmelzes nach (ernährungsbedingten) Säureattacken sowie die Verdauung der Kohlenhydrate optimal ausführen. Der Speichel reagiert alkalisch und enthält durchschnittlich 0,5 % feste Bestandteile. Wenn der Speichel zu sauer ist (Übersäuerung), sind diese Funktioneicht immer gewährleistet und hat Auswirkungen auf den Zustand des Zahnfleisches. Entzündungsbereitschaft und Schmerzanfälligkeit sind bei Übersäuerung des Speichels erhöht und die Wundheilungstendenz im Mund wird damit verschlechtert. Häufige Ursachen für eine Übersäuerung sind falsche Ernährungsgewohnheiten oder auch anatomische Fehlanlagen, die Magensäure zu einem Rückfluss vom Magen in die Speiseröhre führen. Saures Aufstossen ist meist die Folge eines ungenügenden Verschlussmechanismus zwischen Speiseröhre und Magen.

 

Speichelsteine

Viele Patienten wurden bis vor wenigen Jahren bei der Diagnose “Speichelstein” operiert, wobei die Speicheldrüse gänzlich entfernt wurde.

Speichelstein, Speichel, Speicheldrüse, Drüsen

Speichelsteine entstehen vielfach in der in der Unterkieferspeicheldrüse wo sich Salze im eingedickten Speichel lagern und sich zu kristallinen Strukturieren und sich vor den Ausführungsgang der Drüse verlegen.

Entstehung der Speichelsteine

Die Speichelsteinbildung im Mund wird als Sialolithiasis bezeichnet, was den Abfluss vom Speichel behindert und eine sekundäre Entzündung begünstigt, so dass eine Speicheldrüsenentzündung entstehen kann.

Ein Speichelstein ist, auch wenn dieser Beschwerden verursacht nicht bösartig, die Symptome werden aber vielfach mit der Gebissarthrose verwechselt, denn die ersten Anzeichen der Gebissarthrose bzw. für eine Arthrose im Kiefergelenk sind Reibegeräusche, Knackgeräusche und Knirschgeräusche im Mund, denn die Kiefergelenkarthrose ist eine Verschleisserkrankung der Kiefergelenke die meist durch eine mechanische Abnutzung der knorpeligen Gelenkflächen hervorgerufen wird und dabei die Beweglichkeit des Kiefers meist eingeschränkt ist.

Speichelsteine, Speichelsteinentfernung, Speichel

Damit im Mund immer genügend Speichel vorhanden ist und der Speichelstein keine Probleme verursachen kann, sollte der Stein entfernt werden.

Grund für die Entstehung von Speichelstein ist eine veränderte Zusammensetzung vom Speichel, der ein Verklumpen der festen Bestandteile und Salze fördert.

Das Vorhandensein von Speichelsteinen in der Mundhöhle muss nicht zwangsläufig zu Beschwerden führen, denn Betroffene werden meist erst auf die Speichelsteine aufmerksam, wenn diese so gross sind, so dass sie sich tasten lassen oder der Speichelfluss blockiert wird. Die Speichelsteine bestehen aus konzentrischen Anlagerungen, vorwiegend aus Calciumphosphat, so dass die Speichelsteine die Drüsenabgänge verstopfen können und es zu einem Rückstau vom Speichel in die Drüse kommt. Bei der Speichelsteinbildung (Sialolithiasis) zeigen sich aszendierende Entzündungen mit nahrungsabhängiger, vielfach sehr schmerzhafter Schwellung durch die Sekretabflussbehinderung, teilweise eine Entzündung mit Fistelbildung in Mundhöhle oder der Haut. Die betroffene Drüse schwillt an und schmerzt meistens beim Essen, denn durch denn vermehrt produzierten Speichel durch das Kauen, werden die Schmerzen verstärkt, sodass eine Rötung der Haut oder auch Fieber auftreten können. Bis vor wenigen Jahren mussten viele Patienten bei der Diagnose “Speichelstein” operiert werden, wobei die Speicheldrüse ganz entfernt wurde. Das Entfernen der betroffenen Drüse ist mit Risiko verbunden, denn benachbarte Strukturen wie die Gesichtsnerven liegen sehr nahe und können bei der Operation verletzt werden, weshalb die Schonung der Gesichtsnerven und deren nebenwirkungsarme höchste Priorität hat.

Speichelsteinentfernung

Die Therapie bzw. Speichelsteinentfernung bei Speichelsteinen wie in den Ohrspeicheldrüsen und Unterkieferdrüsen sowie entsprechenden Gangabschnitten ist die drüsenerhaltende, sonografisch kontrollierte Extrakorporale Stosswellenlithotripsie die beste Wahl.

Normal gelingt die Speichelsteinentfernung durch die vollständige Steindesintegration mit Stosswellenlithotripsie immer, so dass die Speichelsteinbruchstücke als sandartiges Material mit Hilfe medikamentöser Speichelflussanreger über den natürlichen Drüsenausführungsgang ausgeschieden werden. Speicheldrüsen gibt sechs grosse und mehrere kleine auf jeder Seite des Kiefers, dabei sind die Ohrspeicheldrüse und die Unterkieferdrüse die zwei wichtigsten, denn diese Drüsen produzieren gesamthaft über 90 % vom Mundspeichel, demzufolge befinden sich dort auch die meisten Speichelstein-Erkrankungen.

Speichelsteine im Mund sind die häufigste Ursache für die Speicheldrüsenkrankheiten in der Mundhöhle wie die Speicheldrüsenentzündung.

Speichelsteine, Mund, Mundhöhle, Speicheldrüse

Die Speichelsteinbildung im Mund wird als Sialolithiasis bezeichnet, was den Abfluss vom Speichel behindert und eine sekundäre Entzündung begünstigt, so dass eine Speicheldrüsenentzündung entstehen kann.

Die Speichelsteine bestehen aus Kalziumphosphat und Kalziumkarbonat und können 2 mm oder auch 2 cm gross sein und können so den Ausführungsgang einer Speicheldrüse verschliessen.

Speichelsteine sind die häufigste Ursache für eine Speicheldrüsenfunktionsstörung die meist im Alter von 30 bis 50 Jahren bei der drei grossen Kopfspeicheldrüsen vorkommen, Speichelsteinbildungen können aber auch bereits im Kindesalter beobachtet werden. Speichelsteine im Mund sind die häufigsten Ursachen für die Speicheldrüsenentzündung die wegen Speichelstau behandelt werden müssen und treten meist in den grossen paarigen Kopfspeicheldrüsen auf, ca. 10% in der Ohrspeicheldrüse als grösste Kopfspeicheldrüse (Glandula parotis), ca. 83% in der Unterkieferspeicheldrüse (Glandula submandibularis) und ca. 7 % in der Unterzungenspeicheldrüse (Glandula sublingualis) sowie in allen Drüsenausführungsgängen auf. Der Fach-Zahnarzt oder HNO-Facharzt untersucht meist den Speichelstein je nach Lage und Ausprägung genauer durch Sichtbefund, Tastbefund und mittels Ultraschall, sodass die genaue Grösse und die Lage vom Speichelstein im Gang oder in der Drüse festgestellt werden kann. Wenn es zu einer Speichelstauung durch einen Stein im Gang kommt, kann sich die Drüse entzünden, sodass eine antibiotische Therapie begonnen werden muss, damit keine Gefahr einer generalisierten Ausbreitung der Entzündung entsteht. Sofern es kleine Speichelsteine sind, kann versucht werden, den Speichelfluss durch Massage, süsssaurem Essen oder Kaugummi kauen zu erhöhen und den Stein auszuschwemmen. Um die Speicheldrüse zu stimulieren können auch Medikamente eingesetzt werden sowie die extrakorporale Stosswellenlithotripsie oder die Sialendoskopie, denn damit kann bei Speichelstein mit Speichelstau eine chirurgische Drüsenentfernung mit dem Risiko von Gesichtsnervverletzung und Narben meist vermieden werden. Extrakorporale Speichelsteinzertrümmerung bzw. Lithotripsie, EWSL als Stosswellenbehandlung ist besser bekannt unter Nierensteinzertrümmerung.

Speichelstein und Stosswellenlithotripsie

Verletzungen der Gesichtsnerven und Operationsrisiken werden mit der Stosswellenlithotripsie vermieden, denn sie ist schonend und relativ schmerzlos, was sehr selten eine örtliche Betäubung erfordert.

Bei grösseren Speichelsteinen der Ohrspeichelkieferdrüsen sowie Unterkieferdrüsen und den Gangabschnitten ist die drüsenerhaltende, sonografisch kontrollierte Extrakorporale Stosswellenlithotripsie eine gute Wahl, denn Verletzungen der Gesichtsnerven bzw. Operationsrisiken werden mit der Stosswellenlithotripsie vermieden. Die Steindesintegration werden die Speichelsteinbruchstücke als sandartiges Material mit Hilfe medikamentöser Speichelflussanreger über deatürlichen Drüsenausführungsgang ausgeschieden. Speichelsteine findet man auch bei den kleinen Drüsen, bevorzugt bei Lippen und Wange.

Mundhöhlenkrebs

(Mundhöhlenkarzinom)

Was ist Mundhöhlenkrebs und wodurch entsteht er?


Bösartige Neubildungen in der Mundhöhle bezeichnet man als Mundhöhlenkrebs. Der Fachbegriff dafür lautet Mundhöhlenkarzinom. Betrachtet man das bösartige Gewebe der Mundschleimhaut unter dem Mikroskop, handelt es sich meist um so genannte Plattenepithel-Zellen, weshalb Mediziner auch von einem Plattenepithelkarzinom sprechen.

Rund 90 Prozent der Betroffenen sind langjährige Raucher. Auch ein übermäßiger Alkoholgenuss fällt bei vielen Menschen, die an einem Mundhöhlenkarzinom erkrankt sind, auf. Alkohol- und Nikotinmissbrauch zählen somit zu den größten Risikofaktoren von Mundhöhlenkrebs.

Mundhöhlenkrebs ist, ebenso wie Malignome (bösartige Tumoren) der Lippen, eine insgesamt seltene Krebserkrankung. Dennoch gehört er neben dem Rachen- und Kehlkopfkrebs zu den häufigsten bösartigen Neubildungen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich.

Wie macht sich Mundhöhlenkrebs bemerkbar?


In frühen Stadien ruft Mundhöhlenkrebs bei vielen Betroffenen keinerlei Beschwerden hervor, was leider dazu führt, dass die Krankheit oft erst entdeckt wird, wenn sie weiter fortgeschritten ist.. Ob und welche Symptome auftreten, hängt entscheidend davon ab, wo sich der Tumor befindet und wie weit er sich ausgedehnt hat.

Bei fortschreitendem Wachstum verursacht der Tumor häufig Schmerzen beim Essen und beim Schlucken. Der Speichel ist gelegentlich blutig gefärbt. Einige Betroffene fallen durch einen starken, durch den Zerfall von Tumorteilen ausgelösten Mundgeruch auf, der sich auch als Mundfäule äußern kann.

Eine rasche Gewichtsabnahme oder ein plötzlicher Leistungsknick mit Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Schwäche sind allgemeine Zeichen, die bei einem – vor allem fortgeschrittenen – Krebsleiden vorkommen.

Wie stellt der Arzt die Diagnose?


Die genannten Beschwerden oder eine sichtbare Veränderung in der Mundhöhle, die zum Beispiel beim Zähneputzen aufgefallen ist, führen den Betroffenen häufig zum Arzt. Dieser nimmt zunächst eine ausführliche Befragung (Anamnese) hinsichtlich der aktuellen Beschwerden, deren Verlauf, möglichen Risikofaktoren (z. B. starkes Rauchen), Begleiterkrankungen und Ähnlichem vor.

Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt schaut sich dann die Mundschleimhaut genau an, in der Regel mit ein Spiegelgerät, das es ihm erlaubt, die Mundhöhle besser einzusehen. Um die Ausdehnung des Tumors beurteilen zu können, tastet er die gesamte Mundhöhle sowie die Lymphknoten am Hals ab, da auch diese möglicherweise befallen sind.

Bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, eine Computer- oder Kernspintomografie liefern weitere Informationen über die Ausdehnung des Tumors. Sie geben Hinweise, ob der Tumor in den Knochen eingewachsen ist oder möglicherweise auch schon Metastasen (Tochtergeschwülste) in andere Organe oder in die Lymphknoten abgesiedelt hat.
Nicht selten entnimmt der Arzt eine Gewebeprobe aus dem verdächtigen Bereich, die dann unter dem Mikroskop untersucht wird. Mit dieser so genannten Biopsie kann er eine sichere Diagnose stellen.

Eine gründliche körperliche Untersuchung durch den Arzt sowie Blutuntersuchungen geben zusätzliche Informationen über den Allgemeinzustand des Patienten.

Wie behandelt man Mundhöhlenkrebs?


Die Therapie von Mundhöhlenkrebs besteht im Allgemeinen in der operativen Entfernung des Tumors. Dabei wird der Tumor großflächig herausgeschnitten und der Defekt mit plastisch-rekonstruktiven Maßnahmen wie einem Transplantat verschlossen.

Ab einem bestimmten fortgeschrittenen Tumorstadium streut der Tumor oft in die benachbarten Lymphknoten und bildet dort Tochtergeschwülste, so genannte Metastasen. In diesen Fällen müssen sämtliche Lymphknoten einer Halsseite, gegebenenfalls auch beider Halsseiten entfernt werden. Da mit den Lymphknoten auch Muskel- und Nervengewebe entfernt werden muss, ist nach der Operation mit teilweise erheblichen Bewegungseinschränkung im Kopf- und Schulterbereich zu rechnen.

Im Anschluss an die Operation erfolgt in der Regel eine Strahlenbehandlung. Die Bestrahlung des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten wird durchgeführt, um auch das restliche, bei der Operation eventuell nicht erfasste Tumorgewebe zu zerstören.
Röntgenstrahlung in bestimmter Dosierung verursacht Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen jedoch schneller erholen, da sie über bessere Reparaturmechanismen verfügen. Tumorzellen, die primitiver und anfälliger sind, sterben dagegen ab.

Bei fortgeschrittenen Tumorstadien kann alternativ auch zuerst eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie mit Zellgiften (Zytostatika) in Erwägung gezogen werden. Allerdings sind hierbei in der Regel die Heilungschancen geringer. Die Entscheidung, welche Therapie hinsichtlich ihrer Risiken und ihres Nutzens die beste ist, sollte im Einzelfall eingehend mit den behandelnden Ärzten besprochen werden.

Was sind die Risiken der Behandlung?


Risiken der Operation:
Wie jede Operation bergen auch Eingriffe in der Mundhöhle Risiken und Komplikationen. Als Grundsatz gilt, dass je umfangreicher die Operation und je mehr Gewebe vom Krebs befallen ist, desto mehr Komplikationen und Beschwerden können auftreten. Der verbleibende Defekt in der Mundhöhle nach der Entfernung des Tumors kann Schwierigkeiten beim Essen, Trinken und Schlucken, seltener auch beim Sprechen verursachen.

Bei den Operationen kann es zu Verletzungen von anderen Strukturen wie Nerven und Blutgefäßen kommen, die Blutungen und Nachblutungeach sich ziehen können. Infektionen, vor allem im Bereich der Wunde, sind möglich. Schlimmstenfalls führt dies zu einer Blutvergiftung. Blutgerinnsel, also Thrombosen und Embolien, kommen in der Regel selten vor. Die radikale Halsausräumung ist bei Mundhöhlenkrebs sicherlich als der größte und komplikationsreichste Eingriff anzusehen. Aber auch hier muss vor und auch während der Operation der Nutzen, also die Heilung des Patienten, im Vordergrund stehen.

Über die Risiken der Narkose klärt vor der Operation ein Narkosearzt, der Anästhesist, auf. Er bespricht mit dem Patienten dessen individuelles Risiko und passt die Narkose dementsprechend an.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie:
Da auch gesundes Gewebe durch die Strahlen in Mitleidenschaft gezogen wird, bleiben Nebenwirkungeicht aus.
Von Bedeutung ist aber auch, wie umfangreich die Bestrahlung erfolgt. Wird nur ein kleiner örtlicher Bereich in der Mundhöhle und die umgebenden Lymphknoten bestrahlt, ist in der Regel mit weniger Nebenwirkungen zu rechnen als bei einer Strahlentherapie bei ausgedehntem, fortgeschrittenem Tumorleiden. Auch können die Reaktionen auf die Therapie im Einzelfall sehr unterschiedlich sein, und die Bestrahlung kann vom dem einen besser vertragen werden als von einem anderen.

Grundsätzlich unterscheidet man frühe und späte Strahlenschäden. Ein sehr frühes Zeichen ist der so genannte Strahlenkater, eine typische Reaktion des Körpers auf die plötzliche Strahlenbelastung mit Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Kopfschmerzen. Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach der Behandlung schnell wieder. Durch die Strahlenbelastung kommt es vor allem zu Reizungen der Haut und der Schleimhäute. Die Folge sind Entzündungen des Zahnfleischs, der Speiseröhre, des Magens, des Darms und der Harnblase. Es kann auch zu einer Lungenentzündung kommen. Die Entzündung der Darmschleimhaut äußert sich mit Bauchschmerzen, Krämpfen und blutig-schleimigen Durchfällen. Strahlenschäden an der Haut (Strahlendermatitis) ähneln einem Sonnenbrand. Zu den Spätschäden einer Strahlentherapie kommen unter anderem großflächige Gewebezerstörungen und Geschwüre.

Nebenwirkungen der Chemotherapie:
Erfolgt zusätzlich noch eine Chemotherapie, werden auch dabei nicht nur die bösartigen Tumorzellen, sondern auch das gesunde Gewebe durch die Zellgifte (Zytostatika) geschädigt. Im Prinzip kann jedes Organ (z. B. Herz, Nieren, Blase, Leber, Lungen, Knochenmark) mehr oder weniger in Mitleidenschaft gezogen und in seiner Funktion beeinträchtigt werden. Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Abgeschlagenheit sind häufige Begleiterscheinungen einer Chemotherapie. Auch werden allergische Reaktionen und Haarausfall beobachtet. Die Zellgifte haben ihrerseits eine gewisse krebsauslösende (kanzerogene) Wirkung.

Wie ist die Prognose von Mundhöhlenkrebs?


Die Prognose von Mundhöhlenkrebs hängt in entscheidendem Maße von der Art, der Lokalisation und dem Stadium, in dem sich der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose befindet, ab.
Dabei sind der Differenzierungsgrad des Tumors, seine Größe und Ausdehnung, ein möglicher Lymphknotenbefall und die Frage nach Metastasen in anderen Organen von großer Bedeutung.

So schwanken die Zahlen von bis zu 80 Prozent Heilungschancen bei sehr früh entdeckten und nicht weit fortgeschrittenen Tumoren und nahezu 0 Prozent bei erheblich fortgeschrittenen Mundhöhlenkarzinomen. Dies unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung. Veränderungen in der Mundhöhle, z. B. nicht abheilende Entzündungen oder Geschwüre, sollten unbedingt beim Arzt abgeklärt werden. Dies gilt insbesondere für Menschen, die sich den Risikofaktoren aussetzen, wie starke Raucher. Ganz generell hat sich die Prognose der Erkrankung durch neue, effektiver Behandlungsmethoden in letzter Zeit verbessert.

Nach einem Mundhöhlenkarzinom müssen lebenslang regelmäßige Nachuntersuchungen durchgeführt werden, um einen erneuten Tumor und mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Myofasziale Schmerzen



Was sind myofasziale Schmerzen?


Unter myofaszialen Schmerzen versteht man örtlich begrenzte, schmerzhafte Störungen der Muskulatur. Der Muskel, seine bindegewebige Hülle (Faszie) und die Sehnen, mit denen der Muskel in Kontakt zu benachbarten Strukturen steht, bilden eine Funktionseinheit. Bei der genauen Untersuchung der betroffenen Muskeln finden sich in der Muskulatur selbst, aber auch an den regionalen Sehnen, Bändern oder Gelenkkapseln umschriebene Bereiche, die sehr schmerzhaft sind. Druck auf diese so genannten Triggerpunkte verstärkt den Schmerz massiv und führt dazu, dass er in entferntere Körperbereiche ausstrahlt.

Myofasziale Schmerzen können fast in jeder Region des Körpers vorkommen. In der Regel treten sie plötzlich nach Belastung oder einer ungewohnten Haltung auf. Sie sind definitionsgemäß immer auf nur einen Quadranten des Körpers beschränkt. Häufig treten sie in der Hüft-Gesäß- oder Beinregion auf und müssen dann von ausstrahlenden Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall unterschieden werden. Dabei sind sie jedoch deutlich häufiger als Nervenwurzel-Irritationeach einem Bandscheibenvorfall. Auch Schulter-Arm-Schmerzen oder Gesichtsschmerzen sind häufig myofaszial bedingt.

Manchmal wird ein generalisierter (den ganzen Körper betreffender) myofaszialer Schmerz auch als Fibromyalgie bezeichnet. Andere Wissenschaftler sehen in der Fibromyalgie allerdings ein eigenständiges Krankheitsbild, das sich in wesentlichen Aspekten vom myofaszialen Schmerz unterscheidet.

Welche Ursachen können die Beschwerden auslösen?


Der Schmerzauslösung liegt meist nicht eine einzige Ursache, sondern das Zusammentreffen unterschiedlicher Einflüsse zu Grunde. In ihrer Gesamtheit können sie myofasziale Schmerzen verursachen.

Wichtige Komponenten sind Fehlhaltungen und Fehlbelastungen der Körperregion, die dazu führen, dass sich in der Folge die Muskulatur anspannt und verkürzt. Einseitige Belastungen, zum Beispiel am Arbeitsplatz, zeigen langfristig Folgen. Auch ein schlechter Trainingszustand kann dazu beitragen, dass bereits bei geringen Belastungen eine Überforderung der Muskulatur entsteht.

Stress und psychische Anspannung führen auch zu einer Anspannung der Muskulatur, die Beschwerden verstärken sich dadurch noch. Dies bedeutet jedoch weder, dass es sich um eine psychische Erkrankung handelt, noch, dass man sich die Beschwerdeur einbildet.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?


Typischerweise liefern bei myofaszialen Schmerzen alle Blutwerte, aber auch Messverfahren und Aufnahmen unauffällige Befunde. Untersuchungen sind allerdings notwendig, um andere Ursachen der vorliegenden Beschwerden auszuschließen. Die Beschwerden können häufig leicht spezifischen Erkrankungen, zum Beispiel einem Gelenkverschleiß oder Nervenwurzel-Irritationen zugeordnet werden. Daher wird die Diagnose in Zusammenarbeit mit Ärzten unterschiedlicher Fachrichtungen gestellt.

Der Verdacht auf das Vorliegen von myofaszialen Schmerzen ergibt sich durch die genaue Untersuchung des Bewegungsapparates. In der Muskulatur finden sich schmerzhafte, verhärtete Bezirke (Triggerpunkte), durch deren Reizung die Schmerzen maximal verstärkt werden können. Beim Tasten fühlen sich diese Bereiche straff gespannt an, durch den Druck werden die Schmerzen in angrenzende Bereiche fortgeleitet. Teilweise können sie erheblich ausstrahlen. Neben der sorgfältigen Erhebung der Krankengeschichte sind zusätzlich bildgebende Verfahren oder Messungen erforderlich, um die Diagnose zu sichern.

Muskelschmerzen müssen von der Fibromyalgie, aber auch von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unterschieden werden. Entzündungen stellt man durch Blutuntersuchungen fest. Bei bestimmten Rheumaformen lassen sich typische Autoantikörper, so genannte Rheumafaktoren, im Blut feststellen. Um eine Nervenwurzel-Irritation oder eine Verletzung eines Nerven auszuschließen, kann ein Neurologe die Leitgeschwindigkeit des Nerven messen.

Je nach Körperregion und Charakteristik des Schmerzes kommen unterschiedliche Untersuchungsmethoden in Betracht: Bei Gesichtsschmerzen (so genannten orofazialen Schmerzen) zum Beispiel beinhaltet die Diagnostik eine Untersuchung durch den Hals-Nasen-Ohren-Arzt sowie eine zahnärztliche Abklärung. Die Herstellung eines Gebissmodells mit Hilfe eines Abdrucks liefert wertvolle Hinweise auf eine fehlstellungsbedingte Belastung der Kiefergelenke und der Kaumuskulatur. Der Neurologe kann besonders Nervenschmerzen im Gesichtsbereich von funktionalen Muskelschmerzen abgrenzen. Bei Kopfschmerzen, die auch myofaszial hervorgerufen werden können, ist eine gründliche neurologische Untersuchung, eventuell erweitert durch die Ableitung von Hirnströmen im EEG, sowie ergänzend bildgebende Verfahren erforderlich.

Bei myofaszialen Schmerzen in der Schulter-Arm-Region oder im Bereich des Rückens oder der Hüfte mit Ausstrahlung in ein Bein kann es notwendig sein, eine Kernspin- oder Computertomografie durchzuführen, um einen Druckschaden einer Nervenwurzel, zum Beispiel durch einen Bandscheibenvorfall, auszuschließen. Röntgenbilder helfen bei der Abgrenzung gegenüber einem Gelenkverschleiß (Arthrose). Myofasziale Schmerzen der Brustmuskulatur müssen von anderen Ursachen für Schmerzen im Brustkorb, besonders natürlich von Herzerkrankungen unterschieden werden. Dann wird ein Internist oder Kardiologe hinzugezogen.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?


Die Verkrampfung der Muskulatur kann ausgesprochen hartnäckig sein und sich nur durch eine sinnvolle Kombination von Maßnahmen langsam bessern. Bei akuten myofaszialen Schmerzen ist das Ziel einer Behandlung, die schmerzhaften Triggerpunkte so zu beeinflussen, dass ihre Empfindlichkeit wieder nachlässt. Hilfreich ist in dem Zusammenhang alles, was die Muskelspannung herabsetzt.

Kurzfristig können Schmerzmittel oder Medikamente gegen rheumatische Beschwerden sowie muskelentspannende Mittel zum Einsatz kommen. Sie helfen, den Teufelskreis aus Schmerz und Muskelverspannung zu durchbrechen, manchmal werden auch durch sie krankengymnastische Übungen erst möglich. Auf keinen Fall sollten diese Medikamente jedoch über einen langen Zeitraum und regelmäßig eingenommen werden, da der regelmäßige Gebrauch von Schmerzmitteln wiederum zu Schmerzen führen kann. Außerdem können solche Medikamente bei dauerhafter Einnahme Leber und Nieren schädigen.

Besonders haben sich Injektionen von örtlichen Betäubungsmitteln oder Kochsalzlösungen in die betroffenen Triggerpunkte sowie die manuelle Therapie bewährt. Injektionstechniken werden häufig auch mit manuellen Maßnahmen kombiniert, um eine effektive Dehnungsbehandlung der Muskulatur durchführen zu können. Bevor der Muskel durch einen Physiotherapeuten gedehnt wird, injiziert der Arzt ein örtliches Betäubungsmittel in den Triggerpunkt, oder die betroffene Stelle wird mit einem Vereisungsspray gekühlt (so genannte “Stretch-and-Spray-Therapie”). Ziel der Behandlung ist es, die normale Länge der betroffenen, funktionell verkürzten Muskeln wieder herzustellen, um so ihre Funktion zu verbessern und schmerzhafte Bewegungseinschränkungen zu lösen.

Zusätzlich ist eine krankengymnastische Korrektur der Körperhaltung sinnvoll, wenn die Beschwerden durch Fehlhaltungen und Fehlbelastungen hervorgerufen werden. Im Anschluss lernt der Patient, Übungen zur Muskeldehnung regelmäßig selbst durchzuführen und weitere einseitige Belastungen, zum Beispiel durch eine ergonomischere Gestaltung des Arbeitsplatzes, zu reduzieren.

Weitere Maßnahmen können die angeführten Therapiemaßnahmen begleiten und helfen, die Schmerzen zu lindern und die Muskulatur zu entspannen. So werden zum Beispiel Wärme oder Massagen angewendet. Auch die Akupunktur oder eine TENS-Therapie (transkutane elektrische Nervenstimulation), bei der über Klebeelektoden, die auf die Haut über den schmerzenden Bereich aufklebt werden, ein gepulster Strom auf die Muskulatur und die Nerven einwirkt, haben als begleitende Maßnahmen einen gewissen Stellenwert.

Besonders wenn die Schmerzen bereits seit langer Zeit, also etwa über ein halbes Jahr hinweg bestehen, sind sie schwieriger zu beeinflussen. Die Schmerzen werden dann als chronisch bezeichnet, das bedeutet, dass sie sich verselbständigt haben und zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden sind. Man spricht dann auch von einem myofaszialen Schmerzsyndrom. Die Erkrankung kann sich dann über Jahre hinziehen. In diesem chronischen Zustand sind oft Medikamente wirksam, die auch gegen Depressionen verordnet werden. Anders als bei den Schmerzmitteln kann und soll man diese Substanzen regelmäßig einnehmen. Die Wirkung dieser Medikamente beruht auf einer Veränderung der Schmerzwahrnehmungsschwelle im Gehirn. Dazu ist normalerweise eine viel geringere Dosis erforderlich als zur Behandlung bei depressiven Krankheitsbildern. Häufige Nebenwirkungen dieser Präparate sind das Auftreten von Müdigkeit und Mundtrockenheit. Abhängig machen diese Mittel aber nicht.

Ein ganz wesentlicher Schwerpunkt der Behandlung von chronischen myofaszialen Schmerzen liegt in der begleitenden Verhaltenstherapie. Diese zielt darauf ab, dem Betroffenen die Gewohnheiten, die Muskelverspannungen erzeugen und so das Schmerzgeschehen unterstützen, ins Bewusstsein zu bringen und diese abzutrainieren. Das Erlernen von Stressbewältigungsverfahren oder aktiven Übungen zur gezielten Muskelentspannung ist in jedem Fall hilfreich, da sie dazu beitragen, die Ruhespannung in der Muskulatur herabzusetzen und so in das Schmerzgeschehen günstig einzugreifen.

 

Duo infernale: Nikotin und Alkohol verursacht Mundhöhlenkrebs

Tumoren in der Mundhöhle, im Kiefer und Rachen gehören zu den zehn häufigsten Krebsarten. Rauchen und/oder Alkoholkonsum sind die Hauptauslöser der Erkrankung. Aber auch chronisch wunde Stellen der Mundschleimhaut sowie die allgemeine Mundhygiene spielen eine wichtige Rolle.

Gesund beginnt im Mund. Diese griffige Parole trifft auf die Vorbeugung von Krebserkrankungen in Mundhöhle, Kiefer oder Rachen besonders zu. Laut Bundesverband der Deutschen Pathologen gehören diese Krebsarten weltweit zu den zehn häufigsten Tumoren. In Deutschland erkranken jährlich 7.650 Männer und 2.950 Fraueeu daran. Waren früher vor allem Menschen jenseits des fünften Lebensjahrzehnts betroffen, so nehmen heutzutage die Erkrankungen auch bei jüngeren Menschen zu.

Etwa zwei Drittel der Tumoren befinden sich in der unteren Mundhöhle, also an Zunge oder Mundboden. Seinen Ursprung nimmt das Karzinom bei 95 Prozent der Patienten im Plattenepithel, das die oberste Hautschicht im Mund und auf der Zunge bildet.

Jede Krebsdiagnose trifft die Erkrankten hart. Bei einem Krebs im Mund-, Kiefer- oder Rachenbereich kommt erschwerend hinzu, dass eine Erkrankung oder Operation im Gesicht für jedermann sofort ersichtlich ist und das Selbstwertempfinden sehr beeinträchtigen kann. Außerdem wird das Zusammensein mit anderen Menschen belastet, weil wichtige soziale Funktionen wie Sprechen, Kauen oder Schluckeur eingeschränkt – oder gar nicht mehr – möglich sind.

Rauchen und Alkohol verstärken sich gegenseitig

Tumore in der Mundhöhle werden sehr häufig durch Rauchen und/oder Alkohol verursacht. Besonders gefährlich sind sehr starke oder filterlose Zigaretten, hochprozentige alkoholische Getränke sowie das „Duo infernale“, die Kombination von Rauchen und Alkohol. Die Arbeitsgruppe um PD Dr. Andreas Dietz von der HNO-Klinik der Universitätsklinik Heidelberg hat ermittelt: Wer täglich mehr als 75 Gramm Alkohol zu sich nimmt (das entspricht etwa 1,5 Litern Bier oder vier Gläsern Wein) steigert sein Risiko für einen Tumor in der Mundhöhle um das 15-fache. Beim Rauchen wird in Packungsgrößen gerechnet: 50 Packungsjahre, das heißt täglich eine Packung mit 20 Zigaretten über 50 Jahre hinweg, erhöhen das Risiko um das 77-fache. Wer beiden Lastern frönt, bei dem addiert sich das Risiko nicht nur einfach, sondern liegt „überadditiv“ über der Summe der einzelnen Werte.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Risikofaktoren. Hierzu zählen chronisch wunde Stellen an der Mundschleimhaut, wie sie zum Beispiel durch scharfe Zahn- oder Prothesenkanten entstehen können und eine allgemein schlechte Mundhygiene.

Auch chronische Pilzerkrankungen im Mund (Candida albicans), Papillomaviren und eine antioxidanzienarme Ernährung können als Mitverursacher oraler Krebserkrankungen wirken.
Wieder ein Grund, mit dem Rauchen aufzuhören…

Da in der Bevölkerung sowohl das Rauchen als auch der Alkoholkonsum in den vergangenen Jahren zugenommen haben, ist auch die Anzahl der Mundhöhlentumoren gestiegen. Allerdings wird hieraus auch deutlich, wie diesem Krebs wirkungsvoll vorgebeugt werden kann: Der Verzicht auf Tabak, seltener und mäßiger Alkoholkonsum sowie eine gute Mund- und Zahnpflege sind ein guter Schutz. Eine mund- und zahngesunde Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse, Milch- und Vollkornprodukten unterstützt den Körper zusätzlich.

Halbjährliche Zahnarztbesuche zur Früherkennung nutzen

Der Früherkennung kommt – wie bei jeder Krebserkrankung – eine besondere Rolle zu: Je eher ein Tumor erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Für eine regelmäßige Begutachtung der Mundschleimhaut bieten sich besonders die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt an. Denn dieser ist nicht nur für die Zähne „zuständig“, sondern allgemein „Experte für Mundgesundheit“. Dazu gehört, dass die gesamte Mundhöhle regelmäßig systematisch inspiziert wird, insbesondere bei Risikopatienten wie Rauchern. Eine kurze Rückfrage beim Zahnarzt gibt Aufschluss darüber, ob die Mundschleimhaut unauffällig aussieht.

Es kann aber auch jeder selbst zur Früherkennung beitragen, indem er sich seine Mundhöhle – bei guten Lichtverhältnissen – regelmäßig anschaut. Fallen dabei flächige, weißliche Stellen auf, die sich zugleich hart anfühlen, sollte dies sofort ärztlich abgeklärt werden. Denn es kann sich hierbei um die so genannten Leukoplakien handeln, das sind flache, nicht abwischbare Schleimhautveränderungen, die in einen Krebs der Schleimhaut (Plattenepithelkarzinom) übergehen können. Professor Dr. Rudolf Reich, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, empfiehlt außerdem: „Auch flächige, rötliche Veränderungen oder länger als zwei Wochen bestehende wunde Stellen im Mund sollten sofort von einem Arzt, Zahnarzt oder Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg begutachtet werden.“

UKSH-Wissenschaftler für Grundlagenforschung bei der Entstehung von Mundhöhlenkrebs ausgezeichnet

Der Preis wurde für die Arbeit „Genomweite DNA-Methylierungsanalysen im oralen Lichen planus und dem oralem Plattenepithelkarzinom” verliehen. Bereits im vergangenen Jahr wurde Volker Gaßling auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft ausgezeichnet.

Der orale Lichen planus ist eine chronisch entzündliche Mundschleimhauterkrankung, deren Entstehungsmechanismeoch unbekannt sind. Er betrifft bis zu vier Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Abhängigkeit von der geographischen Region und ist eine der häufigsten Mundschleimhauterkrankungen. Die Erkrankung steht auch deshalb im Focus der medizinischen Forschung, weil es im Verlauf der Erkrankung bei einem Teil der Patienten zu einer Entartung zu Mundhöhlenkrebs kommen kann.

In der vorliegenden Arbeit konnten bisher noch unbekannte genetische Grundlagen des oralen Lichen planus mit Hilfe modernster Genforschung entschlüsselt werden. Derzeit bereiten die Spezialisten am UKSH weitere Projekte vor, die eine genauere Aufklärung der hier beteiligten Prozesse anstreben. Langfristiges Ziel der Forschung ist die Entwicklung neuer Therapien für den oralen Lichen planus.

Die Humanen Papillomaviren (HPV) sind häufige Ursache für Gebärmutterhalskrebs. Der Gießener HNO-Mediziner Professor Jens P. Klußmann konnte nun diese Vieren auch im Mund- und Rachenraum nachweisen.

Wie kommen diese Viren vom Gebärmutterhals in die Mundhöhle? Übertragungsweg dieser Papillomaviren in den Mundbereich ist laut Professor Klußmann der Oralsex. Hat man bis heute Alkohol- und Nikotinabusus als Faktoren für die Entstehung von Mundhöhlenkarzinomen angenommen, so muss man heute eventuell Oralsex als Risikofaktor hinzufügen.

Hinweise für Klußmanns These seien z.B. die Feststellungen, dass Mundhöhlen-Karzinome bei sexuell Aktiven häufiger auftreten und die Patienten immer jünger würden.

Gegen Gebärmutterhalskrebs werden junge Mädchen geimpft. Sollten Klußmanns Befunde gesichert sein, so sollte die Impfung ggf. auch für Jungens angeboten werden.

Mundhöhlenkrebs

(Mundschleimhautläsion)

Mundschleimhautläsion

Ein kleiner weißer Fleck

scheint harmlos –

ist es aber unter Umständen nicht.

Die Früherkennung von Haut-, Zervix-, Brust-, Prostata- und Dickdarmkrebs konnte bereits vielen Patienten das Leben retten. Die Prognose des Mundhöhlenkrebses ist dagegen seit 40 Jahren unverändert und die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei nur 50%. Aber jetzt ist es möglich, Mundhöhlenkrebs frühzeitig zu erkennen.

Mit einer Bürstenbiopsie ist es möglich, harmlos erscheinende Formen von Vor- und Frühstadien des Mundhöhlenkarzinoms zu identifizieren. Das Risiko des “Beobachtens und Wartens” ist damit elimiert, es entsteht also kein Zeitverlust durch eine Verlaufsbeobachtung. Der Eingriff in den Mundraum ist dabei minimal, eine Anästhie ist nicht nötig. Das Verfahren wurde durch eine Feldstudie als zuverlässig erkannt (JADA, Oktober 1999).

Bitte sprechen Sie uns gezielt darauf an, wenn Sie in Ihrer Mundhöhle weiße oder rote Flecken feststellen!

Der gesunde Zahn besteht aus der sichtbaren Zahnkrone und einer oder mehreren Zahnwurzeln. Die Zahnhartgewebe bestehen aus dem sehr harten Zahnschmelz und dem Dentin (Zahnbein). Im Inneren der Zahnkrone und der Zahnwurzel befindet sich die Pulpa (Zahnnerv). Diese besteht aus Bindegewebe, Blut- und Lymphgefäßen und Nervenfasern. Die gesunde Pulpa reagiert auf Irritationen, die durch Karies oder eine Verletzung ausgelöst werden können, in der Regel mit einer Entzündung. Wird früh genug eingegriffen, z.B. durch Entfernung der Karies, sachgemäßem Schutz der Pulpa und Anfertigung einer Füllung oder Krone, kann die Entzündung wieder ausheilen. Wird nicht frühzeitig eingegriffen, schreitet die Entzündung voran. Dies ist zumeist mit heftigen Zahnschmerzen verbunden. In der Folge kann es zu einem Absterben der Pulpa und zu einer bakteriellen Infektion der Wurzelkanäle kommen. Die von den Bakterien in das periapikale Gewebe abgeschiedenen Gifte bewirken oft chronische Reaktionen (Granulom, Zyste). Schlimmstenfalls infizieren die Bakterien das knöcherne Gewebe im Bereich der Wurzelspitze und es kommt zu eitrigen Abszessen (dicke Backe). Durch solche Infektionen wird der gesamte Körper belastet.

Behandlungsmaßnahmen

Zu den wichtigsten endodontischen Behandlungen gehören die Maßnahmen zur Vitalerhaltung der Pulpa sowie die Wurzelkanalbehandlung. Eine Wurzelkanalbehandlung muss durchgeführt werden, wenn eine Entzündung der Pulpa und die damit verbundenen Schmerzeicht mehr rückgängig gemacht werden kann oder wenn das Gewebe der Pulpa schon abgestorben ist. Das Ziel einer Wurzelkanalbehandlung ist es, das gesamte Kanalsystem zu reinigen und auf Dauer hermetisch zu verschließen, um vorhandene Mikroorganismen zu entfernen und das Eindringen von Mikroorganismen oder Körperflüssigkeiten zu verhindern. Ein korrekt mit einer Wurzelkanalfüllung versehener und abschließend mit einer adäquaten Füllung oder Krone versorgter Zahn kann dauerhaft funktionsfähig bleiben und stellt keinerlei Belastung für den Gesamtorganismus dar.

   

Die Parodontitis (altgr. παρά ,neben‘ und ὀδούς ,Zahn‘)[1] ist eine bakteriell bedingte Entzündung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodontium) zeigt.Inhaltsverzeichnis [Anzeigen]

Abgrenzung Parodontitis – Parodontose

 

1921 hatte Oskar Weski zunächst den Begriff „Parodontose“ als Sammelbegriff für alle Erkrankungen (entzündliche und nicht-entzündliche) des Zahnbettes eingeführt.

 

Seit etwa Mitte des 20. Jahrhunderts wird jedoch zwischen Parodontitis und Parodontose unterschieden. Dies entspricht der allgemein in der Medizin gebräuchlichen Definition, in der die Endung ‚-itis‘ für entzündliche und die Endung ‚-ose‘ für atrophische (Gewebsschwund-) Prozesse steht. Der Begriff Parodontose hat heute nur noch historische Bedeutung.

 

Falsch, wenn auch recht häufig anzutreffen, sind die Schreibweisen „Paradontitis“ und „Paradontose“.

Parodontose

 

Auch wenn der Begriff Parodontose (Synonymie: Alveolaratrophie) weit verbreitet ist, handelt es sich dabei immer – fachlich korrekt ausgedrückt – um eine entzündliche Parodontitis.

 

Bei der Parodontose geht der Zahnbettschwund primär vom Knochen aus und Bindegewebe und Zahnfleisch folgen. Es treten keine vertieften Zahnfleischtaschen auf und das Zahnfleisch zeigt keine erhöhte Blutungsneigung. Typisch ist, dass nahezu gleichzeitig das gesamte Gebiss betroffen ist und es erst relativ spät zur Zahnlockerung kommt.[2] In der aktuellen wissenschaftlichen Fachliteratur wird der Begriff Parodontose nur noch unter historischen Gesichtspunkten erwähnt. Die beschriebene Begriffsdefinition, die einen parodontalen Knochenabbau ohne Entzündung beschreibt, ist klinisch nicht existent oder aber eine absolute medizinische Rarität. In der aktuellen Klassifikation der Parodontalerkrankungen taucht der Begriff nicht mehr auf.

Parodontitis

 

Man unterscheidet apikale (von der Wurzelspitze ausgehende) und marginale (vom Zahnfleischsaum ausgehende) Parodontitis. Die beiden können auch ineinander übergehen (Paro-Endo-Läsionen).

 

Ursache für die apikale Parodontitis ist ein marktoter Zahn, die Therapie besteht in einer Wurzelkanalbehandlung, einer Wurzelspitzenresektion oder dem Entfernen des Zahnes (Extraktion).

 

Im Weiteren soll hier nur von der marginalen Parodontitis die Rede sein. Diese kann maach der aktuellen Klassifikation der Parodontalerkrankungen weiter unterteilen.

Mögliche Ursachen der Parodontitis

 

Zahnfleischbluten

 

Zahnfleischentzündung

 

Die Parodontitis wird wie Gingivitis durch bakterielle Plaque (Zahnbelag) ausgelöst, einem zäh anhaftenden Biofilm. Hauptunterscheidungsmerkmal ist der bei der Parodontitis vorhandene, röntgenologisch nachweisbare Knochenabbau, während die vertieften Zahnfleischtaschen bei der Gingivitis durch die entzündliche Schwellung der Gingiva zustande kommen. Eine langandauernde Gingivitis (Zahnfleischentzündung) kann auf den Kieferknochen, die Wurzelhaut und das Zement übergreifen. Der Übergang ist jedoch nicht zwangsläufig, gerade bei Kindern und Jugendlichen kann eine Gingivitis über Monate und Jahre bestehen, ohne auf andere Strukturen überzugreifen. Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt. Sowohl bei der Gingivitis als auch bei der Parodontitis werden aus dem Biofilm bakterielle Stoffwechsel- und Zerfallsprodukte freigesetzt, die Abwehrreaktionen des Körpers auslösen. Die Hauptrolle bei der Gewebszerstörung selbst spielt das eigene Immunsystem, das versucht, die Bakterien zu beseitigen. Diese Immunantwort besteht aus einer vielfältigen Abfolge von Reaktionen und Aktionen, bei der verschiedene Entzündungsstoffe und –zellen beteiligt sind. Unter anderem werden Enzyme gebildet, die die Bakterien zerstören sollen, jedoch auch zu einer Zerstörung von Eigengewebe führen. Das führt letztlich zum Verlust von Bindegewebe und Knochen. Das Ergebnis der Reaktion auf die Bakterien sind Zahnfleischbluten, Taschenbildung, Zurückgehen des Zahnfleischs und schließlich Lockerung und Verlust der Zähne.

 

Von den etwa 500 verschiedenen Bakterienspezies, die in der Mundhöhle vorkommen können, sind nur wenige parodontalpathogen (krankheitserregend im Sinne einer Parodontitis). Diese werden auch als Hauptleitkeime bezeichnet und bilden sogenannte Cluster (Haufen), welche in ihrer Vergesellschaftung spezifisch sind. Sie sind obligat oder fakultativ anaerobe, gramnegative, schwarzpigmentierte Bakterienarten wie der so genannte Rote Komplex (Porphyromonas gingivalis, Treponema denticola und Tannerella forsythensis (Bacteroides forsythus) sowie Actinobacillus actinomycetemcomitans Subtyp B (neuerdings Aggregatibacter actinomycetemcomitans).

Risikofaktoren

 

Obwohl das Immunsystem und die Anwesenheit bestimmter Bakterien die Hauptrolle bei der Entstehung einer Parodontitis spielen, gibt es einige Risikofaktoren, die die parodontale Gesundheit beeinflussen:

schlechte oder falsche Mundhygiene mit Zahnbelag (Plaque) und Zahnstein

genetische Prädisposition. In letzter Zeit wurde durch verschiedene Fall-Studien, aber auch in transversalen bevölkerungsrepräsentativen Studien[4] der bis dato noch unbekannte große Einfluss genetischer Prädisposition für das Krankheitsbild der Parodontitis erwiesen. Hier zeigt sich vor allem der Einfluss von Genotyp-Varianten im Bereich der Gene IL-1α (Interleukin), IL-1β und IL-1RN (Rezeptorantagonist). Dieser Zusammenhang ist auch für das Myeloperoxidase-Gen bekannt.

Tabakkonsum. Raucher haben verglichen mit Nichtrauchern ein vier- bis sechsfach erhöhtes Risiko, eine Parodontitis zu entwickeln.

Diabetes mellitus (insbesondere wenn der Blutzuckerspiegel schlecht eingestellt ist). Dieser Aspekt des Diabetes mellitus ist schon seit längerem bekannt und in verschiedenen Studien belegt worden.

Lebenspartner mit bestehender Parodontitis. Eine Ansteckung ist auch von Mutter zu Kind möglich.

Schwangerschaft. Durch Hormonumstellung lockert das Bindegewebe auf, das Zahnfleisch schwillt an und Bakterien können leichter in die Tiefe vordringen.

offene Zahnkaries

Mundatmung

Bruxismus (zumeist stressbedingtes Zähneknirschen)

allgemeine Abwehrschwäche, insbesondere „immun-supprimierte“ Individuen (während oder nach Chemo-Therapie, Transplantations-Patienten, HIV-Erkrankte, etc.)

unausgewogene Ernährung. Früher spielte Vitaminmangel eine große Rolle (Skorbut).

ungünstig lokalisierte Piercings im Mundraum (Lippe, Lippenbändchen, Zunge)

Verlauf

 

In den meisten Fällen handelt es sich um ein chronisch schubweise verlaufendes Geschehen. Dieses tritt vorwiegend bei Erwachsenen auf, ist nur selten schmerzhaft und führt, von den Betroffenen zumeist unbemerkt, erst nach Jahren zu Zahnlockerungen. Der Zahnfleischsaum bietet dabei für Bakterien einen relativen Schutz vor der Selbstreinigung der Mundhöhle durch Zunge und Speichel. Beim Gesunden garantiert das sogenannte Saumepithel durch seine Anhaftung am Schmelz eine kontinuierliche Oberfläche zwischen Zahnfleisch und Zahn. Wird die Plaque in diesen Nischeicht sorgfältig entfernt, greifen die Ausscheidungsprodukte der Mikroorganismen (Exotoxine) das Saumepithel an und einige Bakterien sind sogar in der Lage, das Epithel zu durchwandern. Der Körper reagiert auf solche Angriffe mit der Einwanderung von Abwehrzellen aus dem Blut. Dabei bilden die neutrophilen Granulozyten und die Makrophagen einen Schutzwall gegen das weitere Vordringen von Fremdkörpern. Nach und nach werden so die Eindringlinge zerstört und phagozytiert („verdaut“). Dabei werden verschiedene Endotoxine freigesetzt. Sowohl die Exotoxine als auch die Endotoxine und einige Zerfallsprodukte der Körperabwehrzellen stellen einen Reiz dar. Um das umliegende Gewebe vor diesen Reizen zu schützen und einem Vordringen der Entzündung in die Tiefe vorzubeugen, aktiviert der Körper unter anderem Osteoklasten. Deren Aufgabe besteht im zielgerichteten Ab- und Umbau von Knochengewebe.

 

Weit fortgeschrittener Knochenrückgang

 

Bei einer guten Körperabwehr können die Mikroorganismen lange davon abgehalten werden, in die Tiefe vorzudringen. Die Kräfteverhältnisse in diesem Kampf sind jedoch sehr labil. Eine Verschlechterung der Körperabwehr, eine starke Vermehrung von Bakterien oder eine Veränderung der Aggressivität der Mikroorganismen führt dann zum Fortschreiten des Entzündungsgeschehens in die Tiefe. So kommt es im Verlauf zu einem stetigen Knochenverlust, der nur durch eine vollständige Entfernung der Reize gestoppt werden kann. Auf Röntgenbildern erscheint der Knochenverlust vorwiegend horizontal, da die Osteoklasten in Ruhephasen der Entzündung das zerklüftete Knochengewebe ausformen und so an die neuen Gegebenheiten anpassen. Aufgrund des langsamen und langen Krankheitsverlaufs wird diese Form der Entzündung als chronische Parodontitis bezeichnet.

 

Davon wird die aggressive Parodontitis unterschieden, welche rasch zu umfangreichem Knochenverlust führt und manchmal schon im Kindesalter auftritt. Darum wurde sie in der früheren Nomenklatur als juvenile Parodontitis bezeichnet. In Röntgenbildern erscheint der Knochenverlust bei diesem schnell fortschreitenden Verlauf als scharfkantiger vertikaler Krater entlang der Wurzeloberfläche, da keine Ummodellation stattgefunden hat. Als Ursachen für diese seltenere Form werden besonders aggressive Erreger und/oder eine nicht funktionierende lokale Abwehr der bakteriellen Reize diskutiert.

 

Da die Entzündungen in den Tiefen der parodontalen Taschen fortschreiten, ist eine Diagnose ohne zahnärztliche Hilfsmittel für Betroffene oft schwierig. Folgende Anzeichen können auf eine Erkrankung des Zahnhalteapparats hindeuten und sollten vom Zahnarzt abgeklärt werden:

Gingivitiszeichen

Zahnfleischbluten

Rötungen, Schwellungen und Berührungsempfindlichkeit des Zahnfleisches

in aktiven Entzündungsstadien außerdem

Mundgeruch (Halitosis)

Eiterbildung am Zahnfleisch

Bei fortgeschrittenem Verlauf

Zahnfleischrückgang („die Zähne scheinen länger zu werden“)

Zahnlockerung/-wanderung

Therapie [Bearbeiten]

 

Parodontalsonden mit Skalierung

 

Zahnstein

 

Die Therapie besteht darin, den Entzündungszustand des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparats zu beseitigen und Plaque und Zahnstein sowie entzündungsfördernde Faktoren zu beseitigen. Die Behandlung gliedert sich in verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Maßnahmen.

 

Die erste Phase stellt eine umfassende Diagnostik dar, mit welcher Art, Schwere und Verlauf der Erkrankung bestimmt werden. Klinisch beurteilt man den Gesamtzustand des Gebisses, die Zahnlockerung, die Tiefe der Taschen (Sondierungstiefe), den Zahnfleischrückgang und die Mundhygiene des Patienten. Außerdem wird durch Röntgenaufnahmen der Knochenverlauf festgestellt. In manchen Fällen werden ergänzend mikrobiologische (Nachweis bestimmter parodontalpathogener Bakterien) und genetische (Nachweis einer genetischen Veranlagung) Tests durchgeführt. Auch eine Überweisung zum Allgemeinmediziner zum Ausschluss einer systemischen Erkrankung (Diabetes, HIV, Leukämie etc.) kanötig sein.

 

Anschließend werden in der sogenannten Hygienephase alle supragingival (oberhalb des Zahnfleischrands) gelegenen harten und weichen Beläge entfernt (professionelle Zahnreinigung, PZR). Dabei wird dem Patienten auch gezeigt, wie er zu Hause eine optimale Zahnpflege betreiben kann. Dieser Vorgang muss zumeist mindestens einmal wiederholt werden (die gesetzlichen Krankenkassen verlangen drei Sitzungen im Abstand von etwa einer Woche), außerdem müssen in dieser Phase bei Bedarf Füllungen oder Wurzelfüllungen gelegt oder erneuert und nicht erhaltungswürdige Zähne gezogen werden. Dadurch werden weitere Bakterienherde in der Mundhöhle eliminiert. Durch verschiedene Spülflüssigkeiten oder Medikamente kann das Bakterienwachstum ebenfalls kontrolliert und verringert werden. Allein durch diese Hygienemaßnahmen kann bei vielen Betroffenen schon eine merkliche Besserung erreicht werden.

 

Im Anschluss beginnt bei Bedarf die sogenannte geschlossene Behandlungsphase, bei der die subgingival (unterhalb des Zahnfleischrands) liegenden harten und weichen Beläge entfernt werden (geschlossene Kürettage). Dies geschieht mit Küretten (speziell geformte Handinstrumente), mit schall- und ultraschallbetriebenen Geräten oder unter Anwendung bestimmter Laser. Nach zwei bis drei Wochen Heilungszeit wird das Ergebnis dieser Behandlung kontrolliert, indem erneut die Sondierungstiefen gemessen und wenötig die Maßnahmen an einzelnen Stellen wiederholt werden.

 

Bei sehr tiefen Zahnfleischtaschen (über sechs Millimeter), welche durch die Hygienemaßnahmen und die geschlossene Behandlung nicht ausreichend zurückgegangen sind, kann es notwendig sein, in die offene Behandlungsphase überzugehen. Dabei werden die Bereiche chirurgisch eröffnet, damit die Maßnahmen der geschlossenen Behandlung unter Sicht wiederholt werden können. In diesem Fall ist es zum Teil auch möglich, eröffnete und gesäuberte Knochentaschen mit Knochenersatzmaterialien (Guided Bone Regeneration, GBR) aufzufüllen oder mit Membranen abzudecken (Guided Tissue Regeneration, GTR).

 

Unter bestimmten Voraussetzungen (aggressive, schnell verlaufende Formen der Parodontitis) ist es sinnvoll, die Behandlung durch die Anwendung von Antibiotika und/oder der Full-Mouth-Disinfection-Therapie zu ergänzen. In einer Schweizer Feldstudie konnten mikrobiologisch fünf parodontale Typen (Vergesellschaftungen von Bakterien) nachgewiesen werden, welche verschieden zu therapieren sind: bei drei Typen genügte eine Kürettage, bei zwei Typen mussten zusätzlich bestimmte Antibiotika verabreicht werden. Diese können in Tablettenform (systemisch) gegeben werden oder sie werden direkt in die Zahnfleischtasche eingebracht (lokal). In beiden Fällen ist es von Vorteil, vorher eine Keimbestimmung durchzuführen, um möglichst zielgerichtet zu behandeln. Es ist jedoch sinnlos, die Infektion mit Antibiotika zu therapieren, ohne die Zähne vorher zu reinigen. Die Bakterien sind in ihrem Biofilm vor der Einwirkung des antibiotischen Medikaments fast vollkommen geschützt. Erst durch die Zerstörung des Biofilms werden die Bakterien für die Antibiotika zugänglich.

 

Eine weitere lokale medikamentöse Behandlungsmethode (zusätzliche direkte Einbringung in die Zahnfleischtasche) ist die mit einem antiseptischen Chlorhexidinchip. Dieser sorgt für eine nachhaltige Keimfreiheit in der entzündeten Zahnfleischtasche und baut sich biologisch von selbst ab. Da es sich oftmals um eine chronische Form der Parodontitiserkrankung handelt, hat der Chlorhexidinchip zudem den Vorteil, dass die Keime keine Antibiotikaresistenz entwickeln, da es sich bei Chlorhexidiicht um ein Antibiotikum handelt.

Prognose [Bearbeiten]

 

Rechtzeitig und richtig behandelt kann einer Parodontitis fast immer Einhalt geboten werden, allerdings ist diese Behandlung zum Teil sehr langwierig und immer stark von der Mitarbeit des Patienten abhängig. Da die Parodontitis ein Ausdruck eines erfolgreichen bakteriellen Angriffs gegen die einst intakte Grenze Zahn-Zahnfleisch ist, muss sich jeder Betroffene im Klaren sein, dass selbst nach erfolgreicher Beseitigung dieser Entzündung die Gefahr des Rückfalls fortbesteht. Darum ist auch nach Beendigung der eigentlichen Therapie eine regelmäßige Nachsorge nötig, um einem erneuten Aufflammen der Entzündung frühestmöglich entgegenzuwirken.

 

Unbehandelt führt die Parodontitis fast immer zu Zahnverlust und daraus folgend zu ästhetischen und funktionellen Beeinträchtigungen. Außerdem ist Parodontitis ein Risikofaktor für allgemeinmedizinische Erkrankungen. So gilt ein Zusammenhang zwischen parodontalen Erkrankungen und erhöhtem Risiko für das Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt), Diabetes mellitus und Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises als wissenschaftlich gesichert. Ieueren Untersuchungen konnte außerdem gezeigt werden, dass eine unbehandelte Parodontitis das Risiko von Frühgeburten um das Siebenfache steigert und auch niedriges Geburtsgewicht ursächlich mit einer Parodontitis zusammenhängen kann.

Parodontitisprophylaxe [Bearbeiten]

 

Um einer Parodontitis oder ihrem Wiederaufflammen vorzubeugen, ist es am wichtigsten, eine gründliche Parodontitis-Prophylaxe zu betreiben. Neben dem eigentlichen Zähneputzen mit der Zahnbürste sollte auf eine gute Zahnzwischenraumpflege mit Zahnseide oder Interdentalbürsten und eine Entfernung von Belägen auf dem Zungenrücken geachtet werden. Bei regelmäßigen Kontrollen beim Zahnarzt in Verbindung mit einer professionellen Zahnreinigung alle drei bis sechs Monate können außerdem Putznischen gesäubert werden und Hilfestellungen bei der häuslichen Mundhygiene gegeben werden. Bei erhöhtem Risiko, zum Beispiel durch Schwangerschaft oder starken Stress, können die Prophylaxeintervalle verkürzt werden, um frühestmöglich auf Veränderungen des Parodonts reagieren zu können. Daneben ist es wichtig, die oben genannten Risikofaktoren zu verringern (z. B. zu rauchen aufhören, Diabetes optimal einstellen lassen).

 

Jüngste Forschungen empfehlen auch BLIS als mögliche Prophylaxe.[6]

 

Die Folgen des Zahnverlusts, vor allem die zum Teil sehr kostenintensiven prothetischen Maßnahmen, welche sich oft an eine parodontologische Behandlung anschließen, sowie die Erkenntnis über die allgemeinmedizinischen Zusammenhänge haben zur Folge, dass der Diagnose, Behandlung und vor allem der Vorbeugung dieser Erkrankung eine immer größere Bedeutung zugesprochen wird. Parodontitis ist eine „Volkskrankheit“, fast jeder ist im Laufe seines Lebens irgendwann mehr oder weniger stark davon betroffen. Bei den Über-40-Jährigen gehen mehr Zähne durch Parodontitis verloren als durch Karies.

Abrechnung bei gesetzlich Versicherten [Bearbeiten]

 

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland haben zum 1. Januar 2004 die Parodontalbehandlung neu organisiert. Damit sollen die Früherkennung von Parodontalerkrankungen gefördert und gleichzeitig der Patient zur verstärkten Eigenleistung animiert werden. Die Idee dahinter war, dass der Patient selbst eine gute Mundhygiene als beste Prophylaxe sicherstellen soll. Die BEMA-Ziffer 04 wurde neu in den Leistungskatalog aufgenommen: 1x alle zwei Kalenderjahre ist die Erstellung eines Parodontalen Screening-Indexes (PSI) zu Lasten der Krankenkasse abrechenbar. Die BEMA-Ziffer 04 ist eine Ausnahmeleistung, hierfür wird die Praxisgebühr nicht fällig. Auf der anderen Seite kann seither die Entfernung des Zahnsteins (BEMA-Ziffer 107) im Rahmen der GKV nur noch einmal im Jahr abgerechnet werden (vorher 3x im Jahr). Stattdessen sollen Patienten bei Bedarf Prophylaxesitzungen beim Zahnarzt privat zahlen. Die Höhe der Kosten dafür ist von Praxis zu Praxis unterschiedlich.

 

Um für eine Parodontitistherapie die Kostenzusage durch eine Krankenkasse zu erhalten, verlangt diese eine einwandfreie Mundhygiene. Diese soll durch mindestens drei Mundhygienesitzungen beim Zahnarzt sichergestellt werden, die ggf. durch Privatleistungen des Patienten ergänzt werden können. Gefordert wird eine Privatleistung allerdings nicht, da eine Kassenleistung nicht vom Erbringen einer Privatleistung abhängig gemacht werden darf. Außerdem soll während dieser Vorbehandlungsphase das Gebiss in einen Zustand gebracht werden, den der Patient sauber halten kann. Dazu müssen alle nötigen chirurgischen, konservierenden und prothetischen Eingriffe stattfinden, zum Beispiel Extraktioicht erhaltungsfähiger Zähne, Füllungen und Wurzelfüllungen.

 

Erst im Anschluss kann die eigentliche Parodontitisbehandlung beginnen, welche die Krankenkassen im eingeschränkten Umfang der Richtlinien bezahlt. Die Kosten für eventuelle Zusatzleistungen wie Laserbehandlungen oder die Bestimmung der Bakterienarten oder des genetischen Risikos muss der gesetzlich versicherte Patient selbst tragen.        Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

 

Zahlen [Bearbeiten]

 

Fast 12 Millionen Deutsche leiden an Parodontitis.

 

Mehr als die Hälfte der 35- bis 44-Jährigen litt 2007 in Deutschland an Parodontitis, etwa 20 Prozent sogar an einer schweren Form. Dies ergab die Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DSM IV), erstellt vom Institut der Deutschen Zahnärzte im Auftrag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KV) und der Bundeszahnärztekammer. Ein Grund für den Anstieg parodontaler Erkrankungen ist die verbesserte (!) Mundgesundheit: Aufgrund der guten Kariesprophylaxe und zahnärztlicher Versorgung behalten ältere Menschen ihre eigenen Zähne immer länger. Die Zähne sind mit zunehmendem Alter aber einem hohen Parodontitis-Risiko ausgesetzt. Z.B. leiden mehr als 40 Prozent der 65- bis 74-Jährigen an einer schweren Form der Parodontitis.[7]

Tiere [Bearbeiten]

 

Auch Tiere, beispielsweise Hunde und Katzen, können von Parodontitis betroffen sein. Der Verlauf ähnelt dem beim Menschen. Auch hier stellen regelmäßige Kontrollen und die Zahnsteinentfernung die häufigsten Behandlungsmethoden dar.

Mundhöhlenkrebs früh behandeln

Leipzig / dpa Bei der Heilung von Mundhöhlenkrebs läuft Ärzten die Zeit weg: Viele Betroffene gehen erst zum Kieferchirurgen, wenn sie kaum sprechen können. “Dann sind die Tumore schon so groß, dass nur noch jeder zweite Patient fünf Jahre nach der Operation lebt”, sagte Alexander Hemprich, Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum Leipzig.Mit einer einfachen “Abbürstung” könnten mehr Tumore früher erkannt und Erkrankte langfristig geheilt werden.

Mit einer einfachen “Abbürstung” könnten mehr Tumore früher erkannt und Erkrankte langfristig geheilt werden. Diese Methode wird bundesweit nur in Leipzig angeboten.

In Deutschland erkranken jährlich rund 4000 Menschen an Mundhöhlenkrebs, und die Zahl der Karzinome an Zunge, Zungengrund und Wangen steigt. Als eine Ursache für die hohe Sterblichkeit nennt der Leipziger Mundchirurg Torsten Remmerbach die mangelhafte Zahnarztausbildung. “Diejenigen, die den Patienten am häufigsten in den Mund gucken, können Mundhöhlenkarzinome im Frühstadium oft nicht erkennen.”

Das hat fatale Folgen, denn der fünfthäufigste Krebs ist besonders heimtückisch. “Zunächst meinen die Patienten, sich nur gebissen zu haben und denkeicht an einen bösartigen Tumor”, sagte Gesichtschirurg Hemprich. Das aber sei ein Trugschluss. “Bei über der Hälfte der Erstuntersuchungen stellen wir schon Metastasen in den Halslymphknoten fest”, ergänzte der 49-jährige Professor. Eine Operation bedeute dann die einzige Rettung.

Auf dieses Vabanquespiel sollten sich Patienteach Meinung des Mundchirurgen Remmerbach nicht einlassen. Er plädiert für mehr Früherkennungen. Trotz besserer Behandlungs- und Bestrahlungsmethoden seien in den vergangenen Jahren die Überlebensrateach Operationeicht gestiegen. Früher waren solche Untersuchungen allerdings schmerzhaft und hinterließen zum Teil sichtbare Narben, weil verdächtiges Gewebe heraus geschnitten wurde.

Heute erprobt Remmerbach die “Abbürstung”. “Damit können wir die Schleimhaut auf einer breiten Fläche schmerzfrei erfassen und bereits kleine Tumoren ausmachen.” Mit einem Bürstchen werden Zellen der Mundschleimhaut abgestrichen, eingefärbt und auf einen vergrößerten Zellkern untersucht. Nach einer Woche steht fest, ob die Zellen bösartig verändert sind. Die Heilungschance liegt in diesem Stadium noch bei etwa 80 Prozent. Um das Ergebnis zu bestätigen wird der Zellkern zusätzlich auf einen erhöhten Gehalt der Erbsubstanz DNA getestet. Dieser zeichnet Tumorzellen aus. “Eine einfache Methode, die aber nur wenige pathologische Institute beherrschen”, erklärte Remmerbach.

Der 30-jährige Mundchirurg lernte das Rüstzeug während seines Studiums beim Düsseldorfer Zytologen Alfred Böcking. Dieser hatte bereits in den 80er Jahren als einer der Wenigen verdächtige Zellen verschiedener Organe untersucht, um Tumoren frühzeitig auf die Spur zu kommen. Seit 1997 entwickelt der Schüler die Methode am kieferchirurgischen Zentrum in Leipzig weiter. “Wir haben sie treffsicherer gemacht und weitere Indikatoren für bösartige Tumore gefunden”, sagte Remmerbach. Seine Ergebnisse will er bald veröffentlichen.

Mundhöhlenkrebs – So beugen Sie vor!

·                    19.10.2010

·                    Brigitte van Hattem

Rund 11.000 Deutsche erkranken jedes Jahr an einem Karzinom der Mundhöhle und des Rachens. Doch man kann diesem gefährlichen Krebs vorbeugen.

Männer erwischt es etwa dreimal so häufig wie Frauen, aber dafür werden die Patienten immer jünger. Der Grund: 90 Prozent dieser Tumore werden durch starkes Rauchen, oft in Verbindung mit übermäßigem Alkoholgenuss verursacht. Und obwohl bundesweite Rauchverbote die Zahl der Nikotinabhängigen reduziert haben, gilt Rauchen bei jungen Menschen immer noch als cool.

Mundhöhlenkrebs wird meist spät erkannt

Das Problem beim Mundhöhlenkrebs: „Im Frühstadium verursacht die Krankheit keine nennenswerten Beschwerden“, erklärt Prof. Dr. Karl R. Aigner, Ärztlicher Direktor im Medias Klinikum im bayerischen Burghausen. Erste Anzeichen können weißliche, fleckige Schleimhaut­veränderungen sein oder eine meist kleine, nicht abheilende und immer wieder blutende Schleimhautwunde – die man jedoch häufig nicht ernst nimmt. Erst wenn der Tumor schon fortgeschritten ist, treten Schmerzen beim Essen und Schlucken auf, der Speichel kann blutig gefärbt sein. Auch starker Mundgeruch, der bis zur Mundfäule gehen kann, kann ein Symptom sein. Er wird durch den Zerfall von Tumorteilen ausgelöst. Meist kommen zu den Symptomen noch ein unerklärlicher Gewichtsverlust sowie Leistungsschwäche und Müdigkeit hinzu.

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Die Therapie bei Mundhöhlenkrebs

Bei der herkömmlichen Therapie wird der Tumor operativ entfernt und anschließend bestrahlt – eine Behandlung, die oft mit gravierenden Nebenwirkungen und Spätfolgen verbunden ist. Und: Nur die Hälfte aller Patienten überleben die nächsten fünf Jahre. Mehr Hoffnung verspricht die Regionale Chemotherapie, bei der das Zytostatikum nur in den Tumor und die Metastasen geleitet wird. „Dadurch schrumpfen die Tumore ohne wesentliche therapiebedingte Beeinträchtigung der Lebensqualität entweder vollständig oder auf operable Größe“, sagt Prof. Aigner, der mit seiner Therapie schon viele Erfolge bei Mundhöhlenkrebs verzeichnen konnte.

Wie Sie einem Mundhöhlenkrebs vorbeugen

Besser als behandeln ist, einem Mundhöhlenkrebs vorzubeugen. Sie sollten daher nicht rauchen und Ihren Alkoholkonsum reduzieren. Auch die Mundhygiene ist wichtig. Lassen Sie schlecht sitzende Prothesen und Zahnspangen korrigieren, denn Passformmängel bei Prothesen können zu Verletzungen an der Zunge und der Schleimhaut führen. Aus diesen Verletzungen können sich Krebsvorstufen entwickeln. Chronische Pilzerkrankungen im Mund begünstigen zudem Zellentartungen.

Mehr Informationen

·                    Lebensqualität trotz Krebs mit einer regionalen Chemotherapie

·                    Immer mehr Patienten lehnen systemische Chemotherapien ab

·                    Regionale statt systemische Chemotherapie

Achten Sie auch auf Ihre Ernährung. Wichtig ist die ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A (in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Kartoffeln, Fisch) und Vitamin C (in Paprika, Tomaten, Äpfeln, Orangen). Ein Mangel an diesen Nährstoffen schwächt die Abwehrkräfte. Häufiges Zahnfleischbluten kann übrigens ein Hinweis auf einen Vitamin-C-Mangel sein.

Und: Meiden Sie Asbest. Dieser Stoff ist zwar mittlerweile verboten, steckt aber häufig noch in älteren Baumaterialien und Elektrogeräten wie Bügeleisen, Haarfönen, Toastern, Elektroherden und Fernsehern. Solche Geräte sollten im Sondermüll entsorgt und durch asbestfreie Alternativen ausgetauscht werden.


Vollständigen Artikel auf Suite101.de lesen:
Mundhöhlenkrebs – So beugen Sie vor! Suite101.de http://suite101.de/article/mundhoehlenkrebs—so-beugen-sie-vor-a89619#ixzz2HJxNCeYn
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Mundkrebs

Unter Mundkrebs versteht man einen Tumor bzw. Mundhöhlenkrebs, der sich im Mundraum entwickelt und vielfach durch schlecht sitzende Zahnprothese hervorgerufen wird.

Als Mundkrebs bezeichnet man Krebs im Mundinnenraum, im hinteren Rachenraum, an den Rachenmandeln sowie Krebs an den Lippen, meist Unterlippe oder Krebs der sich an den Speicheldrüsen entwickelt. Mundhöhlenkrebs oder abgekürzt Mundkrebs ist bei Männern häufiger als bei Frauen und tritt im Normalfall erst nach dem 40. Lebensjahr auf, was mit dem Risikofaktor schlecht gemachter Zahnersatz, schlechter Mundhygiene und Rauchen in Verbindung mit gleichzeitig starkem Alkoholkonsum gebracht werden kann.

Zur Entstehung bösartiger Schleimhautveränderungen wie Mundkrebs in der Mundhöhle führen vielfach schlechtgemachter Zahnersatz wie schlecht sitzende Zahnprothesen.

Mundkrebs, Mundhöhlenkrebs, Karzinom, Mund

Das Mundhöhlenkarzinom bzw. Mundkrebs gehört bei den Männern zu den zehn häufigsten Krebsarten, was meist auf die Risikofaktoren wie schlecht sitzende Zahnprothese mit regelmässigem Tabakkonsum und gleichzeitigem Alkoholkonsum sowie unzureichende Mundhygiene und lokale Reizfaktoren durch schlecht sitzenden Zahnersatz zurückzuführen ist.

Symptome bei Krebs im Mund

Mundkrebs erkennen ist nicht einfach, doch gibt es Hinweise die darauf hindeuten können, wenn Veränderungen erfolgen die sich nicht bessern.

Wunde Stellen an Lippen die nicht verheilen
Zahnfleisch das leicht blutet und nicht verheilt
Bluten in der Mundhöhle die längere Zeit nicht verheilt
Verdickungen oder Knoten in der Wange die man mit der Zunge fühlt
Taubheitsgefühl und Sensibilitätsverlust in einem Mund-Bereich
Weisse oder rote Flecken auf Zahnfleisch
Weisse oder rote Flecken in der Mundhöhle oder auf der Zunge
Schwierigkeiten beim Schlucken oder Kauen der Nahrung
Unerklärliche Schmerzen oder Wundheit im Mund
Unerklärliches Fremdkörpergefühl in der Kehle
Schwellungen am Kiefer „schlechter Sitz der Prothese
Veränderte Stimme beim Sprechen

Diagnose Mundkrebs

Wird der Mundkrebs bzw. ein Mundhöhlekarzinom nicht frühzeitig erkannt, kann dies tödlich sein.

Eine Früherkennung von Mundkrebs ist entscheidend für die erfolgreiche Behandlung, damit ein Mundhöhlenkarzinom nicht tödlich endet. Werden Beschwerden oder sichtbare Veränderungen in der Mundhöhle festgestellt, wird durch den Zahnarzt, Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder durch den Kieferchirurg eine Befragung bzw. Anamnese hinsichtlich der Beschwerde und deren Verlauf sowie mögliche Risikofaktoren und Begleiterkrankungen vorgenommen. Für die Diagnose von Krebs im Mundbereich wird die Mundschleimhaut in der Mundhöhle meist mit einem Spiegelgerät genauer angesehen. Bei Verdacht auf Mundtumor wird die gesamte Mundhöhle sowie die Lymphknoten am Hals abgetastet, um befallene Stellen und Ausdehnung vom Tumor beurteilen zu können. Bei Verdacht auf Mundhöhlen-Krebs werden bildgebende Verfahren wie Ultraschalluntersuchungen, Computertomografie oder Kernspintomografie eingesetzt die genauere Informationen über die Ausdehnung des Tumors liefern, denn diese geben Hinweise, ob der Tumor im Knochen eingewachsen ist oder bereits Metastasen in anderen Organen gebildet hat, das Tochtergeschwülste sind oder der Tumor in die Lymphknoten abgesiedelt hat.

Behandlung von Mundhöhlenkrebs

Die Behandlung von Mundhöhlenkrebs bzw. Therapie vom Mundhöhlenkarzinom besteht in der operativen Entfernung vom Mundhölentumor wobei der Tumor grossflächig herausgeschnitten wird, damit auch der Defekt durch ein Transplantat verschlossen werden kann.

Bei fortgeschrittenem Tumorstadium streut der Tumor in die benachbarten Lymphknoten sodass alle Lymphknoten einer oder beider Halsseiten entfernt werden müssen. Damit wird nebst dem Lymphknoten auch Muskelgewebe und Nervengewebe im Mundbereich und Gesichtsbereich entfernt, sodass nach der Operation mit teilweiser Bewegungseinschränkung im Kopfbereich und Schulterbereich zu rechnen ist. Die Strahlenbehandlung des umgebenden Gewebes und der Lymphknoten erfolgt im Normalfall im Anschluss an die Operation, um auch das restliche, operativ nicht erfasste Tumorgewebe im Mundbereich zu zerstören. Operationen in der Mundhöhle bergen Risiken wie alle Operationen, die Komplikationen verursachen können, im Besonderen je mehr Gewebe in der Mundhöhle vom Krebs befallen ist. Nach der Entfernung des Tumors kann der Defekt in der Mundhöhle Schwierigkeiten beim Essen, Trinken und Schlucken, oder beim Sprechen verursachen, was seltener ist. Der Mundhöhlenkrebs wird normal operiert und mit einer Strahlentherapie oder auch gleichzeitig mit Chemotherapie behandelt, was wiederum weitere Zahnprobleme bzw. Probleme betreffend Zähne, Zahnersatz, Kieferknochen und Zahnbehandlung haben kann. Die Röntgenbestrahlung verursacht Zellschäden, von denen sich gesunde Zellen rascher erholen, da sie die besseren Reparaturmechanismen besitzen, Tumorzellen die einfacher und anfälliger sind, sterben dagegen ab. Im fortgeschrittenen Tumorstadium kann eine Bestrahlung oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie mit Zellgiften bzw. Zytostatika fast ohne Operation in Erwägung gezogen werden, wobei die Heilungschancen bei Mundkrebs meist geringer ist.

 

Bei einer Parodontitis apicalis sind die Bakterien im Wurzelkanal für die Entzündung verantwortlich. Im Falle einer Fistelbildung klingen die akuten Schmerzen ab. Eine erfolgreiche Kanalaufbereitung und -desinfektion führen schoach wenigen Tagen zur Rückbildung der Fistel.

Auswirkungen der apikalen Parodontitis im Knochen

Fistel bei apikaler Parodontitis

Fistelrückbildung nach Wurzelkanalbehandlung

A – apikale Parodontitis bei 47
B – Entzündungsrückbildung nach Wurzelkanalbehandlung

Rückbildung der apikalen Parodontitis nach Wurzelkanalbehandlung

Zahn 21 mit apikaler Entzündung als Karies- und Pulpitisfolge

Wurzelkanalbehandlung

Wurzelkanalbehandlung

Zusammenfassung

Die Zähne sind Organe, die aus ektodermalen epithelialen Aussackungen im Bereich des 1. Kiemenbogens entstehen, gesteuert von epitheliomesenchymalen Interaktionen. Dabei spielen zahlreiche Signalmoleküle speziell der 4 großen Familien TGF-β, FGF, Hedgehog und WNT sowie diverse Transkriptionsfaktoren eine Rolle. Eine Beteiligung der Retinoide an der Odontogenese ist durch umfangreiche Befunde belegt, auch wenn die Inaktivierung relevanter Gene in Mausmodellen meist keine Zahnanomalien verursacht. Die Zahnentwicklung wird klassischerweise in verschiedene Stadien eingeteilt: Entstehung der Zahnleiste, der Zahnknospe, der Schmelzkappe, der Schmelzglocke, die Wurzelbildung und der Zahndurchbruch. Anomalien der Zahnentwicklung können isoliert oder gemeinsam mit anderen Symptomen im Zusammenhang mit Syndromen auftreten. Sie können genetisch bedingt sein oder unter Einwirkung teratogener Stoffe während der Bildung und Mineralisierung der Zahnkeime zustande kommen. Dentibukkale Entwicklungsanomalien treten im Kontext seltener Erkrankungen auf und finden zunehmend Beachtung, da sie bei bestimmten Erkrankungen in der Diagnostik und als prädikative Faktoren wichtige Anhaltspunkte geben können. Allerdings ist hierfür eine interdisziplinäre und internationale Kooperatiootwendig, die bislang erst in Ansätzen verwirklicht wurde.

Abstract

The teeth develop from oral ectodermal epithelial cells and ectomesenchymal cells originating from the cephalic neural crest under the regulatory influence of epithelio-mesenchymal interactions. Numerous signal molecules specifically from the four major groups TGF-β, FGF, hedgehog, and WNT, as well as various transcription factors play specific roles in different stages and locations during dental development. There is ample evidence that retinoids are important for normal tooth development even though inactivation of relevant genes in mouse models does not usually produce dental anomalies. Odontogenesis is usually divided into different stages: development of the dental lamina, bud, cup, bell, root formation and tooth eruption. Anomalies of tooth development may occur isolated or associated with other symptoms in specific syndromes; they may be of genetic origin or caused by teratogenic substances during formation or mineralization of the teeth. Orodental anomalies are found in the context of rare diseases and are increasingly recognized as markers for diagnosis or prediction. However, this requires interdisciplinary and international collaboration which is only starting to take place.

Zahnerkrankungen bei Pferden und wie Sie sie erkennen können.

Haken…

sind die Zahnüberstände, die sich am esten Prämolar und am letzten Molar bilden. Die Haken können extrem lang und scharf werden und die Zunge und die Maulschleimhaut verletzen. Dauert dieser Zustand länger an, kommt es zu chronischen Entzündungen und erheblichen Schmerzen. Durch Abraspeln und Glätten der Haken können die Probleme beseitigt werden.

Kanten…

sind Zahnüberstände am seitlichen Rand des Zahnes. Ab einem gewissen Alter sind sie bei jedem Pferd festzustellen. Sie entstehen durch eine ungenügende Durchführung des Mahlvorganges. Sind die kreisenden Mahlbewegungeicht ausreichend, was bei der heutigen Fütterung der Pferde häufig ist, entstehen an den Außenseiten der Oberkieferbackenzähne und an den Innenseiten der Unterkieferbackenzähne Kanten. Diese verletzen die Backenschleimhaut, der Schmerz vermindert weiter die Kauintensität, was wiederum die Kantenbildung fördert. Diese Kanten müssen entfernt werden um einen optimalen Kauvorgang zu gewährleisten.

Meißelzahn

Als Meißelzahn wird ein überlanger Zahn bezeichnet. Er kann durch das Fehlen eines Zahnes oder durch eine Gebissfehlstellung (Über- oder Unterbiss), wodurch der Gegenspieler nicht mehr abgenutzt aber ständig weiter nachgeschoben wird, entstehen. Der Gegenspieler schiebt irgendwann in die Zahnlücke und blockiert den Kauvorgang. Die Folge ist eine verminderte Beweglichkeit beim Mahlen und somit die zusätzliche Bildung von Haken und Kanten. Vermieden werden können diese Probleme durch ein regelmäßiges (2x/Jahr) kürzen des Zahnes ohne Gegenspieler.

Wellengebiss, Treppengebiss, Stufengebiss

Diese Gebissformen zeigen einen Well-, Treppen- oder Stufenförmigen Verlauf der Kauffläche der Backenzähne, wodurch die kreisförmige Mahlbewegung behindert wird. Korrigiert werden kann dies durch ein Abschleifen der Wellberg, Treppen und Stufen.

Anomalien bei der Zahnentwicklung und dem Durchbruch

Überbiss

Der Unterkiefer ist kürzer als der Oberkiefer, was zu einem Überbiss führt. Es kommt je nach Ausprägung zu einem mangelhaften Zahnschluss vor allem im Schneidezahnbereich. Diese Pferde neigen zu periodontischen Erkrankungen an den Schneidezähnen und zu überlangen Haken an den ersten Vorbackenzähnen und letzten Backenzähnen.

Unterbiss

Der Oberkiefer ist kürzer als der Unterkiefer, was zu einem Unterbiss führt. Die Zahnprobleme sind die gleichen wie beim Überbiss.

Milchzahnkappen

Als Milchzahnkappen bezeichnet man die Reste der Milchzähne auf den durchgebrochenen bleibenden Zähnen. Normalerweise fallen sie nach dem Zahndurchbruch aus und verursachen keine Probleme. Lose oder verschobene Milchzahnkappen sollten daher entfernt werden. Eingekeilte Milchzahnkappen vor allem am 4. Prämolar, können das Schieben des darunterliegenden bleibenden Zahns behindern. Dieser wächst dann Retrograd (=in die verkehrte Richtung) und führt zu “Bumps”.

Bumps

Als Bumps bezeichnet man harte knöcherne Schwellungen am Unterkiefer. Seltener treten sie auch am Oberkiefer auf. Sie können während der Anlage der bleibenden Zähne entstehen (meist zwischen 2- und 6. Lebensjahr) und verschwinden in der Regel wieder von alleine. Häufig muss man eine verkeilte Milchzahnkappe entfernen oder im Kronenbereich dem durchbrechenden Zahn mehr Platz veschaffen. In seltenen Fällen kam es zu einer Infektion des Knochens und der Zahnanlage kommen. Die Bumps sind dann äußerst schmerzempfindlich und entwickeln einen Fistelkanal, aus dem eitriges Sekret abfließt.

Zahnwurzelentzündung mit Fistelkanal

Embryonale Zahnanlage mit Ohrrandfistel

Infindibularkaries

Hengstzahnkrankheiten

Wolfszähne

Schneidezahnkrankheiten

Periodontalkrankheiten

Kieferchirurgie

Entwicklung der Zähne

Die Zahnknospe ist eine Ansammlung von Zellen, aus denen sich ein Zahn entwickeln kann.

Die Entwicklung der Zähne ist ein komplexer Prozess, bei dem Zähne aus embryonalen Zellen entstehen, im Mund hervortreten und wachsen. Damit die Zähne beim Menschen eine gesunde orale Umgebung haben, entwickeln sich während der Embryogenese Zahnschmelz, Dentin, Wurzelzement sowie die Wurzelhaut (Periodontium).

Zahnentwicklung, Entwicklung der Zähne, Zahn

Zahnentwicklung wird als Odontogenese bezeichnet.

Zahnentwicklung

Am Anfang unseres Lebens können wir noch niemandem die Zähne zeigen, angelegt sind sie aber bereits im Babymund, denn die Zahnentwicklung beginnt in der Gebärmutter mit der Entwicklung von Zahnknospen, die eine Grundlage für die Milchzähne sind.

Die Zahnanlage ist die Vorstufe des Zahns mit Schmelzorgan bzw. Zahnglocke, Zahnpapille und dem Zahnsäckchen. Der Zahnschmelz wird im Ektoderm in einem besonderen Schmelzorgan von Adamantoblasten durch Biomineralisation gebildet. Die Entwicklung der Zähne beginnt in der späten Embryonalperiode. Weiterhin ist auch das Stadium bis zur Bildung der Zahnhartsubstanz, also Zahnkrone aus Schmelz und Dentin unter diesem Begriff zu verstehen. Die Zahnglocke wird nach aussen durch das äussere Schmelzepithel gegen das mesenchymale Zahnsäckchen abgegrenzt. Die innere Oberfläche der Zahnglocke wird durch das hochprismatische innere Schmelzepithel ausgekleidet, das der Zahnpapille aus dichtem Mesenchym zugewandt ist. Zwischen dem inneren und äusseren Schmelzepithel befindet sich die Schmelzpulpa. Dysodontie ist die Fehlbildung in der Zahnanlage bei der Vorstufe des Zahnes. Ein röntengenologischer Nachweis der Zahnanlagen ist 1-2 Jahre vor Zahndurchbruch und bei Weisheitszähnen zwischen dem 8. und 9. Lebensjahr möglich. Bevor Milchzähne oder bleibende Zähne in die Mundhöhle durchbrechen, bilden die Zellen der Pulpa Dentin und Schmelz, was ein sehr komplexer Prozess ist, der sehr empfindlich auf Störungen reagiert. Es kann zu Mineralisationsstörungen kommen, wenn Kalziummangel bei der werdenden Mutter, dem Säugling oder dem Kleinkind vorliegt, denn je weniger Kalzium und Fluor in den Schmelz eingebaut werden kann, desto geringer kann die Widerstandsfähigkeit

Literatur

A. Die Materiale des Lehrstuhls.

B. Ergänzungen:

1. Бушина Л. М., Елисеева Л. Н., Яцковская В. Я. Пособие по обучению на немецкомязыке для медицинскихвузов. – М., Высшая школа. – 1990.

2. Бушина Л. М., Елисеева Л. Н., Яцковская В. Я. Учебник неметкого язика для медицинских вузов. – М., Высшая школа. – 1990.

3. Криворук Т. Б., Шамрай Н. С., Гутнікевич Ю. В.</span> Deuthsch-Німецька мова: Підручник для медичних ВНЗ І—ІІІ рівнів акредитації. – Київ: Медицина, 2012. – 400 с.

4. Зернова В.К. Deutscher Lehrkomplex. – Полтава. Дивосвіт. – 2003.

5. Петров В.И., Чупятова В.С., Цветова М.В. Русско-немецкий словарь-разговорник медицинских терминов и словосочетаний. – М., Русский язык. – 2002.

6. OMR Dr. Med. Dolf Kunzel Der menschliche Organismus gesund und krank. – VEB Verlag Vlk uns Gesundheit. – Berlin. – 1986.

7. Prof. Dr. Klaus – Ulrich Benner Der Körper des Menschen. – Weltbildverlag GmbH. – Augsburg – 1990.

8. Helbig H., Buscha J. Deutsche Grammatik. – Leipzig. – 1992.

9. Stalb H. Deutsch für Studenten. Text und Übungsbuch. Neubearbeitung. – München, 1991.

10. http://www.gesundheit.de/lexika/medizinlexikon

11. http://medizingeschichte.charite.de/fileadmin/user_upload/microsites/m_cc01/medizingeschichte/kopfbilder/TerminologieSkriptinklUebungenAufl10.pdf

12. http://www.rsf.unigreifswald.de/fileadmin/mediapool/lehrstuehle/flessa/Terminologie_I_-_Einf_hrung_Grundlagen_Krankheit_slehre.pdf

 

 

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